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Steht die Jugendherberge Kelheim vor der Schließung? | BR24

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Symbolbild Jugendherberge

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    Steht die Jugendherberge Kelheim vor der Schließung?

    Die Corona-Krise könnte der Jugendherberge in Kelheim den Todesstoß versetzen. Schon seit Jahren haben die Häuser mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Nun droht unter anderem in Kelheim das endgültige Aus.

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    Von
    • Astrid Dachs
    • BR24 Redaktion

    Das Präsidium des bayerischen Jugendherbergsverbandes entscheidet am heutigen Freitag über die Schließung von Jugendherbergen - darunter auch die Jugendherberge Kelheim. Schon seit Jahren haben die Häuser mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen. Nun droht der Jugendherberge in der Gemeinde Ihrlerstein bei Kelheim eventuell das endgültige Aus.

    Investitionskosten wären zu hoch

    Laut Landesverband seien die Investitionskosten für die Herberge zu hoch. Die Kosten könnten weder von den Jugendherbergen selbst noch mit dem Landesverband oder über staatliche Zuschüsse gedeckt werden. Dass die Häuser nach einer Modernisierung wirtschaftlich arbeiten könnten, sei nicht gesichert. Corona sei nicht der Auslöser für die geplante Schließung, habe aber diesen Prozess beschleunigt.

    Die Jugendherbergen in Bayern mussten im Corona-Jahr 2020 massive wirtschaftliche Einbußen verkraften, die den Landesverband an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht hatten, meldet die Geschäftsstelle DJH Bayern e.V. auf ihrer Homepage. Die ersten Daten der Bilanz für das abgelaufene Geschäftsjahr würden dies eindrücklich bestätigen: Demnach wurden in 2020 im Vergleich zum Vorjahr über 61 Prozent weniger Übernachtungen gezählt, der Umsatz brach im gleichen Zeitraum ebenfalls um 60 Prozent ein. Insbesondere der Rückgang bei den Buchungen von Schulklassen um 80 Prozent habe dem Jugendherbergswerk Bayern schwer geschadet, so die Mitteilung.

    Fehlende Einnahmen durch Klassenfahrten

    Der anhaltende Lockdown, das weiter geltende Beherbergungsverbot für Touristen und die explizite Untersagung von Klassenfahrten mindestens bis nach den bayerischen Osterferien würden für neuerliche Zukunftsängste sorgen, heißt es. Der Landesverband Bayern fordert deshalb, Übernachtungen in Jugendherbergen so bald wie möglich wieder zu gestatten.

    Jugendherbergen als Begegnungs- und Bildungsort

    Trotz aller negativen wirtschaftlichen Entwicklungen im letzten Jahr und fehlender Perspektiven für die kommenden Monate kam es im letzten Jahr nicht zu der befürchteten Austrittswelle von Mitgliedern des DJH. Im Gegenteil – mehr als 200.000 Menschen hatten eine Petition unterzeichnet, die den Erhalt der Jugendherbergen in der bewährten Form gefordert hatte. Nach Ansicht des Präsidiums und des Vorstands des Verbandes spiegelt sich darin die Überzeugung der Gäste wider, dass die Jugendherbergen einen maßgeblichen Beitrag zum Gemeinwohl leisten. Sie seien seit mehr als 100 Jahren weltoffene Begegnungs- und Bildungsorte, agieren werteorientiert und tragen zum Abbau gesellschaftlicher Benachteiligungen in Bildung, Kultur und Freizeit bei, so die Begründung.

    Neben der Herberge Kelheim stehen auch die Häuser in Lohr und Feuchtwangen vor dem Aus, auch hier soll am Freitag eine endgültige Entscheidung fallen.

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