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Sterben die Brennereien jetzt aus? | BR24

© Christoph Scheule / BR

Schnapsglas

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Sterben die Brennereien jetzt aus?

In diesen Tagen startet die Obstbrand-Brenn-Saison im Landkreis Lindau. Über 500 sogenannte Kleinbrennereien gibt es in der bayerischen Bodenseeregion. Vielen droht das Aus, wenn auf Druck der EU 2017 das Staatliche Branntweinmonopol fällt.

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Wohl über 200 der Kleinbrennereien könnte es treffen. Sie haben meist ererbte uralte Brennrechte und die Erlaubnis, pro Jahr bis zu 300 Liter reinen Alkohol zu brennen.

"Bisher konnten wir die Steuer beim Staat in Naturalien bezahlen, sprich mit Alkoholausschuss, der sich nicht zum Trinken eignet. Das fällt dann weg und wir müssen mit Geld bezahlen." Jürgen Spieler, Sprecher der Kleinbrenner Lindau

Brennerei im alten Kuhstall

Der Staat hat für den "Abfallschnaps", den er dann an die Industrie weiterverkauft hat, weitaus mehr bezahlt, als auf dem freien Markt zu erzielen ist. Dies geißelte die EU als versteckte Subvention und ist ab 2017 verboten.

"Wer dann nicht einen guten Abverkauf ab Hof hat, für den lohnt sich das Brennen nicht mehr und ich schätze, die Hälfte wird aufhören", sagt Spieler, der seine kleine Brennerei aufwendig in den früheren Milchkuhstall auf seinem historischen Bauernhof bei Heimenkirch gebaut hat und schon heute "Edelbrand-Events" mit Führung, Verkostung, Verpflegung und natürlich Verkauf anbietet.

"Bieten Qualität und Handwerk"

Da es bisher bei den Brennrechten Bedingung war, dass auch entsprechende Obstanbauflächen bewirtschaftet werden müssen, sieht Spieler auch die Gefahr "des Sterbens einer Kulturlandschaft". Wer nicht mehr brenne, könnte dann nämlich auch die Obstbäume abholzen, um Fläche für Grünland oder anderes zu haben.

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Ins Glas mit dem Schnaps

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Geruchsprobe

© Christoph Scheule / BR

Ausgezeichnete Brennerei