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Rote Ampel vor einer Impfkabine

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    Stau bei Erstimpfungen in bayerischen Impfzentren

    Derzeit finden in den bayerischen Impfzentren kaum noch Erstimpfungen statt. Eine Umfrage des BR hat ergeben, dass die Landkreise den vorhandenen Impfstoff für die Zweitimpfungen benötigen, da die Liefermengen kurzfristig nicht größer werden.

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    Von
    • Melanie Roth

    In der Stadt Schwabach findet nächste Woche keine einzige Erstimpfung statt, es wurden nur Termine für Zweitimpfungen vergeben. Für Samstag, 22. Mai, mussten Erstimpftermine abgesagt werden. Man bekomme immer erst Mitte der Woche Bescheid, wie viele Dosen zur Verfügung stünden, so das Landratsamt. Diese Woche gab es 515 Erstimpfungen und 1104 Zweitimpfungen.

    Altötting mit "Impf-Berg" - keine Absagen im Landkreis Hof

    Auch aus dem Landkreis Altötting heißt es: Erst ab Kalenderwoche 23 wird es wieder besser. Derzeit bekomme der Landkreis nur das normale Kontingent von 3.000 bis 3.500 Dosen in der Woche, wie die vergangenen Wochen auch. Diese Menge wird zum Großteil für die jetzt anstehenden Zweitimpfungen gebraucht. "Wir schieben einen Berg vor uns her", so das Landratsamt.

    Der ehemalige Hotspot Landkreis Hof macht nach Angaben des Landratsamts Termine ohnehin nur auf Sicht aus, je nach dem wie viel Impfstoff geliefert wird. Daher mussten bislang keine Absagen verschickt werden. Auch hier gab es nur vereinzelte Erstimpfungen, das Hauptaugenmerk liegt derzeit auf den Zweitimpfungen, die alle verabreicht werden können.

    Vor sechs Wochen gab es extrem viele Erstimpfungen

    Grund für die vielen Zweitimpfungen seit vergangenem Montag ist die große Anzahl an Erstimpfungen in den Kalenderwochen 14 bis 16. Damals hatte man den Abstand zwischen der ersten und zweiten Dosis beim Biontech/Pfizer-Impfstoff von drei auf sechs Wochen verlängert, weshalb kaum Zweitimpfungen stattfanden.

    Folglich wurde der Impfstoff fast ausschließlich für Erstimpfungen verwendet, die nun – sechs Wochen später – alle zur Zweitimpfung anstehen.

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    Erstimpfungen mit Biontech/Moderna in Impfzentren und Krankenhäusern

    Zentrales Problem: Die Impfstoffmenge

    Nach wie vor gibt es nicht genügend Impfstoff für alle Impfwilligen. Die Impfstoffmengen werden zwar immer ein bisschen mehr, aber es herrscht noch immer ein Mangel.

    Das bedeutet, bis Ende des Monats wird es kaum Termine für Erstimpfungen geben. Ab dem 7. Juni könnte sich die Situation dann laut dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wieder entspannen. Ob dann auch, wie bundesweit angekündigt, in bayerischen Impfzentren die Priorisierung aufgehoben wird, ist nicht ausgemacht. Holetschek äußerte sich dazu skeptisch.

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    Impfstoffmengen: Lieferunen von Biontech/Moderna

    Rekord im Landkreis Rottal-Inn

    Unterdessen wurden heute im Impfzentrum Rottal-Inn erstmals an einem Tag mehr als 1.000 Impfungen verabreicht – ein Rekord. Nach Auskunft der Verantwortlichen gab es trotz der vielen Impfungen keinerlei Probleme, allerdings brauche man solche Tage als Regel und nicht als Ausnahme, um die Corona-Pandemie wirksam zu bekämpfen, so der Impfzentrumsleiter.

    Auch hier waren die Mehrzahl Zweitimpfungen. Insgesamt werden diese Woche 5.200 Personen geimpft, davon erhalten 1.135 Bürgerinnen und Bürger zum ersten Mal ihre Spritze.

    Sonderaktion mit Johnson & Johnson

    Die gut 75 Prozent Auslastung des Impfzentrums Rottal-Inn in dieser Woche sind der Sonderzuteilung mit Impfstoff von Johnson & Johnson zu verdanken. Diese 1.600 Dosen konnten zum Großteil bereits an über 60-Jährige verimpft werden. Die Termine werden nicht, wie die anderen, über die Software des Impfzentrums vergeben, sondern müssen am Telefon vereinbart werden.

    Das Johnson & Johnson- Sonderkontingent habe beim Impfen der Priorisierungsgruppe 3 massiv weitergeholfen, heißt es. Das Landratsamt weist auch darauf hin, dass nicht alle, denen ein Impfangebot gemacht wurde, dieses auch wahrnahmen. "Offenbar gab es einige, die Vorbehalte gegen den Impfstoff von Johnson & Johnson hatten und ihr Terminangebot daher nicht annahmen", so Pressesprecher Mathias Kempf.

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