BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Stichwahlen in Unterfranken: Hier wird noch einmal gewählt | BR24

© BR

Stichwahlen in Unterfranken: Hier wird noch einmal gewählt

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Stichwahlen in Unterfranken: Hier wird noch einmal gewählt

Das Corona-Virus stellt bisherige Abläufe auf den Kopf, auch bei der kommenden Stichwahl am Sonntag. Sie findet als reine Briefwahl statt, was viele Herausforderungen mit sich bringt. Wir haben aktuelle Informationen für Unterfranken zusammengefasst.

Per Mail sharen

An verschiedenen Orten in Unterfranken geht die Kommunalwahl in eine zweite Runde: Am kommenden Sonntag, den 29. März, finden Stichwahlen statt. Aus Sicherheitsgründen wird die Wahl als reine Briefwahl stattfinden, was Politik, Wahlämter und Wähler gleichzeitig vor besondere Herausforderungen stellt.

Stichwahl: Alle Informationen und Ergebnisse finden Sie hier.

Gesetzesänderung wegen Corona

Um die Briefwahl auch unter den verschärften Bedingungen in der Corona-Zeit rechtssicher zu machen, beschloss der Landtag eine Ergänzung im entsprechenden Gesetz. Bürger können demnach ihre Wahlbriefe noch bis Samstag, 28. März, 18 Uhr in jeden beliebigen bayerischen Postkasten werfen. Am Samstag Abend würden alle Briefkästen in Bayern noch einmal geleert und die Briefe dann bis Sonntagabend rechtzeitig zugestellt, so Innenminster Herrmann (CSU).

Die unterfränkischen Wahlleiter stehen derzeit vor extremen Herausforderungen. Besonders für die Landratswahlen in den Kreisen Main-Spessart und Würzburg gilt es jeweils mehr als 100.000 Wahlberechtigte mit Briefwahlunterlagen zu versorgen.

Wahlamt Main-Spessart arbeitet auf Hochtouren

Nach Auskunft des Landratsamts Main-Spessart, mit rund 102.200 Stimmberechtigten, arbeiten die Mitarbeiter dort auf Hochtouren. Ziel sei es, bis Mittwoch alle Stimmberechtigten mit Briefwahlunterlagen zu versorgen. Diese müssen dann rechtzeitig mit der Post geschickt oder bis Sonntag 18 Uhr in die Briefkästen der jeweiligen Rathäuser oder Verwaltungen gesteckt werden. Sollte jemand keine Wahlunterlagen bekommen oder sonstige Fragen haben, könne man sich an die zuständigen Stadt- und Gemeindeverwaltungen oder ihre Verwaltungsgemeinschaften wenden.

Im Landkreis Main-Spessart geht Sabine Sitter (CSU) gegen Christoph Vogel (FW) in die Stichwahl.

Stichwahl im Landkreis Würzburg – ein logistischer Kraftakt

Ähnlich ist die Lage im Landratsamt Würzburg. Mit 131.109 Stimmberechtigten ist die Briefwahl hier eine große logistische Herausforderung. Dennoch sollte nach einer Umfrage bei den Kommunen im Landkreis jeder bis Mittwoch, 25. März, seine Unterlagen bekommen haben. Auch hier sollten sich Wahlberechtigte, die keine Unterlagen bekommen haben, an ihre Gemeindeverwaltungen wenden.

Die Auszählung findet nach aktuellem Stand wie geplant am Stichwahlsonntag ab 18 Uhr statt. Erste Ergebnisse werden dort gegen 19 Uhr erwartet. Sollten in einzelnen Gemeinden ehrenamtliche Wahlhelfer ausfallen, kann der Wahlvorstand Mitarbeiter der Gemeinden einsetzen. Im Landkreis Würzburg geht es um die Nachfolge von Eberhard Nuß (CSU). Er war seit 2008 Landrat und tritt aus Altersgründen nicht mehr an. Wer sein Nachfolger wird, entscheidet die Stichwahl zwischen Thomas Eberth (CSU) und Karen Heußner (Grüne).

Sonderschicht im Wahlamt Kitzingen

In Kitzingen treten Stefan Güntner (CSU) und Manfred Paul (SPD) zur Stichwahl an. Die rund 16.700 Briefwahlunterlagen für die OB-Wahl wurden bereits verschickt. Wahlberechtigten haben die Möglichkeit, ihre Briefwahl-Unterlagen rechtzeitig bis Sonntag per Post an die Stadt Kitzingen zurückzuschicken, um 18 Uhr im Rathaus abzugeben oder dort in den Briefkasten zu werfen. Sollten Bürgerinnen und Bürger keine Briefwahlunterladen erhalten haben, können sie diese beim Einwohnermeldeamt unter der Nummer 09321/20 3300 anfordern.

Karlstadt: Abholen der Wahlunterlagen nach Anmeldung möglich

Auch Karlstadt hat die Briefwahlunterlagen bereits versendet. Die rund 11.700 Wahlberechtigten sollten trotzdem kontrollieren, ob sie die Stimmzettel erhalten haben. Falls nicht, können sie diese nach telefonischer Anmeldung am Rathaus abholen und sich vorher an das Wahlamt wenden 09353/7902-34. Auch eine persönliche Abgabe des Stimmzettels ist im Briefkasten der Stadt Karlstadt möglich.

