Zurück zur Startseite
Bayern
Zurück zur Startseite
Bayern

Statt Altenheim: Barrierefreies Gemeinschaftswohnen für Senioren | BR24

© BR

Barrierefreie Wohnanlage für ältere Menschen in Schechen

1
Per Mail sharen
Teilen

    Statt Altenheim: Barrierefreies Gemeinschaftswohnen für Senioren

    Alleine wohnen schaffen viele ältere Menschen oft nicht mehr. Für ein Seniorenheim sind sie aber zu fit. Was nun? Die Gemeinde Schechen geht neue Wege mit einer barrierefreien Wohnanlage für Menschen, die sich größtenteils selbst versorgen können.

    1
    Per Mail sharen
    Teilen

    In Zukunft werden viele Gemeinden vor der Herausforderung stehen: Wo können unsere Senioren gut leben? Die 5.000-Einwohner-Gemeinde Schechen bei Rosenheim beschäftigt sich schon seit sieben Jahren damit. Damals hat sich der Ort für ein Förderprojekt des Freistaats beworben, den "Marktplatz der Generationen". Ein Berater kam damals nach Schechen und hat sich angeschaut, was getan werden muss, damit ältere Menschen möglichst lange selbstbestimmt leben können.

    Barrierefrei und selbstbestimmt wohnen

    Ein Ergebnis der Beratung: Eine Wohnanlage für ältere Menschen. Hier sind 16 Wohnungen entstanden, altersgerecht und barrierefrei, abgestimmt auf die Bedürfnisse von Senioren. In der Mitte der Anlage: Eine kleine Gemeinschaftshalle für Kurse und Veranstaltungen. Auch ein Seniorenbüro, an das sich ältere Menschen aus dem ganzen Ort wenden können, wird hier eingerichtet.

    Josef Dirnberger wohnt seit Sommer 2018 hier, er war einer der ersten Bewohner. Zu dem Schritt hat er sich entschieden, nachdem seine Frau überraschend gestorben ist. Die gemeinsame Wohnung war viel zu groß. Dirnberger hatte Sorge, wie es weitergeht.

    "Auf der Gemeinde wollte ich mich eigentlich nach dem Pflegeheim erkundigen. Dann meint der Bürgermeister zu mir: Mei Sepp, das ist nichts für dich. Du bist noch zu fit für so was. Und dann hat er mir die Wohnanlage angeboten, die gerade gebaut wurde." Josef Dirnberger, Bewohner der Wohnanlage für ältere Menschen in Schechen

    Umziehen im Alter fällt nicht leicht

    Nochmal ein Neuanfang mit 80 Jahren, kein leichter Schritt: Neue Umgebung, neue Nachbarn. Aber Josef Dirnberger schätzt den Kontakt zu den anderen Senioren in der Wohnanlage. "Ich bin schon froh, dass da so viele Leute da sind. Es gibt woanders auch Nachbarschaft, aber da ist man schon wieder weiter weg als hier."

    Heute geht Herr Dirnberger zur Gymnastik. Dafür muss er nur einmal die Treppe runter. Im Gemeinschaftsraum der Wohnanlage treffen sich Senioren aus dem ganzen Ort, um einmal in der Woche gemeinsam mit der Seniorenbeauftragten Sport zu machen. Die älteren Menschen bekommen Bewegung und sie kommen in Kontakt miteinander. Darüber freut sich Dirnberger besonders: "Das ist eine einwandfreie Sache. Schöner kann man es ja nicht haben. Und es ist auch wirklich nur für Senioren gemacht. Da kann jeder mitmachen. Also, ich finde das schon super."

    Gemeinschaftsraum bringt Senioren aus dem ganzen Ort zusammen

    Seniorenbeauftragte Evi Kaesler sieht bei jeder Veranstaltung, wie gut die Gemeinschaft den Senioren im Ort tut:

    "Ich finde sie sehr wichtig, weil bei uns die Senioren eigentlich immer mehr Singles sind, alleine leben und sich teilweise sehr zurückziehen. Sie sollten mehr unter die Leute gehen, mehr Kontakte pflegen, dann ist die Vereinsamung auch nicht so groß." Evi Kaesler, Seniorenbeauftragte

    Und noch etwas ist wichtig: Die Wohnanlage ist nicht fernab gelegen, sondern fußläufig zum Ortskern. In wenigen Gehminuten ist Josef Dirnberger auch am Bahnhof. Von dort aus kommt er problemlos ins nahe gelegene Rosenheim. "Und in Rosenheim, wenn ich zum Beispiel zum Arzt muss, laufe ich auch nur fünf Minuten. Und in Schechen bin ich in fünf Minuten vom Bahnhof zu Hause. Also, idealer geht’s nicht. Muss man schon sagen."

    In Schechen haben Senioren in dieser Wohnanlage die Chance, lange selbstbestimmt zu leben. Dazu tragen bei: eine Politik mit zukunftsfähigen Konzepten, ehrenamtliches Engagement und auch die Bereitschaft älterer Menschen, sich auf Neues einzulassen.