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Bildrechte: Tierheim Nürnberg

Die Beschwerde eines ungarischen Tierhändlers, der 101 Welpen durch Bayern schmuggeln wollte, wurde in Ansbach abgewiesen. Er hatte gegen die Quarantäne der Hunde im Tierheim Nürnberg geklagt. Dort werden sie derzeit aufgepäppelt.

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Streit um 100 geschmuggelte Hundewelpen beschäftigt Gericht

Die Beschwerde eines ungarischen Tierhändlers, der 101 Welpen durch Bayern schmuggeln wollte, wurde in Ansbach abgewiesen. Er hatte gegen die Quarantäne der Hunde im Tierheim Nürnberg geklagt. Dort werden sie derzeit aufgepäppelt.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Anja Bühling

Das Verwaltungsgericht Ansbach wies die Anträge des Züchters aus Ungarn am Donnerstag im Eilverfahren zurück, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Wie es mit den Welpen weitergeht, ist allerdings noch nicht endgültig geklärt.

Falsche Papiere für die Hunde

Die Polizei hatte die Hundebabys Mitte März in einem Transporter mit ungarischen Kennzeichnen entdeckt. Diese sollten den Papieren zufolge in Belgien in den Handel kommen. Nach Angaben des Nürnberger Ordnungsamtes handelte es sich um einen illegalen Transport. Die Altersangaben der Hunde waren demnach alle gefälscht, da diese eigentlich zu jung waren, um aus dem Ausland einreisen zu dürfen.

Ohne Tollwutimpfung, mit Parasiten

Die Hündchen kamen wegen fehlender Impfungen in Tollwut-Quarantäne ins Tierheim. Sie waren in einem schlechten, zum Teil kritischen Zustand. Einer der 101 Welpen ist nach Angaben der Tierheimleiterin inzwischen gestorben. Den anderen gehe es den Umständen entsprechend gut. "Sie leiden immer noch unter Darmparasiten, einige Hunde müssen noch operiert werden", so Schnabel.

Immense Kosten für Pflege der Welpen

Die Unterbringung der Welpen im Tierheim, die Behandlung vom Tierarzt und die Impfungen verursachen nach Angaben des Ordnungsamts hohe Kosten, die das Amt dem Züchter aus Ungarn oder den Empfängern in Belgien gerne in Rechnung stellen würde. Schon Ende April hatte sich das Tierheim an die Öffentlichkeit gewandt und bat um Spenden. Damals hatten allein die ersten vier Wochen der Pflege der Welpen das Tierheim rund 110.000 Euro gekostet.

Gericht muss auch über Verbleib der Welpen entscheiden

Ordnungsamtsleiter Robert Pollack erhofft sich in Hinblick auf die Übernahme der Kosten eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Ansbach: "Wir sind sehr gespannt, wie das Gericht das sieht. Die Rechtsmaterie ist aber sehr kompliziert." Damit wird sich das Verwaltungsgericht der Sprecherin zufolge erst im Hauptverfahren befassen. Auch über den endgültigen Verbleib der jungen Hunde habe das Gericht noch nicht entschieden. Ob diese nach Ende der Quarantäne an den Eigentümer herausgegeben werden müssen, ist damit offen.

Aktuell können die Behörden diesem nur Verstöße gegen die vorgeschriebene Tollwut-Impfung nachweisen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen möglicher tierschutzrechtlicher Verstöße. Die Ermittlungen seien jedoch umfangreich und liefen noch, sagte Polizeisprecher Wolfgang Prehl.

Tierheim am Rand der Belastbarkeit

Schon kurz nachdem das Tierheim die Welpen in seine Obhut genommen hatte, konnte es sich vor Anrufern, die ein Tier nehmen wollten, kaum retten. Gleichzeitig kamen zahlreiche Sach- und Geldspenden für die Pflege der Tiere im Tierheim an. Die Tierheimpfleger und -pflegerinnen mussten sich rund um die Uhr um die Tiere kümmern und waren zum Teil am Rande der Belastbarkeit.

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