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Streit um die Gesundheit – Verdi bestreikt Amazon in Graben | BR24

© picture alliance / dpa / Stefan Puchner

Die Gewerkschaft Verdi fordert von Amazon einen Tarifvertrag, um Regeln zu Arbeitsbedingungen festzuschreiben (Archivbild)

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    Streit um die Gesundheit – Verdi bestreikt Amazon in Graben

    Gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen wirft die Gewerkschaft Verdi dem Versandhändler Amazon vor und hat in Graben erneut zum Streik aufgerufen. Das Unternehmen verweist auf Gesundheitsmanager, kostenloses Obst und weitere Leistungen.

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    Etwa 300 Beschäftigte von Amazon haben sich Angaben der Gewerkschaft Verdi am Morgen an einer Streikversammlung vor dem Standort in Graben bei Augsburg beteiligt. Die Gewerkschaft fordert von Amazon, bessere Arbeitsbedingungen zu schaffen. Anlass für die Aktion sind nach Angaben von Verdi Gesundheitsangebote des Unternehmens. Streikleiterin Sylwia Lech kritisierte, Amazon berate seine Mitarbeiter dazu, wie sie sich in ihrer Freizeit fit halten könnten, doch wegen der niedrigen Löhne seien die Mitarbeiter auf jede Überstunde angewiesen: "Wer hier arbeitet, kommt kaputt nach Hause und fällt tot ins Bett – der hat keine Zeit für Fitness oder Yoga“, sagte Lech dem Bayerischen Rundfunk.

    Verdi will Tarifvertrag zu Arbeitsbedingungen

    Verdi fordert von Amazon, "gesunde und gute Arbeitsbedingungen" über einen Tarifvertrag zu garantieren. In ihrem Streikaufruf beklagte die Gewerkschaft, Aktivitäten wie "Fit für den Winter“ oder ein "Mittwochsapfel“, könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass Arbeitsverhältnisse und Arbeitsprozesse auf maximale Leistung, Gewinn und Profit ausgerichtet seien.

    Amazon: Wir investieren viel in Sicherheit und Gesundheit

    Amazon teilte auf eine Anfrage des Bayerischen Rundfunks zu dem am Dienstagabend begonnen Streik mit: "Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeiter gesund sind und bleiben. Deshalb investieren wir viel in die Sicherheit und Gesundheit." Nach Angaben des Unternehmens gibt es in jedem Logistikzentrum einen Gesundheitsmanager. Amazon verweist außerdem auf Beratungsdienste und weitere Angebote für Auszeiten und medizinische Betreuung. 12.000 Mitarbeiter hätten im vergangenen Jahr an Gesundheitsaktionen teilgenommen und man habe rund 85 Tonnen Obst kostenlos ausgegeben.

    Versandhändler spricht von vergleichsweise hohen Löhnen

    Amazon betonte, man bezahle "am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich ist" und man überprüfe jährlich die Löhne. In Graben beginne ein Mitarbeiter mit einem Lohn von mindestens 11,91 Euro brutto pro Stunde.