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Streit um Hobbit-Haus spitzt sich zu | BR24

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"Der Kampf um Mittelerde hat begonnen", sagt Holzkünstler Alois Riederer. Und meint damit sein Hobbit-Haus, das aussieht wie aus einer anderen Welt. Seit Jahren schon liegt er wegen einer Abrissanordnung mit den Behörden im Clinch. Jetzt klagt er.

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Streit um Hobbit-Haus spitzt sich zu

"Der Kampf um Mittelerde hat begonnen", sagt Holzkünstler Alois Riederer. Gemeint ist sein Hobbit-Haus, das aussieht wie aus Tolkiens "Herr der Ringe". Seit Jahren liegt er wegen einer Abrissanordnung mit den Behörden im Clinch. Jetzt klagt er.

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Wie ein riesiger Steinpilz oder ein Objekt aus einer anderen Welt wächst in einem Garten in Hohenthann im Landkreis Landshut ein Gebäude, das mittlerweile selbst im Mittelpunkt einer Geschichte steht. Gebaut hat es der Holzkünstler Alois Riederer - aus Holz und Lehm. Und seit drei Jahren streitet er sich mit den Behörden. Der Grund: Eine Abrissanordnung des Landratsamts.

Behörden sehen im Haus einen Schwarzbau

Für die Behörde ist das Haus, das wie ein Hobbit-Domizil aus der Fantasiewelt "Mittelerde" aus J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe" aussieht, ein Schwarzbau. Es zu betreten, ist verboten. Auch wenn immer wieder Besucher kommen, die es sich aus der Nähe ansehen möchten.

"Man kann reingehen. Die Juristen sagen: Das ist ein Gebäude. Für mich ist das ein Kunstwerk, weil das alles schief ist. So wie die Natur das geformt hat, ist es auch gebaut." Alois Riederer

Materialien aus der Natur

Einen Plan, sagt Riederer, habe er nie gehabt. Auch einen Bauantrag habe er nicht eingereicht. Das Kunstwerk sei einfach über ihn gekommen. Entstanden aus dem, was er in der Natur findet. Bäume, Äste, Lehm. Ein Haus aus der Natur für die die Natur, das sich sogar schon Gäste aus Neuseeland angesehen haben.

"Wir isolieren mit giftigen Stoffen unsere Häsuer. Wer mal mit Lehm gearbeitet hat, der spürt: Lehm entgiftet, Lehm schützt Holz. Lehm nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie wieder ab. Ich möchte einfach an dem Gebäude zeigen, wie genial die Natur ist. Und wir müssen wieder zurück zur Natur. Alle." Alois Riederer

Unterstützung vor Ort

Um sein Lebenswerk zu retten, hat Riederer jetzt nachträglich einen Bauantrag eingereicht. Die Nachbarn haben unterschrieben, die Gemeinde genehmigte ihn für eine private Nutzung des Hobbit Hauses. Doch das Landratsamt lehnte ab und hält an der Abrissanordnung fest. Was den Bauherrn dabei ärgert, ist, dass in der Gegend mit der höchsten Schweinedichte in ganz Deutschland reihenweise riesige Ställe genehmigt wurden und werden, aber für sein Hobbit-Haus kein Platz sein soll.

Klage vor Gericht als nächster Schritt

Vor Gericht klagt er jetzt gegen die Abrissanordnung und gegen die Ablehnung des Bauantrags. Das Landratsamt Landshut erklärt auf BR-Anfrage, man werde sich zu dem laufenden Gerichtsverfahren nicht äußern.

Bei einem Prozess treffen dann zwei Welten aufeinander: Riederers "Mittelerde" und die deutsche Bürokratie.

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Alois Riederer mit dem Schlüssel zu seinem Hobbit-Haus

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Schon von außen ein Unikat - das Hobbit-Haus von Hohenthann

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Das Hobbit-Haus - auch im Inneren ungewöhnlich