Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Streik "Maria 2.0": Reaktionen der ostbayerischen Bistümer | BR24

© BR24

Die katholische Kirche braucht weibliche Priester. Andernfalls habe sie keine Zukunft. Das ist die Botschaft von "Maria 2.0". Die Bewegung fordert Gleichberechtigung für katholische Frauen und ruft zum Kirchenstreik auf.

Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Streik "Maria 2.0": Reaktionen der ostbayerischen Bistümer

Seit fast einer Woche demonstrieren katholischen Frauen in vielen Gemeinden in ganz Deutschland unter dem Motto "Maria 2.0". Die Bewegung fordert Gleichberechtigung für Frauen in der Kirche. In Ostbayern wird der Streik kontrovers diskutiert.

Per Mail sharen
Teilen

Die katholische Kirche brauche weibliche Priester, andernfalls habe sie keine Zukunft. Das ist die Botschaft von "Maria 2.0". Die Bewegung fordert Gleichberechtigung für katholische Frauen und ruft seit fast einer Woche zum Kirchenstreik auf. Tausende katholischen Frauen in vielen Gemeinden Deutschlands machen mit.

Bistum Regensburg: Christus hat bewusst Männer gewählt

In ostbayerischen Bistümern wird die Protest-Bewegung unterschiedlich aufgenommen: Das Bistum Regensburg verweist auf die Aussagen von Bischof Rudolf Voderholzer vom vergangenen Wochenende, der die Forderungen der Initiative ablehnte.

"Es führt uns keinen Millimeter weiter, wenn wir uns die Geschichte der Kirche zurechtbasteln, um uns dann am Ende etwa ein Frauenpriestertum zu genehmigen." Rudolf Voderholzer, Bischof im Bistum Regensburg

Voderholzer sagte am Wochenende an der Hochschule Papst Benedikt XVI. in Heiligenkreuz, Christus habe "sehr bewusst mit Blick auf die innere Logik des priesterlichen Dienstes" einen Kreis von Männern gewählt und ihnen die apostolischen Vollmachten übertragen.

Bistum Eichstätt: Frauen ausdrücklich erwünscht

Im Bistum Eichstätt leisten Frauen im Haupt- und Ehrenamt einen entscheidenden Beitrag zur Verkündigung des Glaubens, so ein Sprecher. Auch auf der obersten Leitungsebene möchte Bischof Gregor Maria Hanke Frauen verstärkt in Verantwortung bringen. Aktuell sind drei Hauptabteilungen des Bischöflichen Ordinariates mit Frauen besetzt. Als Ordinariatsrätinnen haben diese Sitz und Stimme in der Ordinariatskonferenz und somit unmittelbar mit Bischof und Generalvikar Verantwortung für die Grundvollzüge des kirchlichen Lebens auf Ebene des Bistums. Der Posten einer Amtschefin bzw. eines Amtschefs an der Spitze der Verwaltung des Bischöflichen Ordinariats ist im Gespräch. Die Besetzung sollte idealerweise mit einer Frau erfolgen.

Bistum Passau: Es besteht Diskussionsbedarf

Im Bistum Passau nimmt Bischof Stefan Oster die Streikinitiative "Maria 2.0" ernst. Der Passauer Diözesanverband des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) überlässt es hier den Zweigverbänden, sich am Streik zu beteiligen und eigene Aktionen zu organisieren. Angebote und Aktivitäten in den Gemeinden sind davon bislang unberührt und dem Bistum nicht bekannt.

Bei den konkreten Forderungen von "Maria 2.0" verweist Bischof Oster an den Papst: "Die Frage nach der Möglichkeit einer Diakoninnenweihe liegt derzeit bei Papst Franziskus. Zuletzt hat er signalisiert, dass diese Frage offenbar für ihn nicht entscheidungsreif ist oder aber auch nicht anders entschieden werden kann, als es bisher praktiziert wird. Ich bin gespannt." Die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen habe Papst Johannes Paul II. auch für die Zukunft verneint und zwar mit dem Anspruch größtmöglicher Verbindlichkeit, so Oster weiter.

"Ich sehe nun tatsächlich eine große Herausforderung darin, den Einsatz und die vielen Kompetenzen der gläubigen Frauen in all ihren Möglichkeiten noch wirkungsvoller einfließen zu lassen ins Leben der Kirche - und dabei gleichzeitig deutlich zu machen, dass die Unmöglichkeit der Priesterweihe für Frauen nicht einfach Geringschätzung von Frauen oder Machterhalt der Männer als Ursache haben, sondern wichtige theologische Gründe, die es wert sind, erneut und ausführlich diskutiert zu werden." Stefan Oster, Bischof im Bistum Passau

Streik dauert noch bis Samstag

Mit "Maria 2.0" protestieren Frauen gegen die männerdominierte Kirche und wollen Reformen anstoßen. Die Bewegung tritt unter anderem für den Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche, die Aufhebung des Pflichtzölibats und eine umfassende Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Priester ein. Bis zum 18. Mai wollen die Streikenden keine Kirche betreten und auch keine ehrenamtlichen Dienste verrichten.