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Stichwahlen: CSU Schwaben sieht Licht und Schatten | BR24

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Eva Weber (CSU) äußert sich nach ihrem Wahlsieg zu ihrer Rolle als erste Frau an der Augsburger Rathausspitze.

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Stichwahlen: CSU Schwaben sieht Licht und Schatten

Ein klarer Wahlsieg in Augsburg, eine überraschende Niederlage im Oberallgäu: Die schwäbische CSU zieht eine gemischte Bilanz der zweiten Kommunalwahl-Runde. Und die SPD in Schwabens größter Stadt leckt ihre Wunden.

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Die Stichwahlen am Sonntag waren für die CSU mit "Höhen und Tiefen" verbunden – so lautet das Fazit des schwäbischen CSU-Chefs Markus Ferber. Natürlich sei die Wahl seiner Parteifreundin Eva Weber zur Augsburger Oberbürgermeisterin ein "tolles Ereignis, das uns sehr gefreut hat", sagte Ferber am Montag dem BR. Allerdings sei es "schmerzlich, dass wir im Oberallgäu nach vielen Jahren nicht mehr den Landrat stellen können", wenngleich es ein sehr knappes Ergebnis gewesen sei, "und dass wir im Unterallgäu bei der Landratswahl quasi chancenlos abgeschnitten haben."

Ferber: "Schwaben fest in bürgerlicher Hand"

Erfreulich sei hingegen, dass die CSU in Bobingen, Bad Wörishofen, Marktoberdorf, Füssen, Buchloe, Mering und Gablingen erfolgreich gewesen sei. "Wir sind stark aus den Kommunalwahlen hervorgegangen", betont Ferber. Die CSU sei in Schwaben die prägende Kraft gewesen, die Grünen hätten nicht punkten können: Fast alle Stichwahlen hätten CSU und Freie Wählergruppen unter sich ausgemacht. "Insofern ist Schwaben fest in bürgerlicher Hand", so Ferber.

SPD-Kandidat: "Mehr war dieses Mal wohl nicht drin"

Die Augsburger SPD reagierte zurückhaltend auf das Stichwahlergebnis. Der unterlegene OB-Kandidat Dirk Wurm ist nach eigenen Worten der "festen Überzeugung, dass wir einen guten Wahlkampf geführt haben und auch ich persönlich viel Zuspruch von den Augsburger*innen bekommen habe". Dennoch räumt er ein: "Mehr war dieses Mal wohl nicht drin." Jetzt wolle er nach vorne schauen und sich weiter in die Kommunalpolitik einbringen.

Grüne in Augsburg zufrieden mit Abschneiden bei Kommunalwahl

Die Grünen sprechen nach der Kommunalwahl von einem "tollen Erfolg". OB-Kandidatin Martina Wild hatte es zwar nicht in die Stichwahl geschafft, ist aber mit dem Wahlausgang insgesamt nach eigenen Worten "sehr zufrieden". Die Grünen hätten ihr Ergebnis bei der OB-Wahl im Vergleich zur Wahl zuvor verdreifacht, und ihre Stadtratsfraktion sei nun doppelt so groß.

Unterlegene OB-Kandidatin der Grünen gratuliert Eva Weber

Außerdem gratulierte die Grünen-Politikerin der siegreichen OB-Kandidatin Weber zu deren Erfolg: "Es freut mich sehr, dass Augsburg nun das erste Mal von einer Frau regiert wird - auch wenn nicht ich die erste Oberbürgermeisterin geworden bin." Mit den beginnenden Gesprächen über eine künftige Zusammenarbeit im Rathaus lägen indes spannende Tage vor ihr, so Wild. Die Grünen wollten Augsburg mitgestalten und ihre Inhalte umsetzen.

Bundestrend war diesmal wohl kein Genosse

Mit Blick auf die schwabenweiten Ergebnisse zieht die SPD eine gemischte Bilanz. Das machte der Augsburger Landtagsabgeordnete Harald Güller deutlich. Man dürfe sich nichts vormachen: Die bundesweiten Verluste der SPD wirkten auch auf kommunaler Ebene nach. Eine "Entkoppelung" der Ergebnisse in den Kommunen vom Bundestrend der SPD sei nur in einigen wenigen Bereichen gelungen, so Güller.

SPD verweist auf Erfolge in Günzburg und Aichach

Gerade bei den Bürgermeisterwahlen habe sich aber auch gezeigt, dass die SPD nach wie vor absolute Mehrheiten gewinnen kann. Das ist nach Güllers Worten sowohl erfahrenen Kandidaten als auch Neueinsteigern gelungen: "Ob Günzburg mit Gerhard Jauernig, Aichach mit Klaus Habermann, Friedberg mit Roland Eichmann oder Thomas Heydecker in Oettingen und Thomas Reicherzer in Wittislingen – es war nach meinem Eindruck ganz, ganz wichtig, dass die Kandidaten vor Ort glaubwürdig und persönlich nahbar sind."

Künftige Landrätin im Oberallgäu überrascht vom Wahlergebnis

Im Oberallgäu konnte die siegreiche Kandidatin der Freien Wähler ihr Glück zunächst kaum fassen. Indra Baier-Müller sagte dem BR, das Ergebnis habe sie überrascht. In der ersten Runde hatte ja noch Alfons Hörmann von der CSU klar vorn gelegen, in der zweiten Runde konnte Baier-Müller das Ergebnis aber zu ihren Gunsten drehen. Hörmann gratulierte seiner Kontrahentin zum Wahlerfolg. Im Internet schrieb der CSU-Politiker und Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, er wünsche ihr viel Erfolg und Freude in der neuen Aufgabe an der Spitze des Landkreises.