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Bildrechte: BR/Barbara Ecke

Dieses Gebäude im Roßmarkt soll abgerissen und neu gebaut werden. Das sorgt für hitzige Diskussionen.

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    Streit um Neubau im Herzen der Aschaffenburger Fußgängerzone

    Der Abriss und Neubau eines Gebäudes mitten in der Aschaffenburger Fußgängerzone sorgt für hitzige Diskussionen. Zwei Jahre lang soll es dadurch Einschränkungen im Roßmarkt geben. Geschäftsleute fürchten um ihre Existenz.

    Von
    Barbara EckeBarbara Ecke
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    Eigentlich sollte die Einkaufsstraße Roßmarkt in Aschaffenburg wegen Bauarbeiten schon seit Anfang dieser Woche gesperrt sein. Aber wegen heftiger Kritik der Geschäftsleute hat die Stadt den Beginn der Baustelle vorerst auf Eis gelegt. Gut 50 Einzelhändler, Gastronomen und Ladenbesitzer waren zu einer Infoveranstaltung der Stadt und des Investors gekommen, um ihrem Ärger Luft zu machen. Durch die Baustelle, die zwei Jahre andauern soll, und die damit verbundenen Einschränkungen im Roßmarkt fürchten sie um die Attraktivität der Fußgängerzone und damit um ihre Existenz – und das nach zwei harten Corona Jahren.

    Zwei Jahre Einschränkungen im Roßmarkt

    Der Investor, die Aschaffenburger Prime Park GmbH, hat die Bauzeit mit zwei Jahren angegeben. Bestenfalls könne es aber auch nur 18 Monate dauern, hieß es von der Bauleitung. Auf dem Grundstück Roßmarkt 21 – ehemals die Aloha-Bar neben dem Aschaffenburger Musikclub Colos-Saal – soll ein Wohn- und Geschäftsgebäude entstehen, mit 17 barrierefreien Wohneinheiten. Der Baugrund liegt ziemlich genau in der Mitte der Einkaufsstraße. Während der Bauzeit werden durch den kompletten Roßmarkt Baufahrzeuge und Laster fahren. "Das ist der Tod der Geschäfte", hieß es von einem Ladeneigentümer auf der Infoveranstaltung.

    Außengastronomie nur eingeschränkt möglich

    Im direkten Bereich der Baustelle soll die sieben bis acht Meter breite Flaniermeile außerdem extrem verengt werden, weil davor die Baufahrzeuge für Abriss und Betonanlieferung halten müssen. Für Fußgänger und Radfahrer bleibt nur noch ein schmaler Korridor von 1,70 Meter. Dadurch, fürchten die Geschäftsleute, werden die Passanten die Straße noch mehr meiden, nicht zuletzt wegen zu geringer Abstände in der Pandemiezeit. Für einige Kneipen und Restaurants bedeute der Baustellenverkehr zudem, dass sie während der Bauzeit keine Außengastronomie mehr betreiben können. Wegen einfahrender Laster entfalle die Sondernutzung auf der Straße, weil sie nicht breit genug sei, so die Kritiker.

    Beginn der Bauarbeiten wohl Ende Januar

    "Der Abriss und der Neubau werden kommen", stellte Oberbürgermeister Jürgen Herzing (SPD) am Abend klar. Auf BR24-Anfrage sagte er, er gehe von einem Beginn der Sperrung und Abrissarbeiten Ende Januar aus. Aber sowohl die Stadt, die die Baugenehmigung erteilt hat, als auch der Investor, nähmen die Sorgen und Nöte der Geschäftsleute ernst.

    Kompromiss für Anlieferungen

    Deswegen wurde nun auch ein Kompromiss für die Andienung der Geschäfte gefunden. Ursprünglich hieß es nämlich, dass die Geschäfte und Lokale in den zwei Jahren nicht angefahren werden können, was einer Vollsperrung der Straße entsprochen hätte. Eine Ausnahme war dabei nur für Anwohner mit Stellplätzen und Garagen geplant. Der Bauherr habe sich aber bereit erklärt, dass Lieferfahrzeuge für die Läden die Bauschleuse vor dem Roßmarkt 21 passieren dürfen, teilte die Stadt am Abend mit. Dadurch könne es aber zu Verzögerungen kommen, zumal die Baufahrzeuge gerade beim Be- und Entladen von Schutt und Baustoffen nicht eben mal Platz machen könnten, gaben die Bauleiter des Projekts zu bedenken.

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