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Steinheim bei Memmingen: Verschwundene Katzen geben Rätsel auf | BR24

© BR / David Donocik

Im Memminger Vorort Steinheim herrscht Verunsicherung, weil viele Familien-Katzen auf bisher ungeklärte Weise verschwunden sind. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Es könnte ein Katzen-Hasser unterwegs sein.

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Steinheim bei Memmingen: Verschwundene Katzen geben Rätsel auf

Im Memminger Vorort Steinheim herrscht Verunsicherung, weil Katzen von vielen Familien auf bisher ungeklärte Weise verschwunden sind. Die Polizei steht vor einem Rätsel. Es könnte ein Katzen-Hasser unterwegs sein.

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Von
  • David Donocik

Angst und Verzweiflung machen sich im Memminger Vorort Steinheim breit. Thomas Lange hatte bis vor kurzem noch vier Hauskatzen. Vor einem Jahr ist die erste Katze verschwunden, dann die zweite. Und im November war auch die Katze "Shisha" weg. Das sei besonders dramatisch gewesen, sagt Lange, denn Shisha war die Lieblingskatze der Familie: "Meine Frau ist heute noch sehr verzweifelt, fängt das Weinen an. Da sind wir ziemlich durch den Wind gewesen."

20 Katzen in einem Jahr verschwunden

In der gesamten Nachbarschaft sind Hauskatzen verschwunden. 20 alleine im letzten Jahr in einem kleinen Umkreis. Auch "Gucci", die Katze von Sibille Geisler. Sie ist im November im Eisenburger Wald in der Nähe von Memmingen tot aufgefunden worden - zwei Tage nach ihrem Verschwinden. Ihre Besitzerin fährt zum ersten Mal wieder zum Fundort. "Das reißt einem das Herz raus", sagt Sibille Geisler. Sie kann sich nicht vorstellen, dass Gucci zufällig hierher kam: "Sie ist immer heimgekommen, wenn ich sie gerufen habe. Und dann finde ich sie hier, fünf Kilometer weg von daheim", sagt sie ungläubig.

Treibt ein Katzen-Hasser sein Unwesen?

Ihre Katze war eine von insgesamt zwei, deren Kadaver gefunden wurden. Die übrigen 18 Katzen sind spurlos verschwunden. Die Betroffenen glauben an das Werk eines Katzen-Hassers. Sie berichten, dass die Tiere allesamt am Tag vor der Müllabfuhr verschwanden. "Deswegen kam hier der Verdacht auf, dass jemand die Katzen tötet, misshandelt - und dann ist es bequem, die in die Mülltonne zu schmeißen und am Freitagfrüh kommt die Müllabfuhr und dann sind alle Spuren beseitigt", sagt Thomas Lange.

Polizei hofft auf Ermittlungsansatz

Mögliche Vermutungen, aber noch kein Ermittlungsansatz. Die Polizei hofft daher auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung: "Wenn eine Katze mit äußeren Verletzungen nach Hause kommt, die auf eine äußere Gewaltanwendung hinweisen, dann sollte man auf alle Fälle zum Tierarzt gehen", rät Alfred Schöner von der Polizei Memmingen. Der Tierarzt würde dann gegebenenfalls ein Attest erstellen. Mit diesem könne man dann jederzeit zur Polizei kommen.

Die Katzenbesitzer versuchen nun, sich selbst zu helfen: In der Nachbarschaft wurden bereits Überwachungskameras installiert. Und Thomas Lange hat eine Belohnung von 2.500 Euro für Hinweise ausgesetzt.

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