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Streit um Artensterben: Landwirte protestieren wieder | BR24

© dpa Picture-Alliance Ute Strait

Schlepperdemo von "Land schafft Verbindung"

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    Streit um Artensterben: Landwirte protestieren wieder

    Die Initiative "Land schafft Verbindung" hat heute bundesweit zu Protesten aufgerufen. Damit wollen sich die Landwirte gegen die Vorwürfe von Politik und Umweltschutzverbänden wenden, sie trügen die Alleinschuld am Artensterben.

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    In Unterfranken soll um 13.00 Uhr an der Geschäftsstelle vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Veitshöchheim und, ebenfalls um 13.00 Uhr, an der SPD-Geschäftsstelle demonstriert werden. Inhaltlich wollen sich die Landwirte mit ihrem Protest gegen die Äußerungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) wenden. Sie habe am Dienstagabend in einem Interview im ZDF der Landwirtschaft die Alleinschuld am Verlust der Artenvielfalt gegeben, weil sie zu viel Dünger und Pestizide auf den Wiesen und Weiden einsetzen würden.

    Rücktritt von Bundesumweltministerin gefordert

    "Land schafft Verbindung" fordert deshalb den Rücktritt von Svenja Schulze. Die Landwirte wollen sich mit dem Protest gegen die angebliche Diffamierung durch die Politik wehren. An die Naturschutzverbände richten die Landwirte die Grundsatzfrage, wie zukünftig die Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Landwirtschaft aussehen soll. Das gegenseitige Vertrauen werde durch die massiven Anschuldigungen immer mehr zerstört, so "Land schafft Verbindung".

    Reaktion aus Berlin

    Auf BR-Anfrage hat sich das Bundesumweltministerium zu den Vorwürfen der Landwirte schriftlich geäußert. Es gebe eine ganze Reihe von Gründen, die für die Rückgänge der Artenvielfalt maßgeblich sind. Neben der Landwirtschaft sind hier beispielsweise der Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Siedlung- und Gewerbegebieten und mit wachsender Bedeutung auch der Klimawandel zu nennen, so das Bundesumweltministerium. Klar sei aber auch, dass der Landwirtschaft, die gut die Hälfte der Landesfläche nutzt, eine besondere Verantwortung für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen zukomme..

    "Jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern – das ist das Wesen der Demokratie. Das gilt natürlich auch für die heutigen Demonstrationen, auch wenn wir die Anliegen weder vom Stil noch vom Inhalt her teilen." Bundesumweltministerium

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