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Ist die Identitäre Bewegung für die Plakataktion am Grünen-Büro in Donauwörth verantwortlich?
© picture alliance/ dpa/ rolf kremming
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Ist die Identitäre Bewegung für die Plakataktion am Grünen-Büro in Donauwörth verantwortlich?

Sie sind Medienprofis und sie sind rechtsextrem: Die Identitäre Bewegung in Deutschland. Nach Recherchen von Zeit online umfasst die Gruppe nur wenige hundert Aktivistinnen und Aktivisten und dennoch schaffen sie es mit ihren Aktionen, immer wieder Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Sowohl von der Öffentlichkeit, als auch von den Sicherheitsbehörden, denn der bayerische Verfassungsschutz sieht in der Identären Bewegung eine moderne Entsprechung der "rechtsextremistischen Blut und Boden-Ideologie".

Ob diese Gruppe auch im Fall der gefälschten Plakate an den Schaufenstern eines Grünen-Büros in Donauwörth eine Rolle spielt, beschäftigt derzeit alle Beteiligten. Eva Lettenbauer, an deren Wahlkreisbüro die Plakate angebracht wurden sagte am Donnerstag gegenüber dem BR sie "vermutet, dass die Identitäre Bewegung für die Aktion verantwortlich" sein könnte. Ähnlich äußerte sich eine weitere Mitarbeiterin der Grünen. Sie verwies auf mehrere Aktionen der Gruppe im Raum Nordschwaben und auf einen Online-Post, der die Plakate zeigt. Dieser Post, auf der Seite "Reconquista Nordschwaben" beschäftigt mittlerweile auch die Polizei.

Abteilung Cybercrime untersucht Bilder

Die Facebookseite "Reconquista Nordschwaben" rechnen die Behörden der Identitären Bewegung zu. Dort finden sich nach Recherchen des BR und nach aktuellem Ermittlungsstand die Bilder "mit dem jüngsten Zeitstempel", wie ein Beamter es nannte, also die wohl ersten Fotos der Plakate, die ins Netz geladen wurden. Upload-Zeitpunkt ist der 10. April am Vormittag. Erst in der Nacht zum 11. April verbreiteten sich die gefälschten Plakate viral.

Aktuell prüft die Abteilung Cybercrime, ob es wirklich die ersten Bilder der Plakate sind. Auch wenn diese Auswertung keine Aussagen über die Urheber der Bilder oder eine mögliche Beteiligung der Identitären Bewegung zulassen sind die geposteten Bilder der derzeit wichtigste Hinweis in den Ermittlungen der Polizei. Der zuständige Staatsschutz in Schwaben betonte jedoch weiterhin "in alle Richtungen" zu ermitteln.

BR24 hat die Macher der Seite "Reconquista Nordschwaben" um eine Stellungnahme zu den geäußerten Vermutungen gebeten. Man habe die Bilder als Fans hochgeladen, sei jedoch nicht für die Plakat-Aktion verantwortlich, so ein anonymer Administrator der Facebook-Seite in einer Chatnachricht. Weshalb die Bilder auf Reconquista Nordschwaben vermutlich als erstes hochgeladen wurden, wollte die Person nicht kommentieren.

"Reconquista Nordschwaben" wird der Identitären Bewegung zugeordnet. Dort wurden die Fotos am 10. April um 11:46 am Vormittag veröffentlicht

"Reconquista Nordschwaben" wird der Identitären Bewegung zugeordnet. Dort wurden die Fotos am 10. April um 11:46 am Vormittag veröffentlicht