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Straubinger Pilotprojekt "Telenotarzt" für ganz Bayern | BR24

© pa/dpa/Stefan Sauer

Ein Telenotarzt sitzt in der Integrierten Rettungsleitstelle vor mehreren Bildschirmen

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Straubinger Pilotprojekt "Telenotarzt" für ganz Bayern

Nach der eineinhalbjährigen Pilotphase des Projekts "Telenotarzt" in Straubing wird die Telemedizin bayernweit eingeführt. Das hat das Bayerische Kabinett beschlossen. Der Telenotarzt wird bei Einsätzen per Video zugeschaltet.

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Passiert ein Unfall, sind oft die Sanitäter schneller am Einsatzort, als der Notarzt. Um die Zeit zu überbrücken, bekommen die Rettungsassistenten Hilfe vom sogenannten Telenotarzt. Der sitzt in der Integrierten Leitstelle vor mehreren Monitoren und kann per Videoübertragung den Patienten sehen. Nachdem die eineinhalbjährige Testphase in Straubing sehr erfolgreich gelaufen ist, soll der Telenotarzt jetzt schrittweise in ganz Bayern eingeführt werden, teilt die Bayerische Staatsregierung mit.

Zoomen, überwachen, Leben retten

Der Telenotarzt hat zum Beispiel die Möglichkeit, an die Wunde des Patienten heranzuzoomen. Auf verschiedenen Monitoren sieht er Pulsschlag und Blutdruck. Außerdem darf der Telenotarzt die Sanitäter beauftragen, dem Patienten lebenswichtige Medikamente zu geben, die sonst eigentlich nur ein Arzt verabreichen dürfte. Für die Videozuschaltung wird das Einverständnis des Patienten benötigt. Mit der bayernweiten Einführung verbessere die Staatsregierung das hohe Niveau der notfallmedizinischen Versorgung in Bayern weiter, heißt es.

Über 900 Telenotarzt-Einsätze in Straubing

In Straubing gibt es bislang 21 telemedizinisch ausgestattete Rettungswagen. Sie haben in rund 900 Notfällen innerhalb eines Jahres helfen können. Finanziert wird das Projekt von Rentenversicherungen, Krankenkassen, und Berufsgenossenschaften. Die dazu nötigen Regeln werden in einer Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes festgelegt.

Ärztemangel auf dem Land

Anstoß für das Projekt "Telenotarzt" war nicht zuletzt der Ärztemangel. Vor allem in ländlichen Gebieten gibt es stetig weniger Ärzte und Krankenhäuser. Daher werden die Anfahrtswege für Notfallmediziner immer länger, was lebensbedrohlich für Notfallpatienten sein kann. Straubing war perfekt als Test-Region: Die Stadt befindet sich am Rande des Bayerischen Waldes und damit in einer sehr ländlich geprägten Region, einschließlich schlechter Netzabdeckung.