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Corona und Schule

Straubing: Rund 200 Schausteller wollen Weihnachtsmärkte retten | BR24

© BR/Sarah Beham

Die ostbayerischen Schausteller befürchten weitere Absagen der Weihnachtsmärkte und fühlen sich ungerecht behandelt. Nun haben sie ein Hygienekonzept erarbeitet.

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Straubing: Rund 200 Schausteller wollen Weihnachtsmärkte retten

In vielen Städten Ostbayerns steht bereits fest, dass es in diesem Jahr keine Weihnachtsmärkte geben wird. Das ist ein Problem für die Schausteller: Ihnen fehlen auch schon die Einnahmen aus den Volksfesten. In Straubing formiert sich nun Widerstand.

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Rund 200 Schausteller aus Ostbayern haben sich unter dem Motto "Rettet die Weihnachtsmärkte" zusammengeschlossen. Sie wollen für die Weihnachtsmärkte kämpfen - dafür haben sie sich in einem Straubinger Wirtshaus getroffen und sich juristischen Rat geholt.

Schausteller wollen sich Gehör verschaffen

Die Schausteller hatten auch Kommunal-, Landtags- und Bundestagspolitiker hierzu eingeladen und wollten sich Gehör verschaffen. Denn: Einige Städte haben bereits jetzt wegen der Corona-Pandemie die Weihnachtsmärkte abgesagt, wie beispielsweise Deggendorf. Die Schausteller machten deutlich: Wenn die Christikindlmärkte abgesagt werden, seien Existenzen bedroht.

Ein ganzes Jahr ohne Einkommen

Ein ganzes Jahr müssten sie ohne Einkommen auskommen - bereits alle Volksfeste wurden abgesagt. Und auch nächstes Jahr sei unsicher. Dennoch würden Fixkosten wie Versicherungen und Mieten weiter bezahlt werden müssen. Günter Haimerl, Vorsitzender vom Schaustellerverband Ostbayern: "Wir verbrauchen sämtliche Reserven und haben keinen Weitblick - es ist ja nächstes Jahr auch noch so."

Hygienekonzept mit Einweggeschirr

Deutlich wurde auch: Weihnachtsmärkte mit Besucherbeschränkungen und ohne Glühweinausschank "das brauchen wir nicht".

"Weihnachtsmärkte ohne Glühwein ist wie ein Tannenbaum ohne Christbaumschmuck." Günter Haimerl, Vorsitzender vom Schaustellerverband Ostbayern

Die Schausteller haben ein Hygienekonzept entwickelt, das unter anderem vorsieht, Einwegtassen und Einweggeschirr zu verwenden.

Unfaire Behandlung?

Die Schausteller fühlen sich unfair behandelt: Gaststätten, Biergärten und Freizeitparks dürften öffnen - sie aber nicht, da Veranstaltungen abgesagt werden. "Uns muss die Möglichkeit gegeben werden, dass wir Geld verdienen", so Haimerl. Wie Haimerl sagt, wurden bereits verschiedene Klagen eingereicht und derzeit noch geprüft.

Immer wieder demonstrieren Schausteller im ganzen Land, die nächste große Demonstration wird in Saarbrücken stattfinden. Am 2. Juli wurde in Berlin demonstriert.

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