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Steinmetze kehren wieder auf den Regensburger Dom zurück | BR24

© BR/Anne-Lena Schug

Die Regensburger Dombauhütte von innen.

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Steinmetze kehren wieder auf den Regensburger Dom zurück

Nach Ostern werden die Steinmetze der Dombauhütte Regensburg wieder auf dem Dom in rund 70 Metern Höhe arbeiten. Sie verschönern ihn dabei nicht nur, sondern sorgen auch für die Sicherheit der Besucher.

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In den kommenden Tagen werden die Steinmetze der Dombauhütte Regensburg nicht nur in ihrer Werkstatt neben dem Dom, sondern auch wieder hoch oben an den Domtürmen arbeiten. Voraussetzung für die Arbeit auf fast 70 Metern Höhe ist, dass es keinen Frost mehr gibt. Sonst wäre die Arbeit zu unsicher. Abschnittsweise wird der Dom vom 15-köpfigen Steinmetz-Team saniert. Sind Steine verwittert oder beschädigt, werden sie ausgetauscht. Die Pläne der Fialen, Statuen oder Figuren werden von Hand gezeichnet. Dann wird das Originalstück aus einem neuen Kalksteinblock nachgebildet. Je nach Werkstück kann diese Arbeit eine Woche dauern oder sogar ein halbes Jahr.

"Es ist wichtig, dass wir die Original-Handschrift wiederherstellen. Das ist ganz wichtig, dass es so wieder aussieht und das schafft man nur mit ähnlichen oder gleichen Werkzeugen wie im Mittelalter." Benjamin Klein, Steinmetz

Eigene, mittelalterliche Schmiede für Spezialwerkzeug

Damit die Steine authentisch aussehen und sich die Ausbesserungen optisch gut einfügen, brauchen die Handwerker Spezialwerkzeuge. Die werden nebenan in der eigenen Schmiede hergestellt. Im Baumarkt gibt es solche Werkzeuge nicht. Auch sie werden nach dem gleichen Verfahren wie früher hergestellt. Durch die eigene Schmiede können die Meißel zum Beispiel besonders spitz geformt werden. Zweimal im Jahr wird von Christian Pilz geschmiedet.

"Das macht einen schon stolz, wenn man mit den Kindern am Dom vorbeigeht und ein Stück von sich sieht. Dann sagt mal schon 'schaut mal, Kinder, das hab ich gemacht'. Und man weiß ja auch, dass das Stück die nächsten 500 Jahre verbaut ist. Das ist ein erhebendes Gefühl." Christian Pilz, Steinmetz und Schmied
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Ein Turm des Regensburger Doms - hier sind immer Ausbesserungsarbeiten nötig.

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Der Dachstuhl des Doms.

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Ein Steinmetz bei der Arbeit.

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Die Aussicht vom Dom ist überwältigend.

Steinmetze sorgen für Sicherheit für Besucher

Die Arbeit der Steinmetze garantiert auch die Sicherheit der Dom-Besucher. Mit der Zeit werden die Sand- und Kalksteine porös, könnten herabstürzen und im schlimmsten Fall Besucher verletzen. Gerade die Umweltverschmutzung greift die Steine extrem an.

"Man tauscht nicht immer alles gern aus, weil man weiß, dass man die Arbeit von einem Vorgänger zunichtemacht. Das ist schade. Meist führt aber kein Weg daran vorbei. Da muss man durch." Matthias Baumüller, Stellvertretender Bauhüttenmeister Regensburg

Eisendübel machen Probleme

Auch die sogenannte Rostsprengung ist ein Problem. Viele Bauteile sind mit Eisendübeln verbunden. Mit der Zeit können diese rosten und dehnen sich aus. Dadurch bekommen die Stein Risse und verlieren an Stabilität.

Bewerbung für Titel "Weltkulturerbe"

Für die Dombauhütten in Bayern (Regensburg, Bamberg, Passau) läuft derzeit die Bewerbung für den Titel Weltkulturerbe. Zum bundesweiten Immateriellen Kulturerbe wurden sie bereits ernannt. Denn durch ihre traditionelle Arbeitsweise schaffen sie es, dass der Dom auch dann noch authentisch aussieht, wenn verwitterte Steine durch neue ausgetauscht werden. Sie halten so das Steinmetz-Handwerk lebendig und kümmern sich darum, dass der Dom weiter erhalten und sicher bleibt.

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Der Ausblick vom Regensburger Dom.