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Symbolbild Schlachtabfälle

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    Stinkende Schlachtabfälle: Buttenwiesener Betrieb muss handeln

    Anwohner hatten wegen stinkender Brühe und Verwesungsgeruch geklagt. Nun muss der Rohstoffhandel im schwäbischen Buttenwiesen reagieren. Für die Entsorgung der Abfälle muss er nun einige Auflagen erfüllen.

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    Von
    • Susanne Kredo
    • Beate Mangold

    "Wir Anwohner müssen diese Scheiße ausbaden und die Stimmung wird hier jeden Tag explosiver!" Der Streit um stinkende Schlachtabfälle hat in Buttenwiesen hohe Wellen geschlagen. Nun entschied das Augsburger Verwaltungsgericht: Der Betreiber des Buttenwiesener Rohstoffhandels muss den Auflagen des Landratsamts zum Umgang mit Schlachtabfällen folgen.

    Was der Betreiber nun machen muss

    Zuvor hatten sich die Beteiligten geeinigt und der Kläger die Anordnungen akzeptiert. Nach Beschwerden der Nachbarn, die wegen Geruchsbelästigung bereits einmal die Polizei gerufen hatten, hatte das Landratsamt verlangt, dass die Abfälle ausschließlich in geschlossenen Gebäuden verladen werden, nicht im Freien und nicht in offenen Behältern. In einem zweiten Verfahren wurde bestimmt, dass alle drei Verlade-Tore des Betriebs immer geschlossen bleiben müssen.

    Anwohner beklagen chaotische Zustände

    Anwohner, die auf die Berichterstattung zum Verfahren reagierten, berichten von Verwesungsgeruch und chaotischen Zuständen am Wochenende. Es würden Lkw und Container gewaschen, Schlachtabfälle verstopften Ablauf und Kanal und im Betriebshof stehe ein See eklig stinkender Brühe. Die Anwohner werfen den Behörden wegen der Zustände Versagen vor.

    Betreiber hat laut Landratsamt für Besserung gesorgt

    Das Landratsamt des Landkreises Dillingen und auch die Gemeinde Buttenwiesen betonen aber, dass in den letzten Jahren viel getan wurde, um die Situation zu verbessern, auch von Seiten des Betriebs. Dieser habe bereits eine Reihe von Verbesserungsmaßnahmen durchgeführt, zum Beispiel wurde laut Landratsamt der Hof des Rohstoffhandels asphaltiert.

    Betrieb wurde immer wieder kontrolliert

    Auch die Auflagen des Landratsamtes seien von dem Betrieb erfüllt worden. Der Betrieb sei in den letzten Jahren immer wieder auch unangekündigt durch das Landratsamt und die Regierung von Schwaben kontrolliert worden. Beanstandungen habe es dabei nicht gegeben, so das Landratsamt. Auch bei den Kontrollen durch die Polizei, die teilweise von den Anwohnern gerufen worden war, seien nie strafrechtlich relevante Verstöße festgestellt worden. Auch der Betreiber des Rohstoffhandels bezeichnet die Vorwürfe der Anwohner deshalb in einem Schreiben seines Anwalts als "nicht zutreffend".

    Lösung der Situation in Sicht

    Das Landratsamt, die Gemeinde Buttenwiesen und der Betreiber des Rohstoffhandels sind laut eigener Aussage an einer Lösung des Streits interessiert. Kurzfristig hat das Landratsamt deshalb von der Firma ein Sachverständigengutachten eingefordert, das die Frage beantworten soll, inwieweit die Geruchsemmissionen zum Beispiel durch eine Änderung der Betriebsabläufe verringert werden könne.

    Langfristig plant der Betreiber des Rohstoffhandels aber ohnehin, in ein Gewerbegebiet in Buttenwiesen umzuziehen. Die Genehmigungen für den Neubau dort liegen laut Landratsamt und Gemeinde bereits vor. Auch in dem Schreiben des Anwalts des Betreibers heißt es, dieser strebe "kurzfristig die Betriebsverlagerung in einen dann sowohl logistisch als auch abwicklungstechnisch deutlich besseren Standort" an.

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