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Statistik: Bayerns Bevölkerung wird wachsen - aber nicht überall | BR24

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Die bayerische Bevölkerung wächst - und wird älter. Das ergibt die neue Prognose des Landesamtes für Statistik in Fürth. Demnach leben im Freistaat in 20 Jahren rund 13,5 Millionen Menschen, fast vier Prozent mehr als heute.

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Statistik: Bayerns Bevölkerung wird wachsen - aber nicht überall

In 20 Jahren werden in Bayern mehr Menschen leben – aber nicht in allen Regionen. Die Bevölkerung wird älter, die Zahl der über 65-Jährigen wird um ein Drittel steigen. Das hat die Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamtes für Statistik ergeben.

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Demnach werden in 20 Jahren rund 13,5 Millionen Menschen in Bayern leben. Das sind 3,7 Prozent mehr als 2017. Doch nicht alle Regionen werden wachsen. Ein überdurchschnittliches Wachstum verzeichnen demnach größere Städte und angrenzende Landkreise. Mit 13,2 Prozent im Jahr 2037 wird für den Landkreis Dachau der größte Zuwachs erwartet, vor den Landkreisen Ebersberg (plus 13,0%), Erding (plus 12,2%) und München (plus 12,1%).

Starke Rückgänge in Ober- und Unterfranken

In ländlichen Gebieten im Norden und Osten des Freistaates wird die Bevölkerungszahl teils stark schrumpfen, am stärksten im Landkreis Wunsiedel: Hier werden 2037 laut der Berechnung 14,3 Prozent weniger Menschen leben als 2017. Die Landkreise Kronach (minus 14,0 Prozent) und Hof (minus 11,7 Prozent) haben den zweit- und drittstärksten Rückgang in Bayern zu erwarten. Auch Unterfranken wird 3,2 Prozent seiner Einwohner verlieren, am stärksten sind die Landkreise Rhön-Grabfeld, Main-Spessart und Bad Kissingen betroffen.

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Die Bevölkerungsentwicklung in Bayern bis 2037

Immer mehr Bayern über 65

Die Bevölkerung in Bayern wird im Jahr 2037 nach der Vorausberechnung des Statistischen Landesamtes insgesamt älter. So wird die Zahl der Menschen über 65 im Vergleich zu 2017 um mehr als ein Drittel steigen. Auch in Zukunft werden jedes Jahr mehr Menschen in Bayern sterben als geboren werden, obwohl seit 2012 immer mehr Kinder in Bayern zur Welt kommen, so das Statistische Landratsamt. Das berechnete Bevölkerungswachstum kommt also durch Zuzüge aus dem übrigen Bundesgebiet und dem Ausland zustande.

Politik will steuernd eingreifen

Bei dieser Entwicklung müsse die Politik ein Stück weit eingreifen und umsteuern, erklärte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann im Interview mit der Bayern2-radiowelt heute.

"Deshalb wird meines Erachtens das notwendige Ziel sein, die etwas überhitzte Steigerung des Wachstums im Großraum München eher leicht zu dämpfen denn wir wissen, dass wir dort im Wohnungsbau und mit den Verkehrsproblemen nur noch schwer überhaupt zu Rande kommen und lieber ein Stück dieses Wachstums auch in die Randbereiche zu bringen." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Auch müsse man sich rechtzeitig darauf einstellen, dass die Zahl der Senioren steige, so Herrmann weiter. Die Pflege müsse attraktiver werden, die Ausbildung in dem Bereich verstärkt und pflegende Angehörige stärker unterstützt werden.

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Bayerns Bewölkerung wächst - Interview mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der Bayern2-radiowelt

Entscheidend ist die Infrastruktur

Damit Firmen, Arbeitsplätze und damit auch die Menschen verstärkt in den ländlichen Raum gehen, bedarf es vor allem einer Verbesserung der Infrastruktur. Und zwar sowohl der Infrastruktur für die Menschen wie etwa Kindergärten, Schulen, ÖPNV, als auch der für die Firmen, etwa Breitband und Digitalisierung. Das betonte Holger Magl, Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, in der radiowelt. Vor allem brauche man für diese Entwicklung einen langen Atmen. Auch sei in den letzten Jahren einiges versäumt worden:

"Das war jahrelang ein Tabu-Thema. Das ist eigentlich nie angesprochen worden. Wir von der Akademie haben immer gesagt, wir müssen auf die Firmen zugehen. Das heißt, eigentlich muss es die Politik machen. Der jetzige Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger hat das vor der Wahl schon immer gesagt, dass man die Arbeitsplätze und Unternehmen aufs Land bringen muss. (...) Jetzt erhoffen wir uns natürlich von ihm, dass er mit den großen Wirtschaftsführern spricht."

Die Höhe der Gewerbesteuer sei in diesem Zusammenhang aus seiner Sicht zweitrangig, ergänzte Magl.

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Der Präsident der Bayerischen Akademie Ländlicher Raum, Holger Magel, im Interview mit der Bayern2-radiowelt zum Bevölkerungswachstum in Bayern