Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Streit um Düngeverordnung - Ärger in der Oberpfalz | BR24

Audio nicht mehr verfügbar

Dieses Audio konnte leider nicht geladen werden, da es nicht mehr verfügbar ist.

Weitere Information zur Verweildauer

© BR

Landwirte in der oberpfälzischen Gemeinde Gebenbach sehen sich durch die Auflagen der neuen Düngeverordnung belastet. Sie befürchten höhere Kosten und ein Mehr an Bürokratie.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Streit um Düngeverordnung - Ärger in der Oberpfalz

Landwirte in der oberpfälzischen Gemeinde Gebenbach (Lkr. Amberg-Sulzbach) befürchten Ertragseinbußen durch die Auflagen der neuen Düngeverordnung. Dass ausgerechnet ihre Flächen betroffen sind, wollen sie nicht hinnehmen.

Per Mail sharen
Teilen

Seit einem halben Jahr gilt in Bayern eine neue Düngeverordnung. Hintergrund ist der Schutz des Grundwassers. Zur Umsetzung der Verordnung wurden verschiedene Gebiete eingeteilt. Die Oberpfalz ist zwar weitgehend grünes Gebiet mit Erleichterungen für die Landwirte. Allerdings wurde Gebenbach im Landkreis Amberg-Sulzbach als rotes Gebiet deklariert. Denn an einzelnen Stellen wurde eine erhöhte Nitrat-Belastung im Grundwasser gemessen. Durch strengere Dünge-Regeln fürchten die Landwirte jetzt um ihre Erträge.

Zusätzliche Kosten und Bürokratie befürchtet

Die Gebenbacher Landwirte sehen sich durch drei zusätzliche Auflagen belastet. Zu den Auflagen gehören beispielsweise jährliche Stickstoffuntersuchungen des Bodens. Der Dünger selbst muss auch einmal im Jahr untersucht werden, bevor er ausgefahren wird. Außerdem müssen die Landwirte beim Gülle-Ausbringen mehr Abstand zu den Gewässern halten. Das bedeutet zusätzliche Kosten und zusätzliche Bürokratie.

Landwirte kritisieren vorhandene Messstellen

Warum ausgerechnet ihre Flächen in einem roten Gebiet liegen, wollen die Gebenbacher nicht widerstandslos hinnehmen. Sie kritisieren die Mess-Stellen, an denen die Daten erhoben worden sind. Da sei zum Beispiel eine Deponie dabei, die offenbar undicht sei, oder Mess-Stellen, die nicht mal auf einer landwirtschaftlichen Fläche liegen. Laut den Landwirten sei die Düngeverordnung zwar grundsätzlich richtig. Man habe aber vorhandene Messstellen, die für verschiedenste Zwecke eingerichtet wurden für einen völlig anderen Zweck missbraucht. Wenn man die Sache ehrlich handhaben wolle, müsse man Messstellen direkt an landwirtschaftlichen Nutzflächen einrichten.

Deshalb haben die Landwirte dem Landtagsabgeordneten aus ihrem Stimmkreis - Harald Schwartz von der CSU - einen ganzen Fragenkatalog mitgegeben, den er nun mit bayerischen Landwirtschaftsministerin besprechen will.

"Das ist so ein bisschen ein Schwarzer-Peter-Spiel, was verkannt wird sind an vielen Stellen die Kausalitäten. Da werden Landwirte für Dinge verantwortlich gemacht, die sie gar nicht verursacht haben. Wenn die aber nicht die Verursacher sind, dann macht das keinen Sinn." Harald Schwartz (CSU)

Weitere Verschärfung der Düngeverordnung schon geplant

Die Landwirte wehren sich, auch weil bereits weitergehende Auflagen geplant sind. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner musste sich deshalb gestern dem Protest Tausender Landwirte in Münster stellen. Auch die Gebenbacher Landwirte befürchten, dass sie noch weniger düngen dürfen, wenn weitere Verschärfungen kommen. Das führe zu direkten Einbußen bei den Erträgen. Das könne ein Minus von bis zu 20 Prozent bedeuten, so die Landwirte.

Die bayerische Landwirtschaftsministerin zeigte bereits Verständnis für die Anliegen der Landwirte: Denn sie will zunächst die Wirkung der bereits geltenden Verschärfung abwarten, bevor weitere Auflagen aus Brüssel und Berlin dazu kommen.