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Steigerwaldbahn: Unternehmen beantragt Betriebsgenehmigung | BR24

© Ralph Wege/BR-Mainfranken
Bildrechte: BR/Björn Möller

Ein Thüringer Eisenbahnunternehmen hat beim Bayerischen Verkehrsministerium einen Antrag auf Betriebsgenehmigung der Steigerwaldbahn gestellt. Wird der Antrag genehmigt, ist eine Aufnahme des Bahnverkehrs bis 2023 denkbar.

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Steigerwaldbahn: Unternehmen beantragt Betriebsgenehmigung

Ein Thüringer Eisenbahnunternehmen hat beim Bayerischen Verkehrsministerium einen Antrag auf Betriebsgenehmigung der Steigerwaldbahn gestellt. Wird der Antrag genehmigt, ist eine Aufnahme des Bahnverkehrs bis 2023 denkbar.

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Von
  • Norbert Steiche
  • BR24 Redaktion

Zuletzt sah es so aus, als würde die Steigerwaldbahn nicht reaktiviert werden: Eine Potenzialanalyse der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) hatte ergeben, dass zu wenige Fahrgäste die Bahnlinie zwischen Schweinfurt und Kitzingen nutzen würden. Doch jetzt könnte der Antrag eines Unternehmens das Blatt wieder wenden: Die Thüringer Eisenbahn GmbH (ThE) hat beim Bayerischen Verkehrsministerium und bei der Regierung von Mittelfranken einen Antrag auf Betriebsgenehmigung eingereicht. Das teilt Andreas Witte, Vorsitzender des Fördervereins Steigerwald-Express, dem Bayerischen Rundfunk mit.

Laut Witte ist das Ziel, den Erhalt der Strecke sicherzustellen. Eine Entwidmung der Strecke dürfe nicht geschehen, wenn es Interessenten gibt, die darauf Bahnverkehr durchführen wollen, so Witte.

Eisenbahnunternehmen hat Erfahrung mit vier Strecken

Die ThE würde sich als Eisenbahninfrastrukturunternehmen um die Sicherheit der Trasse mit ihren Gleisen und Bahnübergängen kümmern. Als Eisenbahnverkehrsunternehmen soll laut Witte die Internationale Gesellschaft für Eisenbahnverkehr (IGE) aus dem mittelfränkischen Hersbruck gewonnen werden. Die ThE hat bereits Erfahrung mit dem Betrieb von Strecken. So werden laut Internetseite des Unternehmens vier Strecken betrieben: Sonneberg – Eisfeld, Sonneberg – Neuhaus am Rennweg, Sonneberg – Landesgrenze und Straußfurt – Sömmerda – Großheringen.

Ehrenamtliches Personal soll eingesetzt werden

Laut Witte führte der Förderverein Steigerwald-Express 2008 touristischen Verkehr auf der Strecke Schweinfurt-Gerolzhofen-Großlangheim durch. Damals hätten rund 1.700 Fahrgäste das Angebot genutzt. Der Verein Steigerwald-Express würde laut Witte bei Erteilung einer Betriebsgenehmigung mit ehrenamtlich arbeitenden Lokomotivführern und Schaffnern das Personal stellen. Der Verein würde auch die Bahnsteige pflegen, Lokomotiven und Waggons leihen und die Trassengebühren tragen. Eine Aufnahme des Bahnverkehrs wäre laut Witte bei Erteilung der Betriebsgenehmigung von Schweinfurt bis Gerolzhofen voraussichtlich bis 2023 denkbar, bis Großlangheim bis 2025.

Unverständnis von Seiten der Bürgerinitiativen

Bürgerinitiativen gegen eine Reaktivierung der Steigerwaldbahn in Gerolzhofen, Grettstadt, Gochsheim und Prichsenstadt reagieren mit Unverständnis auf den Antrag der ThE. Von Jörg Bergmann von der Bürgerinitiative aus Gerolzhofen heißt es, dass sich die Reaktivierungs-Befürworter nicht um die Dinge wie Trassenzustand, Investitionsaufwand oder Flächenversiegelung für Parkplätze kümmern würden. "Die neuesten Entwicklungen, eingeleitet durch den Antrag auf Betriebsgenehmigung der Thüringer Eisenbahn GmbH, haben nun eine neue Eskalationsstufe eingeläutet", so Bergmann.

Seit 34 Jahren kein Personenverkehr mehr auf der Strecke

Die knapp 50 Kilometer lange Bahnstrecke der Steigerwaldbahn wurde vor 117 Jahren eingeweiht. Seit 1987 verkehrt darauf kein Personenverkehr mehr. Zuletzt waren 2006 darauf Militärtransporte der US-Armee abgewickelt worden. Nahezu alle Anrainer-Kommunen haben bei der Regierung von Mittelfranken sogenannte Entwidmungsanträge gestellt. Auf dem letzten Stück kurz nach Großlangheim zum Sackbahnhof Kitzingen sind die Schienen und Schwellen bereits abgebaut. Eine Verbindung über den Main zum Bahnhof Kitzingen gibt es seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr. Die Deutsche Bahn hat die Strecke bereits an einen Schrotthändler verkauft.

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