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Auf dem Hohen Schloss in Füssen soll es bald wieder Störche geben – Kletterer installieren Bleche, damit die Regenrinnen nicht verstopfen

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Storchennest auf dem Hohen Schloss in Füssen

Über Füssen im Allgäu thront das Hohe Schloss, eine mittelalterliche Burganlage. Seit diesem Monat gibt es dort nach langer Zeit wieder ein Storchennest. Bevor es bezogen werden kann, müssen aber noch Kletterer auf das Dach.

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Von
  • Veronika Scheidl
  • Christine Kellermann

Endlich wieder ein Storchennest auf dem Hohen Schloss in Füssen, einer der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Bayerns. Doch bevor das Wagenrad hoch oben bezogen werden kann, müssen professionelle Kletterer in schwindelerregender Höhe Schutzbleche auf den Dächern anbringen. Eine Herausforderung für die Industriekletterer. Sie müssen auf scharfe Kanten und Ecken aufpassen – denn diese könnten die Sicherungsseile zum Reißen bringen.

Bleche zum Schutz von Regenrinne und Schlosswand

Unten, vom Schlosshof aus, blickt Peter Griegel vom Landesbund für Vogelschutz sorgenvoll zum Dach. Nevös macht ihn die Frage, ob die Schutzbleche wirklich zur Regenrinne passen. "Wenn die Störche ihr Nest aufbauen, dann fällt denen natürlich jedes zweite Mal ein Ästle oder irgendetwas hinunter, und das muss aufgefangen werden, weil das sonst den Ablauf verschmutzt. Und es wäre eine Katastrophe, wenn hier an der Wand, an den schönen Malereien, das Wasser runterläuft", erklärt Griegel, warum der große Aufwand sein muss.

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Jahrhunderte lang gab es Störche auf dem Hohen Schloss in Füssen. Bald sollen sie dort wieder ein Nest beziehen können. Industriekletterer waren jetzt für Vorbereitungen auf dem Schlossdach.

Lange Storchen-Tradition auf dem Hohen Schloss

Jahrhundertelang residierten Störche auf dem Storchenturm, 1922 wurde dort das letzte Wagenrad angebracht. Es zerfiel im Laufe der Zeit und die Störche blieben aus. Vogelschützer Griegel hofft nun, dass das neue Wagenrad die Störche wieder anlockt.

Weißer Kalk soll Störche anlocken

Unterhalb des Storchennests haben die Kletterer weißen Kalk auf den Ziegeln angebracht, das sieht Vogelkot täuschend ähnlich und soll ein weiteres Anlockmittel für die Störche sein. Der Kalk täuscht vor, dass dort schon Störche gelebt hätten. Für nachfolgende Störche ist es ein gutes Zeichen für einen sicheren Nistplatz. Allerdings wird sich erst im kommenden Frühjahr zur neuen Brutsaison zeigen, ob sich die mühevolle Arbeit gelohnt hat.

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