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Stichwahl in Ansbach: Dritte Amtszeit für Carda Seidel? | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Ansbachs Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) muss gegen CSU-Herausforderer Thomas Deffner in die Stichwahl

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    Stichwahl in Ansbach: Dritte Amtszeit für Carda Seidel?

    Wie vor sechs Jahren muss die amtierende Oberbürgermeisterin Carda Seidel (parteilos) gegen Thomas Deffner (CSU) zur Stichwahl antreten. Zur Stichwahl kommt es auch um das Amt des Landrats im Landkreis Ansbach.

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    Déjà-vu in Ansbach bei den diesjährigen Kommunalwahlen: Wie schon 2014 muss die aktuelle parteilose Oberbürgermeisterin der Stadt Ansbach, Carda Seidel gegen den CSU-Bürgermeister Thomas Deffner antreten. Und auch im Landkreis Ansbach kommt es zur Stichwahl um den Landrats-Posten: Nur knapp verfehlte Landrat Jürgen Ludwig (CSU) die absolute Mehrheit – er tritt am Sonntag gegen Jürgen Seifert (Freie Wähler) an.

    In Ansbach: Deffner vorne

    Anders als vor sechs Jahren liegt nach der Auszählung vom 15. März in Ansbach Thomas Deffner vorne. 2014 hieß es noch: knapp 41 Prozent für Seidel und gut 25 Prozent für Deffner. Nach der Stichwahl gewann die amtierende Oberbürgermeisterin mit 60 Prozent. Das Blatt hat sich bei der Neuauflage 2020 geändert: 31,4 Prozent für Seidel und 36,1 Prozent für den Herausforderer, der damit aktuell mehr Wähler von sich überzeugte. Die Wahlbeteiligung lag dieses Mal bei 51,2 Prozent.

    Bekommt Carda Seidel ihre dritte Amtszeit?

    Seit 2008 ist Carda Seidel Ansbacher Rathauschefin. Vor zwölf Jahren setzte sie sich in einer Stichwahl gegen den damals amtierenden OB Ralf Ferber durch. Am Sonntag entscheidet sich, ob die 55-Jährige in ihrer dritten Stichwahl erneut als Siegerin hervorgeht und ihre dritte Amtszeit antreten kann. Als parteilose Oberbürgermeisterin tritt Carda Seidel für die ÖDP und die Bürgerinitiative Ansbacher Parteiloser e.V. (BAP) an. Ihre Ziele bei einer Wiederwahl: Die Stadt soll in Zukunft familienfreundlicher werden. Sie will mehr Kinderbetreuungsplätze schaffen, aber auch in die Digitalisierung investieren. Ansbach soll mit einem digitalen Gründerzentrum und einem neuen digitalen Campus für die Hochschule zum digitalen Zentrum der Region werden. Mit dem Ausbau von Radwegen und des ÖPNV soll außerdem der Klima- und Umweltschutz vorangetrieben werden.

    Herausforderer Thomas Deffner

    Thomas Deffner ist ebenfalls seit 2008 im Amt als Bürgermeister von Ansbach. 2018 hat der CSU-Politiker in dieser Position für einen längeren Zeitraum Carda Seidel als OB vertreten. Daran möchte er nun anknüpfen. Der 53-jährige Ansbacher setzt sich für die Stadtentwicklung ein. In diesem Zusammenhang will er mit verkaufsbereiten Grundstückseigentümern ins Gespräch kommen, um sozialen Wohnungsbau sowie den Bau von Einfamilienhäusern möglich zu machen. Auch er macht sich für den Klimaschutz stark. Außerdem will Deffner die Stadt als überregionales Einkaufszentrum attraktiv halten. Für das Klinikum Ansbach will der studierte Verwaltungsfachwirt den Weggang von Pflegekräften und Ärzten stoppen und in einen engen Kontakt mit Vorstand und Personal treten.

    Andere OB-Kandidaten unterstützen Deffner

    Die Ansbacher Oberbürgermeisterkandidaten Elke Homm-Vogel (Freie Wähler), Hans-Jürgen Eff (Die Ansbacher) und Rüdiger Silberer (FDP) haben sich in den letzten Tagen direkt für Deffner und damit gegen die amtierende Rathauschefin Seidel ausgesprochen. SPD-Oberbürgermeisterkandidatin und Drittplatzierte Kathrin Pollack gab gemeinsam mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Martin Porzner lediglich bekannt, dass Ansbach einen Neuanfang brauche. Alle genannten Parteien sind gegen ein "Weiter so" und wollen neue Ideen und Ansätze für die Stadt. Ein Wandel würde sich aus Sicht der Parteien gut auf das Miteinander zwischen Stadtspitze und Stadtrat auswirken.

    Landratswahl: fast wiedergewählt

    Nur 1,2 Prozent fehlten dem amtierenden Landrat Jürgen Ludwig (CSU) für die absolute Mehrheit (48,2 Prozent) und damit für eine Wiederwahl als Landrat des Landkreises Ansbach. Der Dinkelsbühler tritt nun am Sonntag gegen Jürgen Seifert (Freie Wähler) an, der auf 23,7 Prozent der Stimmen kam. In 55 Städten und Gemeinden konnte Ludwig die Wähler überzeugen, in nur drei lag sein Gegner beim ersten Wahldurchgang vorne. An der Wahl beteiligten sich 63,3 Prozent der Bürger im Landkreis Ansbach.

    Grüner Kandidat auf drittem Platz

    Dritter wurde der Grünen-Kandidat Philipp Hörber mit 11,3 Prozent. Eine Wahlempfehlung geben die Ansbacher Grünen nicht. Sie hoffen lediglich, dass beide Kandidaten ihre Klima- und Umweltschutzthemen realisieren und nicht nur im Wahlkampf versprechen.

    Ludwig gegen Seifert

    Als amtierender Landrat will er sich für seine Bürger in den Bereichen Arbeitsplätze, Gesundheitsversorgung, Verkehr und Klimaschutz einsetzten. Auch sein Gegner Jürgen Seifert spricht sich für den Ausbau erneuerbarer Energien aus. Außerdem möchte er mehr in Dialog mit Landwirten treten und sich für fairen Handel von Lebensmitteln aus der Region stark machen.

    Höhere Wahlbeteiligung mit Briefwahl?

    Wegen der Corona-Pandemie erhält jeder Wahlberechtigte seine Wahlunterlagen direkt per Post. Somit wird auch die Gruppe Bürger direkt angesprochen, die sich im ersten Wahldurchgang enthalten hat. Gerade in Ansbach könnte es daher sehr spannend werden, wer es letztendlich Rathauschefin oder –chef wird.

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