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Stellenabbau bei Automobilzulieferer SMIA in Michelau | BR24

© BR / Beate Wiesent

Automobilzulieferer SMIA aus Michelau im Landkreis Lichtenfels baut 100 ab

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    Stellenabbau bei Automobilzulieferer SMIA in Michelau

    Der Automobilzulieferer SMIA aus Michelau im Landkreis Lichtenfels baut 100 seiner 1.800 Arbeitsplätze ab. Der Hauptgrund: Weniger Aufträge von Autoherstellern und der Dieselskandal.

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    Der Automobilzulieferer SMIA (Samvardhana Motherson Innovative Autosystems) aus Michelau im Landkreis Lichtenfels muss 100 der 1.800 Arbeitsplätze abbauen. 40 weitere Stellen fallen durch die übliche Fluktuation weg – und dadurch, dass Mitarbeiter in Rente gehen. Das sagte Peter Leipold, der Vorsitzende des Betriebsrats, auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. Als Hauptgrund nannte Leipold, dass die Aufträge von Automobilunternehmen deutlich zurückgegangen seien. Auch der Dieselskandal spiele eine große Rolle.

    "Modelle wie der Golf 8 kommen erst später auf den Markt und Projekte verzögern sich. Deshalb verkaufen wir auch weniger Teile." Peter Leipold, Betriebsratsvorsitzender SMIA

    Aufbau einer Transfergesellschaft

    Der Stellenabbau soll sozialverträglich ablaufen. Laut Betriebsrat wird es einen Sozialplan geben. Die Mitarbeiter können zwischen einer Abfindung und dem Übergang in eine Transfergesellschaft wählen. Außerdem will das Unternehmen den Mitarbeitern Jobs an anderen Standorten anbieten, etwa in Sachsen oder im Ausland. Vom Stellenabbau betroffen sind Mitarbeiter, die nicht in der Produktion arbeiten – sondern beispielsweise in der Entwicklung, Qualitätssicherung, Logistik oder beim Prototypenbau.

    "Kein Sterben auf Raten"

    Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie stehe dennoch hinter dem Abbau von Arbeitsplätzen, so Franz Peter Sichler vom Landesbezirk Bayern. "Wenn auch für uns als Gewerkschaft jede einzelne Kündigung schmerzt, stehen wir hinter der Maßnahme. Der Auftragsrückgang, der zur Zeit alle Automobilzulieferer trifft, war mit Kurzarbeit nicht mehr aufzufangen", so Sichler. Der Personalabbau sei für den Standort Michelau kein Sterben auf Raten. Die Entlassenen seien qualifizierte Arbeitnehmer und hätten die Möglichkeit, an anderen Standorten des Unternehmens zu arbeiten, so Sichler weiter.

    Zweitgrößter Arbeitgeber im Landkreis Lichtenfels

    SMIA stellt vor allem Kunststoffteile für Autos her, beispielsweise Plastikverkleidungen für den Innenraum, Spoiler oder Einstiegsleisten. SMIA arbeitet u.a. für Audi, BMW, MAN, Porsche oder VW. Die Firma ist nach Baur der zweitgrößte Arbeitgeber im Landkreis Lichtenfels. SMIA ist der Nachfolger von "Scherer und Trier", die 2015 Insolvenz angemeldet hatte. Danach hatte der indische Konzern Samvardhana Motherson die Firma gekauft und alle Mitarbeiter übernommen.

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    Autor
    • Christiane Scherm
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