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Straubinger Schimpanse "Lutz" lebt jetzt in Ljubljana | BR24

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Thomas Frey

Ein Schimpanse sitzt in einem Zoo auf einem Baumstamm

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    Straubinger Schimpanse "Lutz" lebt jetzt in Ljubljana

    Der Tierpark in Straubing hält keine Schimpansen mehr. Der letzte verbliebene Primat ist in den Zoo von Ljubljana in Slowenien umgesiedelt worden. Nach Umbau des alten Geheges sollen künftig Weißwangen-Gibbons in Straubing gehalten werden.

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    Von
    • Christian Riedl
    • BR24 Redaktion

    Der Straubinger Zoo hat nun endgültig die Haltung von Schimpansen aufgegeben. Tiergartenleiter Wolfgang Peter bestätigte dem BR, dass der Primat "Lutz" inzwischen in den Tierpark in Ljubljana in Slowenien gebracht worden ist. Dort werde der Schimpanse langsam an seine neue Umgebung und seine Artgenossen gewöhnt.

    Künftig sollen Weißwangen-Gibbons gehalten werden

    Bisher sei alles hervorragend gelaufen, so Peter. Die jetzt frei gewordene Anlage im Straubinger Tiergarten werde in den kommenden Monaten umgebaut. Dort sollen künftig Weißwangen-Gibbons (Nomascus leucogenys) gehalten werden. Eine Art, die in freier Wildbahn als extrem bedroht gilt.

    Der Straubinger Tiergarten wurde in den vergangenen Monaten wiederholt kritisiert, weil "Lutz" nach dem Tod seines Artgenossen "Alfons" im vergangenen Jahr allein in dem niederbayerischen Zoo leben musste. Tierparkchef Peter erklärt dazu, dass bereits vor rund drei Jahren die Suche nach einer neuen Heimat für "Lutz" angelaufen war. Damals wurde klar, dass sein Artgenosse "Alfons" aufgrund einer Erkrankung nicht mehr lange leben würde. Für die Umsiedlung eines Schimpansen müssten aber viele Faktoren zusammenpassen, so Peter. Einer derartige Aktion werde vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) koordiniert, die Zoos selbst hätten darauf wenig Einfluss.

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    Bildrechte: picture alliance/dpa/Frank Rumpenhorst

    Weißwangen-Gibbons im Zoo in Frankfurt am Main

    Schimpanse "Lutz" ist vor Kurzem nach Ljubljana gebracht worden. Bei der rund fünfstündigen Fahrt wurde er von einem vertrauten Tierpfleger begleitet, der danach eine weitere Woche bei dem Schimpansen geblieben ist. In seinem neuen Gehege hat "Lutz" jetzt Zeit, sich zunächst alleine an die neue Umgebung zu gewöhnen. Die ersten Kontakte mit der dortigen Schimpansen-Gruppe seien vielversprechend, so Peter. "Lutz" verhalte sich sehr gut. Man werde weiter mit dem Tierpark in der slowenischen Hauptstadt in Verbindung bleiben.

    Leerstehende Anlage wird umgebaut

    Die jetzt leerstehende Schimpansen-Anlage in Straubing samt Insel sei sehr gut für Gibbons geeignet, so Peter. Dafür müsste aber noch eine Seil-Hangelmöglichkeit aufgebaut werden. Die Arbeiten sollen bis zum Sommer abgeschlossen sein. Wann die auch in Zoos selten gehaltenen Weißwangen-Gibbons einziehen, ist noch unklar. Auch die Haltung dieser Tiere werde vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm koordiniert, so Peter. Der Tierpark Straubing könne diese Primaten nicht einfach "kaufen".

    Weißwangen-Gibbons fallen akustisch durch ihren Paar-Gesang auf. Optisch sind Weibchen und Männchen leicht zu unterscheiden. Die bis zu sechs Kilo schweren Männchen sind schwarz und fallen mit weiß-gefärbten Wangenfeldern auf. Weibchen sind mit bis zu sieben Kilo etwas schwerer und haben ein gelb-oranges Fell. An ihrem Kopf fällt ein schwarzer Schopf auf.

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