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Streit um Maßnahmen gegen Motorradlärm | BR24

© picture-alliance/dpa

Motorradauspuffrohre

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    Streit um Maßnahmen gegen Motorradlärm

    Seit Jahren leiden Anwohner in vielen bayerischen Gemeinden unter Motorradlärm. Jetzt will der Bundesrat handeln. So sollen künftig Motorräder über 80 Dezibel nicht mehr zugelassen werden. Bei Motorradfahrern sorgt das für Ärger.

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    Der Bundesrat will Lärmbelästigungen minimieren. Geplant ist unter anderem folgendes: Die Geräusch-Emission neu zugelassener Motorräder soll auf 80 Dezibel begrenzt werden. Die Polizei soll Motorräder bei gravierenden Lärmbelästigungen beschlagnahmen dürfen. Außerdem ist ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen angedacht. Der Bundestag muss noch darüber beraten, Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ist gegen die Beschränkungen.

    Begrenzung auf 80 Dezibel wohl schwierig umzusetzen

    Auch Jürgen Stoffregen vom Lehrstuhl für Kraftfahrzeugtechnik an der TU Dresden, hält wenig von der Begrenzung neu zugelassener Zweiräder auf 80 Dezibel. Seiner Meinung nach ist die Grenze unrealistisch, weil sie zu schnell erreicht würde.

    Pläne zu Sonntags- und Feiertagsfahrverbot sorgen für Ärger

    Nach den Plänen des Bundesrats soll es außerdem künftig keine individuellen Einstellmöglichkeiten am Sounddesign geben, Motorradfahrer sollen nach Rechtsverstößen Fahrtenbücher führen.

    Bei Motorradclubs kommen die geplanten Verschärfungen erwartungsgemäß schlecht an. Die Aschaffenburger "Curve Writer" haben bereits dagegen demonstriert. Vor allem das mögliche Fahrverbot für viele Motorradstrecken an Sonn- und Feiertagen stört sie. Einige Mitglieder sprechen von einer Diskriminierung der Motorradfahrer. Ihrer Meinung nach müssten solche Lärmbeschränkungen dann für alle Fahrzeuge gelten. Manche überlegen sogar, mit dem Motorradfahren aufzuhören, sollten die Pläne wirklich umgesetzt werden.

    In Österreich gelten bereits Fahrverbote

    Seit dem 10. Juni sind in Tirol fünf Strecken für Motorräder über 95 Dezibel Lautstärke verboten. Das Fahrverbot gilt vorerst bis Ende Oktober dieses Jahres. Wer mit einem lauteren Motorrad bei einer Kontrolle erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von 220 Euro rechnen. Außerdem werden die Fahrer laut Tiroler Landesregierung angewiesen, umzukehren.

    Lärmwarntafeln sorgen für leisere Fahrweise

    Noch ist nicht klar, ob die Lärmverschärfungen in Deutschland umgesetzt werden. Schließlich muss der Bundestag noch dazu beraten. Um die Anwohner zu entlasten, setzen manche Gemeinden inzwischen auf Freiwilligkeit. Auf der Ausflugsstrecke zwischen Neukirchen und Sankt Englmar im Bayerischen Wald gibt es seit einiger Zeit Lärmwarntafeln. Dort konnte die Lautstärke um 34 Prozent gesenkt werden.