Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Strafbefehl wegen Kirchenasyl: Schweigemarsch in Kempten | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

In Kempten soll heute mit einem Schweigemarsch gegen einen Strafbefehl gegen einen Pfarrer aus Immenstadt demonstriert werden. Er soll eine Geldstrafe zahlen, weil er einem Afghanen Kirchenasyl gewährt hat.

1
Per Mail sharen
Teilen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Strafbefehl wegen Kirchenasyl: Schweigemarsch in Kempten

Ein Immenstädter Pfarrer hatte einem Afghanen ein Jahr lang Kirchenasyl gewährt - wofür er zu einer Geldstrafe verurteilt wurde. Dagegen soll nun in Kempten mit einem Schweigemarsch demonstriert werden.

1
Per Mail sharen
Teilen

Mit einem Schweigemarsch wollen Pfarrer, Kirchenvorstände und Mitarbeiter der evangelischen Kirche in Kempten gegen den Strafbefehl für einen Immenstädter Pfarrer protestieren. Das Sonthofener Amtsgericht hat gegen den geistlichen 4.000 Euro Geldstrafe verhängt, weil er einem Afghanen ein Jahr lang Kirchenasyl gewährt hatte.

"Kirchenasyl ist Bitte an den Staat"

"Wir wollen mit dem Schweigemarsch noch einmal klar stellen, dass es sich beim Kirchenasyl nur um eine Bitte an den Staat handelt, einen Fall noch einmal nach menschlichen Gesichtspunkten zu prüfen", sagt Pfarrerin Jutta Martin vom evangelischen Dekanat in Kempten. Mit Transparenten wollen Pfarrerinnen und Pfarrer aus der Region gemeinsam mit Kirchenvorständen und Mitarbeitern der Pfarreien durch die Kemptener Innenstadt ziehen. Die Veranstalter rechnen mit rund 100 Teilnehmern bei dem Schweigemarsch.

Warum das Gericht den Pfarrer verurteilt hat

Vergangene Woche hatte das Amtsgericht Sonthofen den Strafbefehl wegen "Beihilfe zum unerlaubten Aufenthalt" gegen den Immenstädter Pfarrer Ulrich Gampert verhängt. Dieser will Einspruch erheben, um gerichtlich prüfen zu lassen, ob es sich beim Kirchenasyl wirklich um eine Straftat handelt.

Ermittlungen wegen Kirchenasyl

Schon mehrfach hatten Staatsanwaltschaften in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Kirchenasyl gegen Pfarrer ermittelt. Die Ermittlungen waren bisher aber immer eingestellt worden. Warum im Fall des Immenstädter Pfarrers nun ein Strafbefehl bei Gericht beantragt wurde, wollte der Sprecher der Kemptener Staatsanwaltschaft, Ferdinand Siebert, auf Anfrage nicht weiter kommentieren. "Wir haben den Sachverhalt geprüft und festgestellt, dass strafbares Verhalten vorliegt. Die Rechtslage möchte ich nicht weiter erörtern", so Siebert gegenüber dem BR. Die Staatsanwaltschaft wolle nun ein mögliches Hauptverfahren abwarten.