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Stellenabbau bei Continental: IG Metall ruft zu Protest auf | BR24

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Der Autozulieferer Continental will in Regensburg 2.100 Stellen abbauen. Die Gewerkschaft IG Metall ruft deshalb die Mitarbeiter des Unternehmens zu einem Protest auf. Ein Autokorso soll vom Werk zur ehemaligen "Continental-Arena" ziehen.

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Stellenabbau bei Continental: IG Metall ruft zu Protest auf

Der Autozulieferer Continental will in Regensburg 2.100 Stellen abbauen. Die Gewerkschaft IG Metall ruft deshalb die Mitarbeiter des Unternehmens zu einem Protest auf. Ein Autokorso soll vom Werk zur ehemaligen "Continental-Arena" ziehen.

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Die IG Metall ruft für den heutigen Donnerstag die Beschäftigten von Continental zu einem Autokorso durch Regensburg auf, um für den Erhalt der rund 2.100 Arbeitsplätze in der Stadt zu demonstrieren. Rund 100 Autos werden dazu von dem Continental-Werk im Regensburger Osten in Richtung Jahnstadion fahren. Dort findet gegen 15.30 Uhr dann eine Abschlusskundgebung statt, bei der maximal 250 Fahrzeuge teilnehmen dürfen, so die Auflage der Stadt.

Rund ein Viertel der Belegschaft betroffen

Grund für die Protestaktion ist der angekündigte Wegfall von deutschlandweit 13.000 Arbeitsplätzen bei Continental. In Regensburg sitzen gleich zwei Unternehmen, die zu Continental gehören und nun von Stellenabbau bedroht sind: Bei Continental Automotive werden wohl 1.550 Stellen verändert oder gestrichen werden. Ein Großteil davon sind an- beziehungsweise umgelernte Mitarbeiter in der Produktion.

Bei Vitesco Technologies dürfte es 550 Mitarbeiter aus dem Bereich Entwicklung treffen. Bei insgesamt rund 8.000 Mitarbeitern in Regensburg sind damit rund ein Viertel von den Umstrukturierungsplänen betroffen. Unter anderem wird daher auch Regensburgs Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) sprechen, um für den Erhalt der Arbeitsplätze beim zweitgrößten Arbeitgeber der Stadt zu werben.

IG Metall: Beschäftigung soll gesichert werden

Die IG Metall fordert von Continental eine Standort- und Beschäftigungssicherheit. Dafür sei die Gewerkschaft auch bereit, über arbeitsplatzerhaltende Maßnahmen wie Lohnverzicht oder Arbeitszeitverkürzung nachzudenken. "Continental will nach Jahren mit glänzenden Gewinnen offensichtlich die Corona-Krise ausnutzen, um Renditeziele zu optimieren," sagt Johann Horn, Bezirksleiter der IG Metall Bayern. "Die IG Metall hat sich erfolgreich für ein verlängertes Kurzarbeitergeld stark gemacht, wovon auch Continental profitiert. Der Konzern ist jetzt in der Pflicht, im Gegenzug Beschäftigung zu sichern. Wir erwarten, dass Continental gemeinsam mit der IG Metall Zukunftsperspektiven für die Standorte und Beschäftigten sucht.“

Kundgebung an der ehemaligen "Continental-Arena"

Der Ort des Protests ist bewusst gewählt: Bis Ende 2019 hatte das Jahnstadion den Namen "Continental-Arena" getragen. Weil die Kosten für die Namensrechte von einer halben Million Euro pro Jahr zu teuer waren, hatte der bereits zu diesem Zeitpunkt finanziell angeschlagene Autozulieferer den Vertrag mit der Stadt gekündigt. Nun soll auf dem Parkplatz des Stadions die Abschlusskundgebung stattfinden.

Verkehrsbehinderungen erwartet

Laut Polizei müssen wegen des Autokorsos teils vielbefahrene Straßen kurzzeitig gesperrt werden, unter anderem die Landshuter Straße und Furtmayrstraße. Der Autokorso in Regensburg ist Teil einer bundesweiten Protestaktion gegen Continental: Auch an den Standorten in Ingolstadt und im hessischen Babenhausen soll es am Donnerstag einen Autokorso geben. In Ingolstadt, wo bei Continental Temic rund 200 Stellen bedroht sind, soll der Autokorso auch an dem Audi-Werk vorbeiführen.

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