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Streit über Grundrente: Besonders Frauen fehlt im Alter das Geld | BR24

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Die Große Koalition streitet seit Wochen über die Grundrente. Diese könnte auch Menschen helfen, die derzeit Grundsicherung bekommen, weil sie sonst nicht genügend Geld im Alter hätten. In Bayern sind davon mehrheitlich Frauen betroffen.

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Streit über Grundrente: Besonders Frauen fehlt im Alter das Geld

Die Große Koalition streitet seit Wochen über die Grundrente. Diese könnte auch Menschen helfen, die derzeit Grundsicherung bekommen, weil sie sonst nicht genügend Geld im Alter hätten. In Bayern sind davon mehrheitlich Frauen betroffen.

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Gabriele Rothmayer hat viele Jahre als Bedienung gearbeitet und dabei gutes Geld verdient, wie sie sagt. Doch dann war für die Deggendorferin aus gesundheitlichen Gründen plötzlich Schluss. Seit mehr als 15 Jahren ist sie deshalb in Rente. Seitdem muss Rothmayer nach Abzug aller Kosten mit 400 Euro im Monat auskommen. "Du kannst nicht sparen, das geht einfach nicht", erzählt sie. Hilfe bekommt sie deshalb vom Verein "LichtBlick Seniorenhilfe e.V.", der Rentner in finanzieller Not unterstützt.

Rothmayer ist eine von rund 41.600 Frauen in Bayern, die 2017 ihre Rente mit Grundsicherung aufstocken mussten, weil sonst das Geld zum Leben nicht reicht. Zum Vergleich: Bei den Männern waren es laut dem Landesamt für Statistik knapp 30.000. Die Zahlen stagnieren seit Jahren auf diesem Niveau.

Trotz Rentenerhöhung nicht mehr Geld auf dem Konto

Manche Empfänger der Grundsicherung könnten von der neuen Grundrente profitieren. Sie würde bei ihnen die aktuelle Kombination aus Rente und Grundsicherung ersetzen, die bislang im Geldbeutel oft mit einer Nullnummer endet, weil beide Teile miteinander verrechnet werden. Rentenerhöhungen laufen so oft ins Leere.

Rothmayer bringt den Frust vieler auf den Punkt: "Ich habe drei Prozent mehr Rente bekommen – und dann wurden mir die drei Prozent wieder von der Grundsicherung abgezogen."

Große Koalition streitet über Grundrente

Für eine Veränderung müsste sich die Große Koalition aber überhaupt auf ein gemeinsames Konzept zur Grundrente verständigen. Bislang streiten beide Seiten vor allem über die Bedürftigkeitsprüfung – die SPD ist dagegen, die Union dafür.

"Wichtig ist, dass wir an dieser Stelle gerecht sind", sagt die bayerische Sozialministerin Kerstin Schreyer (CSU) dem BR. "Wir können nicht pauschal etwas geben, sondern wir müssen denen helfen, die ihre Arbeit gemacht haben und denen das Geld nicht reicht."

Als Gegenvorschlag hat Ministerpräsident Markus Söder deshalb einen eigenen "Rentenschutzschirm für das Alter" präsentiert. Dieser sieht unter anderem einen Freibeitrag für Renten vor, wie ihn sich Gabriele Rothmayer wünscht.

Statt Ruhestand mit 67 Jahren weiter arbeiten

Was die Rentnerin aus Deggendorf erlebt, davor fürchtet sich Eveline Schuler. Die 52-Jährige hatte im Lauf ihres Lebens schon einige Jobs. Jetzt arbeitet sie bei der Volkshochschule München, bis zur Rente sind es noch 15 Jahre. "Da kriege ich schon ein bisschen Angst, weil es später doch zappenduster aussieht", sagt Schuler.

Anders als von früheren Arbeitgebern wird sie von der VHS später eine Betriebsrente bekommen. Etwa 100 Euro dürfte sie damit im Alter zur Verfügung haben, immerhin. Doch eigentlich hätte sie ein solches Angebot schon vor Jahren gebraucht, um ihre Rente weiter aufzubessern.

Eveline Schuler ist sich deshalb sicher: "Ich werde mit 67 wohl noch weiter arbeiten müssen – und ob ich mir München dann leisten kann, das sei dahingestellt."

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Frauen sind im Alter oft von Armut bedroht. Zwar hat deutschlandweit die Armutsgefährdung ab 65 Jahren zugenommen, doch Frauen betrifft das besonders. Warum ist das so? #fragBR24