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Bei einem Bürgerentscheid in Margetshöchheim wird über die Zukunft einer Streuobstwiese abgestimmt, in Randersacker geht es um einen Steinbruch.

    Steinbruch und Streuobst: Bürgerentscheide im Landkreis Würzburg

    Gleich zwei Bürgerentscheide finden am Sonntag im Landkreis Würzburg statt. In Randersacker geht es um einen Steinbruch, der im Ortsteil Lindelbach entstehen soll. In Margetshöchheim stimmen die Bürger über die Bebauung einer Streuobstwiese ab.

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    Pirmin BreninekPirmin Breninek

    "Kein neuer Steinbruch in Lindelbach", so steht es auf gelben Plakaten und Autoaufklebern. In Randersacker stimmen die Bürger über einen geplanten Steinbruch ab, der am Rand des dortigen Ortsteils Lindelbach entstehen soll. Das Projekt sorgt seit mehreren Monaten für Kritik. Gleich in zwei Gemeinden im Landkreis Würzburg werden am Sonntagabend die Ergebnisse von Bürgerentscheiden bekanntgegeben. Auch in Margetshöchheim stimmen die Bürger ab. Dort geht es um die Zukunft einer Streuobstwiese ab. Hier wurde neben einem Bürgerbegehren auch ein Ratsbegehren eingereicht.

    Neuer Muschelkalk-Steinbruch bei Lindelbach geplant

    In Lindelbach bei Randersacker soll auf einer knapp zehn Hektar großen, landwirtschaftliche Fläche ein Steinbruch entstehen. Dort will die Kleinrinderfelder Firma "Seubert Natursteine" Muschelkalk abbauen. Das Areal grenzt an einen alten Steinbruch an. Eine Bürgerinitiative fordert, dass der Markt Randersacker "alle rechtlich zulässigen Maßnahmen" ergreift, um den neuen Steinbruch zu verhindern. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens fürchten negative Auswirkungen auf die Biodiversität und den Wasserhaushalt, genauso wie Lärm und Feinstaub.

    Bauamt des Landkreises erteilt Genehmigung

    Die Entscheidung über die letztliche Genehmigung trifft allerdings nicht die Marktgemeinde, sondern der Landkreis Würzburg. Seit knapp drei Wochen liegt das Vorhaben beim zuständigen Bauamt, heißt es aus dem Landratsamt. Nach Angaben der Firma "Seubert Natursteine" sei im Vorfeld des Antrags eine artenschutzrechtliche Untersuchung durchgeführt worden. Demnach sei eine Renaturierung des Steinbruchs als Biotop geplant. Mit Blick auf die A3, die nur wenige hundert Meter weiter liegt, schätzt das Unternehmen die zusätzliche Feinstaubbelastung gering ein.

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    In Lindelbach gibt es bereits einen alten, stillgelegten Steinbruch. Ein neuer könnte bald folgen. Ein Bürgerinitiative will das verhindern.

    Randersackers Bürgermeister Michael Sedelmayer (parteilos) wollte nach eigenen Angaben zwischen Bürgerinitiative und dem Steinbruch-Betreiber vermitteln. Das sei jedoch gescheitert. Der Bürgerentscheid findet per Briefwahl statt.

    Margetshöchheimer Rathaus plant Bürogebäude und Streuobstzentrum

    Auch einige Kilometer weiter in Margetshöchheim kommt es am Wochenende zu einem Bürgerentscheid. Neben einem Bürgerbegehren gibt es dort auch ein Ratsbegehren. In der Gemeinde am Main geht es um eine Grünfläche am Ortseingang. Auf einem Drittel der Fläche plant die Gemeinde ein Bürogebäude und ein sogenanntes Streuobstzentrum. Dort soll die örtliche Streuobstgenossenschaft unterkommen. Die übrige Fläche soll erhalten bleiben, die dortigen Streuobstbestände um weitere Bäume ergänzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Für dieses Vorhaben werben die Gemeinderatsfraktionen der CSU und der SPD/UB (Unabhängige Bürger) mit einem Ratsbegehren (Bürgerentscheid 1).

    Bürgerinitiative fürchtet Nitratbelastung für Grundwasser

    Ein Bürgerbegehren (Bürgerentscheid 2) stellt sich gegen den Plan des Rathauses. Beim Begehren kamen etwa 600 Unterschriften zusammen. Gereicht hätten 250, also zehn Prozent der Wahlberechtigten. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens wollen, unterstützt vom Bund Naturschutz, den bisherigen Streuobstbestand erhalten. Zudem liegt das Gebiet in einer Wasserschutzzone. Die Initiatoren fürchten, dass mit dem Bau Nitrat ausgewaschen wird und ins Grundwasser gelangt. Das Landratsamt Würzburg hatte die Bebauung in der Wasserschutzzone unter Auflagen genehmigt.

    Der Bürgerentscheid findet, wie auch in Randersacker, als reine Briefwahl statt. Nach Angaben des Margetshöchheimer Bürgermeisters Waldemar Brohm (CSU) liegt die Wahlbeteiligung bereits bei mehr als 40 Prozent.

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