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Streit um Flutpolder an der Donau im Landkreis Dillingen | BR24

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Weiter abwärts an der Donau sollen drei geplante Flutpolder gestrichen werden, im Landkreis Dillingen dagegen zwei gebaut werden. Nun kam Umweltminister Glauber zum Gespräch.

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Streit um Flutpolder an der Donau im Landkreis Dillingen

Die Landwirte im Landkreis Dillingen sind erbost: Weiter abwärts an der Donau sollen drei geplante Flutpolder auf den Prüfstand, im Landkreis Dillingen dagegen zwei gebaut werden. Nun kam Umweltminister Glauber (Freie Wähler) zum Gespräch.

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Zahlreiche Demonstranten, Landwirte und Grundstückeigentümer erwarteten Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber in Gremheim. Was ihnen beim Hochwasserschutz im Landkreis Dillingen abverlangt würde, sei nicht mehr verhältnismäßig, sagten sie. Im Landkreis Dillingen gibt es bereits einen Fließpolder, zwei weitere große gestaute Flutpolder und andere Hochwasserschutzmaßnahmen sind geplant.

Hochwasserschutz an der Donau nur im Landkreis Dillingen?

Anderswo, etwa in Donauwörth, würden vom Hochwasser gefährdete Gebiete einfach zugebaut werden. Und weiter unterhalb an der Donau, in Bertoldsheim, Wörthhof und Eltheim, stünden die geplanten Flutpolder zur Diskussion. Das ärgert auch Dillingens Landrat Leo Schrell. Er lud daher den Umweltminister in den Landkreis ein.

Flutpolder würden nicht ohne Begründung gestrichen

Beim Gespräch mit Kommunalpolitikern, Behördenvertretern und Vertretern des Bauernverbands versprach Thorsten Glauber eine 100-prozentige Entschädigung der Landwirte, wenn einer der geplanten Polder geflutet werden müsse. Eine Enteignung der Flächen werde es auch nach mehrmaliger Flutung nicht geben. Und die geplanten Retentionsgebiete in Bertoldsheim, Wörthhof und Eltheim würden nicht einfach ohne Begründung gestrichen, sondern einer vertiefenden Untersuchung unterzogen.

Landwirte fürchten um ihre Existenz

Die Landwirte würden sich der Verantwortung für den Hochwasserschutz nicht entziehen, versicherte Eugen Bayer vom Bauernverband. Für einen Fließpolder würden sie ihre Flächen zur Verfügung stellen. Nicht aber für einen gestauten Polder, für den der Bau von Deichen nötig wäre. Die Landwirte fürchten um ihre Existenz, wenn durch den Deichbau für die Polder noch mehr Land verbraucht wird.

Nicht alle Grundstückseigentümer durften in die Halle

Einige der Demonstranten, die den Minister bereits um 19 Uhr empfangen hatten, harrten bis zum Ende der Veranstaltung gegen 22 Uhr draußen vor der Tür aus. Dass einige der Grundstückseigentümer nicht dabei sein durften, obwohl noch Platz in der Halle war, sahen sie als Affront. Laut Landratsamt hatte das Ministerium die Teilnehmerzahl strikt begrenzt.

Flutpolder oder Fließpolder?

Flutpolder sind eingedeichte landwirtschaftliche oder forstwirtschaftliche Flächen, die bei Hochwasser geflutet werden. Bei gesteuerten Flutpoldern kann die Flutung gezielt geschehen, kurz bevor die Hochwasserwelle ihre Spitze erreicht. Später kann das Wasser aus dem Polder wieder in den Fluss geleitet werden. So lassen sich Hochwasserscheitel effektiv reduzieren.

Bei Fließpoldern lässt man das Hochwasser über das Flussufer treten und durch den Auwald und über Felder fließen. Das verlangsamt die Fließgeschwindigkeit, außerdem versickert dabei einiges Wasser im Boden. Das verbliebene Wasser wird einige Kilometer flussabwärts wieder eingeleitet.