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Streit um Millionen-Verluste: "Bunte" widerspricht Anselm Grün | BR24

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Anselm Grün und das Bunte-Interview

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Streit um Millionen-Verluste: "Bunte" widerspricht Anselm Grün

In einem "Bunte"-Interview mit Nina Ruge soll Anselm Grün Millionenverluste an der Börse offenbart haben. Dem hatte der Pater aus Münsterschwarzach über seinen Facebook-Auftritt widersprochen. Nun legt die Zeitschrift nach. Von Ansgar Nöth

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Der Widerspruch des Magazins zum Widerspruch des Paters kam laut Augsburger Allgemeine am Mittwoch (09.05.18). Demnach erklärt die Bunte-Redaktion:

"Pater Anselm Grün hat im Rahmen eines Doppelinterviews mit Nina Ruge unter anderem ausführlich über das Thema Geld und seine zum Teil risikobehafteten Anlagestrategien gesprochen. Dieses Thema machte einen nicht unerheblichen Teil des Interviews aus. In diesem Zusammenhang nannte er selbst den Betrag von 10 Millionen Euro. (…) Sämtliche Zitate liegen mit Zustimmung von Pater Anselm als Tonaufzeichnung vor. An dieser Stelle sei auch nochmals betont, dass diese Aussagen innerhalb des Interviews getätigt wurden und nicht danach." Stellungnahme der Redaktion der Bunten

Verluste der Abtei in der Finanzkrise

Anselm Grün, der 36 Jahre lang als Cellerar der wirtschaftliche Leiter der Benediktinerabtei Münsterschwarzach war, soll laut Interview die Millionensumme im Rahmen der Finanzkrise 2008 an der Börse verloren haben. Die Mitbrüder seien "ein wenig unentspannt" mit der Situation gewesen sein, so zitiert die "Bunte" Grün in dem Interview.

Auch Anselm Grün reagiert nochmals

Anselm Grün hingegen bedankte sich ebenfalls am Mittwoch auf Facebook für die positiven Reaktionen auf seinen Widerspruch zu diesem Interview vom Vortag.

"Allen, die auf meinen Beitrag zu der Veröffentlichung in der Bunten und in manchen Zeitungen so positiv reagiert haben, möchte ich für die Unterstützung danken. Das tut gut, so viele Menschen hinter sich zu haben." Anselm Grün auf Facebook

Am Vortag hatte er sich ebenfalls auf Facebook gegen die Aussage gewandt, er habe 10 Millionen Euro an der Börse "verzockt". Daneben hatte er erklärt, dass er auf "keinen Fall" Spenden angelegt habe.

"Spenden für die Mission werden sofort weiter geleitet. Aber für die Zukunft der Abtei ist es eben wichtig, kreativ mit dem Geld umzugehen. So konnten wir die Zukunft der Schule finanziell sichern und den Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz anbieten." Anselm Grün auf Facebook

Bereits 2010 hatte Anselm Grün in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung auf Nachfrage seine größte Fehlspekulation genannt:

"Das waren die argentinischen Staatsanleihen. Die galten als sicher, und dann verloren sie zwei Drittel ihres Wertes. Da habe ich in kürzester Zeit drei Millionen Euro Miese gemacht." Anselm Grün in der Süddeutschen Zeitung

Er habe dies aber mit Russland-Anleihen wieder wett gemacht.

Hintergrund zu Anselm Grün

Der unterfränkische Benediktinerpater ist der wohl der bekannteste Mönch Deutschlands. Seine gut 300 Bücher wurden über 20 Millionen Mal verkauft und in 30 Sprachen übersetzt. Er gilt damit als der meist gelesene Autor geistlicher Bücher. Lange Jahre war er als Cellerar für die Wirtschaftsangelegenheiten der Abtei Münsterschwarzach zuständig.