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Bundesweit weist die Stadt Würzburg derzeit einen der höchsten Corona-Werte auf. Ein Gymnasium ist bereits komplett geschlossen. 850 Personen müssen einen Abstrich vornehmen lassen. Die Stadt reagiert mit einer zusätzlichen Teststation.

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Steigende Corona-Zahlen: Würzburg eröffnet weitere Teststrecke

Bundesweit weist die Stadt Würzburg derzeit einen der höchsten Corona-Werte auf. Eine Schule ist bereits geschlossen. 850 Personen müssen einen Abstrich nehmen lassen. Die Stadt reagiert mit verschärften Beschränkungen und einer weiteren Teststation.

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Normalerweise finden sich am Würzburger Dallenberg Fußballfans oder Badegäste ein. Doch den Menschen, die an diesem Montag hierher kommen, ist weniger nach Spaß zumute. Denn die neue Corona-Teststrecke hier richtet sich nicht an Freiwillige. Wer hierher kommt, wurde vom Gesundheitsamt zu einem Test aufgefordert. Aktuell warten hier Eltern und ihre Kinder, letztere sind Kontaktpersonen von Corona-Infizierten an einem Würzburger Gymnasium. Am späten Sonntagabend war bekannt geworden, dass es dort zwei positive Fälle gibt. Das Gesundheitsamt hat daraufhin für 850 Personen Abstriche veranlasst.

Wachsende Zahlen, zusätzliche Teststrecke

Über das Wochenende sind die Corona-Zahlen in Würzburg noch einmal gestiegen. Dann kamen die Corona-Fälle am Würzburger Röntgen-Gymnasium hinzu. Das machte aus Sicht der Stadt die zusätzliche Teststation notwendig. Ein Dienstleister wurde mit dem Betrieb beauftragt. Es handelt sich um eine vorübergehende Lösung – zumindest vorerst. An der eigentlichen Teststrecke an der Würzburg Talavera gab es bereits am Wochenende Warteschlangen. Knapp 570 Menschen ließen sich allein am Samstag testen.

Bundeswehr unterstützt bei Nachverfolgung der Infektionen

"Immer mehr Bürger sind besorgt und wollen sich Gewissheit verschaffen", sagt Paul Justice vom Würzburger Testmanagement. Die Kapazitäten sollen deshalb erweitert werden – unter anderem mit Hilfe der Bundeswehr. Ab Dienstag unterstützen laut Justice sieben Einsatzkräfte der Bundeswehr die Helfer etwa dabei, die Infektionsketten zurückzuverfolgen.

Stadt verschärft Kontaktbeschränkungen

Weil das Virus in Würzburg bereits zirkulieren könnte, hat die Stadt die Kontaktbeschränkungen nun noch einmal verschärft. Durften bislang maximal zehn Personen gemeinsam unterwegs sein, gilt nun eine maximale Gruppengröße von fünf Personen. Ausgenommen von der Regelung sind Personen, die zum eigenen Hausstand gehören sowie Lebenspartner oder Familienangehörige, die einem anderen Hausstand angehören.

Grund für die stärkeren Beschränkungen ist der weitere Anstieg der Corona-Zahlen. Letzte Woche hatte die Stadt Würzburg den Grenzwert der Sieben-Tage-Inzidenzrate gerissen. Der Grenzwert liegt deutschlandweit bei 50. Würzburg lag nach Angaben der Stadt am Sonntag bei 69,90. Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenzrate gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich binnen sieben Tagen neu infiziert haben. Die Stadt Würzburg weist aktuell einen der höchsten Werte im gesamten Bundesgebiet aus.

Coronafälle an weiteren Würzburger Schulen

Auch an weiteren Würzburger Schulen gibt es inzwischen positive Befunde. Für die Schülerinnen und Schüler von vier Klassen und zwei Kursen des Wirsbergs Gymnasiums zum Beispiel fällt der Unterricht vorerst aus. Infiziert hatte sich nach Angaben des Gymnasiums eine Person aus dem Schulpersonal. Etwa 80 bis 100 Kinder und Jugendliche müssten nun getestet werden. Eine Schließung wie am Röntgen-Gymnasium sei derzeit jedoch nicht geplant. Ebenso bestätigtein Sprecher der Stadt Coronafälle an zwei Berufsschulen: der Klara Oppenheimer Schule und der Josef-Greising-Schule. Auch an der Städtischen Wirtschaftsschule, am Riemenschneider-Gymnasium und der Dr.-Karl-Kroiß-Schule gab es demnach Fälle. Schließungen sind dort aber nicht geplant.

Auch an der privat getragenen Fachschule Euro-Akademie hat es zwei Corona-Fälle gegeben. Das bestätigt Schulleiter Stephan Heberlein. Da der erste Fall aber schon am Samstag bekannt wurde, habe die Schule, die Kinderpflegerinnen und Erzieher ausbildet, bereits vorsorglich wieder auf Fernunterricht umgestellt.

Was die Ursache für die hohen Infektionen in Würzburg angeht, herrscht bei den Behörden unterdessen noch immer Rätselraten. Es handele sich um eine diffuse Infektionslage, sagt Paul Justice: "Wir können jetzt nicht wirklich Hotspots ausmachen, die tatsächlich Quelle für alle Infektionen sind. Aber wir können feststellen, dass wir sehr viel mit jungen Menschen zu tun haben, die sich bei privaten Feierlichkeiten gegenseitig anstecken."

Die Stadt Würzburg und das Gesundheitsamt sagen, die Infektionen hingen unter anderem an Reiserückkehrern und deren Kontaktpersonen. Allerdings seien nur etwa ein Drittel der Fälle darauf zurückzuführen.

Die Herausforderung sei, mehr Aufklärung zu betreiben und damit die Infektionsketten zu unterbrechen. Auch Kommunalreferent Wolfgang Kleiner will die Prävention fördern. Im Stadtgebiet werden nun 300 Plakate aufgestellt, die nochmal auf die Hygieneregeln hinweisen. Außerdem soll der Ordnungsdienst verstärkt eingesetzt werden, um zu prüfen, ob die Regeln eingehalten werden.

Corona-Beschränkungen verschärft

Die Stadt Würzburg hatte bereits vor dem Wochenende erste Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Unter anderem galt ein Alkoholverbot auf der Alten Mainbrücke, jeweils von 16 Uhr bis 6 Uhr am Folgetag. Außerdem legte die Stadt zunächst eine neue Grenze für private Feiern fest: 50 Personen in Innenräumen, 100 Personen im Freien. Inzwischen hat die Stadt das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen unabhängig von den anwesenden Personen untersagt.

Welche Corona-Beschränkungen aktuell in Würzburg gelten lesen Sie hier (Stand: 14.09.2020 - 13.00 Uhr)

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