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Streit um Münchner Straßennamen | BR24

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Der Münchner Migrationsbeirat fordert, dass die Stadt strittige Straßennamen schnellstmöglich ändert.

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Streit um Münchner Straßennamen

Der Münchner Migrationsbeirat fordert, dass die Stadt strittige Straßennamen schnellstmöglich ändert und hat deshalb nun eine Petition gestartet. Im Zentrum stehen dabei Straßen, die Namen von Soldaten der deutschen Kolonialtruppen tragen.

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Noch immer erinnert in München-Zamdorf eine Straße an den Kolonialoffizier Hans Dominik. Dominik errichtete um 1900 im heutigen Kamerun ein Terrorregime und war verantwortlich für blutige Feldzüge gegen die einheimische Bevölkerung.

"Kein Massenmörder verdient einen Straßennamen"

Dominiks Name und auch der anderer Kolonialverbrecher sollen aus dem Münchner Stadtplan getilgt wird, fordert Hamadou Dipama vom Migrationsbeirat. Er lehnt auch Erläuterungstafeln ab, wie sie inzwischen an einigen Straßenschildern insbesondere im Münchner Osten angebracht worden sind. Kein Massenmörder verdiene einen Straßennamen, so Dipama – ob mit oder ohne Erläuterung.

Auch bei anderen Straßen Diskussionsbedarf

Erst unlängst hatte das Thema Straßennamen für heftige Diskussionen in München gesorgt. Das Stadtarchiv hatte eine Liste mit mehr als 300 Straßen zusammengestellt, deren Namensgeber historisch belastet sein könnten. Bei rund 40 von ihnen besteht laut Historikern erhöhter Diskussionsbedarf. Dabei handelt es sich vor allem um Personen mit möglichen Verstrickungen mit dem Nazi-Regime. Kolonialstraßennamen fänden sich jedoch nicht auf der Liste, kritisiert der Migrationsbeirat und fordert: Auch diese müssten umbenannt werden.

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