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Corona-Mutationen: Streikende Schüler üben weiter Kritik | BR24

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Ioana Atanasoaie mit dem Schreiben an das Kultusministerium

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    Corona-Mutationen: Streikende Schüler üben weiter Kritik

    Die streikenden Schülerinnen und Schüler an Nürnberger Gymnasien und Oberschulen üben weiter Kritik am Wechselunterricht. Der Wechselunterricht sei die mit Abstand schlechteste Lösung, heißt es in einem neuen Schreiben an das Kultusministerium.

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    Von
    • Oliver Tubenauer

    Schüler von Abschlussklassen von mehreren Nürnberger Schulen haben auch am Mittwoch wieder gestreikt. Angesichts der neu aufgetretenen Corona-Mutationen bringe der für die Abschlussjahrgänge eingeführte Wechselunterricht eine erhöhte Infektionsgefahr für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und deren Familien.

    Zudem sei dieses Unterrichtsmodell wesentlich ineffektiver, während der Distanzunterricht mittlerweile sehr gut verlaufen sei, heißt es in einem Schreiben, das Jahrgangsstufensprecher von zwölf Nürnberger Schulen und die Bildungsgewerkschaft GEW unterzeichnet haben.

    Nur mäßiges Vertrauen in Piazolos Schnelltest-Pläne

    Die Ankündigung von Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler), auf die Schüler zuzugehen, bezeichnete eine der Sprecherinnen, Ioana Atanasoaie, als erfreulich – allerdings ohne konkrete Hoffnungen damit zu verbinden. "Es zeigt uns zumindest, dass er uns wahr- und einigermaßen ernstnimmt", sagte die Abiturientin am Hans-Sachs-Gymnasium.

    Vorsichtig beurteilt sie dagegen Piazolos Ankündigung, Corona-Schnelltests in den Schulen einzuführen: "Es ist noch unklar, ob die Tests freiwillig oder verpflichtend sind und wie oft sie durchgeführt werden sollen", so Atanasoaie. Es sei ein Schritt in die richtige Richtung, wenn die Tests auch verlässlich und regelmäßig seien.

    Ende des Schulstreiks ist offen

    Ob der Schulstreik, der sich auf den Präsenzteil des Wechselunterrichts beschränkt, weitergeführt wird, ließ Atanasoaie offen. Einerseits sollte er am 3. Februar enden. Andererseits gibt es aber offenbar immer mehr Schüler, die sich daran beteiligen wollen.

    Das Problem sei, dass die Schulleitungen irgendwann mit Konsequenzen drohen müssten, weil es auch Druck aus dem Kultusministerium geben könne. "Deswegen können wir es nicht verantworten, dass die Schüler da weiter mitmachen und wir dann praktisch dafür verantwortlich sind", sagte Ioana Atanasoaie dem BR.

    Klammheimliche Unterstützung der Lehrer?

    Seitens der Lehrer an den einzelnen Schulen gebe es aber viel Verständnis. "Sie müssen als Beamte natürlich dafür sorgen, dass wir die Schulpflicht wieder wahrnehmen. Aber man spürt schon, dass sie insgeheim hinter uns stehen. Das dürfen sie aber nicht kommunizieren", so die Schülerin.

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