BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Stinktiere im Haus: "Das riecht dann wie Cannabis" | BR24

© BR
Bildrechte: BR

Stinktiere sind Gourmets: Molly, Rudi und Faye.

Per Mail sharen

    Stinktiere im Haus: "Das riecht dann wie Cannabis"

    Sven Haben weiß, wovon er spricht: Stinktiere machen ihrem Namen alle Ehre. Er wohnt mit Molly, Rudi und Faye, drei Stinktieren, im oberbayerischen Alpenvorland zusammen. Doch ihre Haltung ist nicht nur wegen des Geruchs eine Herausforderung.

    Per Mail sharen
    Von
    • Nina Rieger

    Als Molly, Rudi und Faye zu Sven Haben kamen, waren ihre Stinkdrüsen bereits entfernt. Sven hatte auf den Geruch also keinen Einfluss. Eigentlich ist das in Deutschland nämlich nur aus medizinischen Gründen erlaubt. 

    Stinktier-Haltung ist anspruchsvoll

    Sich also in den eigenen vier Wänden ein Stinktier zu halten, birgt gewisse Risiken. Bekommt das Stinktier nämlich Angst, dann legt es los. Und das riecht nicht nur penetrant nach Cannabis, es beißt auch höllisch in Augen und Rachen. Und nicht nur das: "Dann hält man es vier Wochen nicht mehr in der Wohnung aus und muss dementsprechend die Wohnung räumen", sagt Sven Haben. Und das natürlich mitsamt den Stinktieren. Denn auch die halten ihren eigenen Gestank kaum aus.

    So liebt der gebürtige Ostfriese zwar seine drei Stinktiere sehr, er weiß aber auch, wieviel Arbeit sie machen. Schon bei der Fütterung geht es los. Einfach eine Dose aufmachen, reicht nicht. "Das sind richtige Gourmets", weiß Haben. "Das ist auch das Problem."Denn wenn das Futter jeden Tag gleich sei, hätten die Tiere irgendwann keine Lust mehr darauf und würden es irgendwann liegen lassen.

    Frühstück am Abend: Stinktiere sind nachtaktiv 

    Die Mahlzeiten sollten reichlich und abwechslungsreich sein: So mögen sie zum Beispiel Gouda, Ziegenkäse und Joghurt, Obst und Gemüse. Aber auch da bevorzugt jedes seiner drei Tiere etwas Anderes. "Der eine mag keine Gurken, der andere keinen Broccoli, der andere keinen Blumenkohl. Aber jeder steht auf Trauben und Paprika", erklärt Haben die Vorlieben von Molly, Rudi und Faye. Jeden zweiten Tag gibt es Hühnchen, Eintagsküken, Mehlwürmer oder Heuschrecken. Denn Stinktiere sind Raubtiere und brauchen Proteine. Aber das ist noch nicht alles.

    Stinktiere wollen beschäftigt werden

    "Man bindet sich die Lebensdauer eines Stinktieres, nämlich acht bis zwölf Jahre, ein dreijähriges Kind ans Bein", erklärt Haben. Denn Stinktiere seien nicht nur sehr intelligent, sondern auch sehr neugierig. Deshalb hat er in seiner Wohnung jede Menge Kindersicherungen angebracht, damit die drei nicht alles öffnen und ausräumen können.

    Im Sommer bekommen sie ein mit Wasser gefülltes Kinderplanschbecken, in das im Winter Bälle und Leckereien kommen. Wo genau dieses kleine Stinktierparadies am oberbayerischen Alpenrand liegt, möchte Sven Haben lieber nicht preisgeben. Es standen schon wildfremde Leute vor seiner Tür, die sich die Stinktiere gerne einmal ansehen wollten.

    Stinktier-Halter sollten gerne putzen

    Gerade jetzt in Zeiten von Lockdown und Homeoffice denken viele Menschen darüber nach, sich ein Haustier anzuschaffen. Und manch einer bevorzugt vielleicht einen Exoten gegenüber Hunden, Katzen oder Hamstern. Denn neben der Gefahr des Stinkens und dem Anspruch auf Delikatessen, fordern Stinktiere noch einen weiteren Service ihrer Besitzer ein: "Sehr viel putzen", weiß Haben aus eigener Erfahrung. "Nach jedem Essen, denn die schmieren gerne mit dem Essen rum. Ab und zu machen die auch mal nicht dahin, wo sie sollen. Und das Problem ist, wenn sie trotzig sind, zeigen sie das auch gerne, indem sie irgendwohin machen, wo man es auf jeden Fall sieht. Und das ist dann nicht so angenehm."

    © BR
    Bildrechte: BR

    Sven Haben mit Stinktier Molly.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!