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Streit um angebliches Geheimkonto: Teilerfolg für Strauß-Sohn | BR24

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Max Strauß hat vor Gericht einen Unterlassungsanspruch gegen die Behauptung durchgesetzt, sein Vater, Franz Josef Strauß, habe ein Konto mit 360 Millionen D-Mark hinterlassen. Einen Anspruch auf Entschädigung verwehrte ihm das Landgericht Köln.

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Streit um angebliches Geheimkonto: Teilerfolg für Strauß-Sohn

Hat Franz Josef Strauß seinen Kindern ein prall gefülltes, geheimes Auslandskonto vererbt? Dies behauptet ein Autor in seinem Buch. Strauß-Sohn Max klagte dagegen - und bekam nun teilweise recht. Eine Entschädigung wurde ihm aber nicht zugebilligt.

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Im jahrelangen Rechtsstreit um ein angebliches Geheimkonto des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß hat dessen ältester Sohn Max einen Teilerfolg erzielt.

Das Kölner Landgericht untersagte einem Buchverlag die Aussage, wonach der ehemalige CSU-Chef seinen Kindern ein Konto mit etwa 360 Millionen D-Mark hinterlassen habe (rund 180 Mio. Euro).

Angebliche Beweise stoßen auf Zweifel

Dies hatte der Autor Wilhelm Schlötterer in dem 2009 veröffentlichten Buch "Macht und Missbrauch - Franz Josef Strauß und seine Nachfolger" behauptet. Das Landgericht hatte deshalb bereits 2011 eine Unterlassungserklärung wegen einiger Buchpassagen gegen ihn ausgesprochen. Mit dem neuen Richterspruch untersagte es dem Verlag nun auch, die Aussagen zu wiederholen.

Schlötterer hatte sich stets auf einen Prüfbericht der früheren DG-Bank berufen, der seine Angaben untermauern sollte. Das Gericht hatte jedoch Zweifel an der Echtheit des Dokuments und stufte auch Aussagen früherer Bank-Mitarbeiter als nicht glaubwürdig ein.

Kein "Bedürfnis" für eine Entschädigung

Anspruch auf eine Geldentschädigung habe Max Strauß allerdings nicht, befand die Zivilkammer. Max Strauß hatte gegenüber Schlötterer und dem Verlag eine Geldentschädigung geltend gemacht - mit der Begründung, seine Persönlichkeitsrechte seien verletzt worden.

Das Gericht befand jedoch, dass Strauß spätestens seit 2011 von den strittigen Buchpassagen gewusst und dann ohne triftigen Grund mehr als sechs Jahre abgewartet habe, ehe er erstmals diese Forderung erhob. Deshalb sei nicht davon auszugehen, dass ein "dringendes Bedürfnis" für eine Entschädigung bestehe.