Die Öffnungszeiten wurden nach Auskunft der Wahlleiterin erweitert: Freitag bis 15 Uhr und auch am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr sei die Behörde geöffnet. Dort stünden auch sogenannte Wahlzellen bereit. Räume, in denen man in Ausnahmefällen direkt vor Ort und mit dem gebotenen Abstand, unbeobachtet seine Stimme abgeben kann. Telefonische Rückfragen sind auch unter der Nummer 09353/79020 möglich. Die Auszählung der Stimmen läuft planmäßig am Sonntag Abend, ausschließlich mit städtischen Mitarbeitern. Michael Hombach (CSU) und Stefan Rümmer (SPD) gehen in Karlstadt in die Stichwahl. Mit dem Ergebnis rechnet die Wahlleiterin gegen 20 Uhr.

Große Einpack-Aktion im Wahlamt Ochsenfurt

Die Stadt Ochsenfurt hat bereits am vergangenen Freitag mit nach einer großen Einpack-Aktion mit allen verfügbaren Mitarbeitern die 9.026 Wahlunterlagen zur Post gebracht. Sollte jemand seine Unterlagen nicht bekommen, gibt es auch hier eine Hotline: 09331/9722. Im Bedarfsfall können fehlende Unterlagen dann bis Samstag, 12 Uhr abgeholt werden. Der sicherste Weg, um gültig zu wählen, ist nach Auskunft der Stadt Ochsenfurt der persönlichen Einwurf der Wahlbriefe in den Briefkasten am Rathaus. Stimmen, die nach Sonntag, 18 Uhr eintreffen können nicht gezählt werden und sind ungültig. Ausgezählt wird in den acht Briefwahlbezirken mit eigenen Mitarbeitern, maximal fünf pro Bezirk, um die Gesundheit nicht zu gefährden. Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl wird am Sonntag gegen 19.30 Uhr erwartet. Zur Stichwahl in Ochsenfurt stellen sich Peter Juks (UWG) und Rosa Behon (CSU).

Aschaffenburg verschiebt Auszählung

© BR Fernsehen

Auch in Aschaffenburg soll am Sonntag per Briefwahl der Nachfolger von Klaus Herzog entschieden werden. Doch viele WählerInnen haben bislang noch gar keine Briefwahlunterlagen bekommen. Droht jetzt ein Wahlchaos?

Die Oberbürgermeister-Stichwahl in Aschaffenburg findet zwischen Jürgen Herzing (SPD) und Jessica Euler (CSU) statt. Auch die Stadt Aschaffenburg wurde von der reinen Briefwahl für die mehr als 53.000 Stimmberechtigen überrascht – konnte die Unterlagen aber noch rechtzeitig nachbestellen. Mitarbeiter der Verwaltung hätten in den letzten Tagen alles per Hand kuvertiert, so der Wahlleiter. Bis spätestens Freitag, den 27. März sollen alle Wahlberechtigten ihre Unterlagen haben. Wer in Aschaffenburg keine Wahlunterlagen in der Post hatte, kann sich auch am Wochenende unter der Telefonnummer 06021/330 12 20 bei der Stadt melden und sich die Unterlagen selbst an der Theaterkasse abholen. Diese ist am Samstag von 10 Uhr bis 16 Uhr und am Sonntag von 8 Uhr bis 15 Uhr besetzt.

Das Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf das Auszählen der Briefwahl: In allen Wahllokalen sind nur Mitarbeiter der Kommunen im Einsatz, zum Beispiel aus den Rathäusern, vom Bauhof oder der Feuerwehr – keine externen Wahlhelfer. So wollen die Verantwortlichen eine Ansteckung vermeiden. Außerdem gelten Hygienemaßnahmen, wie Abstand halten oder Hände waschen. Die Stadt Aschaffenburg hatte schon vergangene Woche darüber informiert, dass das Auszählen dort erst am Montag, 30. März, startet und frühestens gegen Mittag mit einem Ergebnis zu rechnen ist.

Suche nach Wahlhelfern in Miltenberg

Die Stadt Miltenberg hatte Probleme, die nötigen Formulare und Umschläge zu bekommen. Die Stadt habe sich im Vorfeld der Kommunalwahl etwa 4.000 Briefwahlunterlagen schicken lassen. Nun seien aber mehr als 7.000 nötig, sagte der Wahlleiter dem Bayerischen Rundfunk. Bis Mittwoch sollten die Unterlagen spätestens bei den Wählern sein. Die Stadt ist in den eigenen Reihen noch auf der Suche nach Wahlhelfern. Die Situation sei schwierig und es würden immer wieder Leute absagen, so der Wahlleiter.

Cornelius Faust (parteilos) und Bernd Kahlert (CSU) stehen in Miltenberg zur Stichwahl. Die Stadt will das Wahlergebnis noch am Wahlabend bekannt geben. Aber das Auszählen werde deutlich länger dauern.

Wahlunterlagen aus dem Nachbarort für Goldbach

Goldbach im Landkreis Aschaffenburg konnte auf die Wahlunterlagen von anderen Gemeinden wie Alzenau zurückgreifen, die selbst keine Stichwahl haben. Dort seien die Unterlagen größtenteils schon verteilt. Vereinzelt seien noch Unterlagen mit der Post unterwegs, so eine Sprecherin aus dem Rathaus. Die Wähler können die Unterlagen bis spätestens Sonntag, 18 Uhr, in den Rathäusern in die Briefkästen werfen. Persönlich abgegeben werden können sie wegen der Ansteckungsgefahr nicht. In Goldbach sind es nach aktuellem Stand beispielsweise 42 Wahlhelfer in sechs Wahllokalen. Dort soll noch am selben Abend ausgezählt werden. Die Stichwahl entscheidet zwischen Oliver Binz (CSU) und Sandra Rußmann (FWG).

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!