Der Augsburger Rathausplatz mit dem Perlachturm
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Das Jahr 2022 war das sicherste nach dem Corona-Jahr 202. Das geht es aus der Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Schwaben-Nord hervor.

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Statistik: Augsburg zweitsicherste Großstadt Deutschlands

Mit dem Auslaufen der Corona-Maßnahmen sind 2022 auch wieder die Delikte angestiegen. In Nordschwaben gibt es aber weiterhin besonders wenig Kriminalität. Die Stadt Augsburg ist die zweitsicherste Großstadt in Deutschland, hinter München.

"In Nordschwaben leben, heißt sicher leben", so fasst Martin Wilhelm, Polizeipräsident für Schwaben Nord die Sicherheitslage in seinem Schutzbereich zusammen. Die Kriminalstatistik für das Jahr 2022 sei im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 und auch im Zehn-Jahresvergleich teils deutlich gesunken.

Augsburg nach München sicherste Stadt Deutschlands

So sei die absolute Zahl der Delikte in den letzten zehn Jahren um über 12 Prozent auf nun 36.140 Fälle gesunken. 2022 war damit das sicherste Jahr nach dem Corona-Jahr 2021, als noch viele Auflagen und Restriktionen das öffentliche Leben bremsten. Die Aufklärungsquote ist laut Statistik im vergangenen Jahr zwar leicht auf jetzt 69 Prozent gesunken, liegt laut Wilhelm aber immer noch gut fünf Prozent über dem bayernweiten Durchschnitt. Die Stadt Augsburg bleibe die zweitsicherste Großstadt in Deutschland, hinter München.

234 Wohnungsdurchsuchungen wegen Kinderpornografie

Probleme gibt es laut dem leitenden Kriminaldirektor Mario Huber in Nordschwaben vor allem bei den Sexualstraftaten, der Internet- und der Jugendkriminalität. So seien die Sexualdelikte im Vergleich zu 2019 – dem Vor-Corona-Jahr – um 39 Prozent gestiegen. Allein 234 Wohnungsdurchsuchungen wurden zudem im Bereich der Kinderpornografie durchgeführt. Dies sei laut Huber vor allem auf die stetig zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung und auf internationale Hinweise anderer Strafverfolgungsbehörden zurückzuführen. In diesem Bereich werde "das Dunkelfeld langsam aufgehellt", so Huber.

"Quick Reaction Team" soll Cyber-Kriminalität bekämpfen

Außerdem gab es im vergangenen Jahr 29 gemeldete Cyberangriffe und damit einhergehende Erpressungsversuche gegen Unternehmen der Region. Hier steuert die Polizei mit einem 365 Tage im Jahr einsatzbereiten "Quick Reaction Team“, einer schnellen Eingreiftruppe, gegen.

Insgesamt zieht aber auch der leitende Kriminaldirektor des Polizeipräsidiums Schwaben Nord ein positives Fazit der Nach-Corona-Zeit: "Es ist moderat wieder losgegangen. Es war nicht so, dass von einem Tag auf den anderen als die Beschränkungen gefallen sind, die Kriminalität oder die Delikte durch die Decke gingen."

Nach Corona ist das "normale Leben" zurückgekehrt

Bereits im letzten Jahr hatten die Beamten prognostiziert, dass mit dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen auch das "normale, öffentliche" Leben zurückkehrt. Das bedeutet: Wenn die Nachtlokale wieder aufmachen, werden auch entsprechende Delikte wieder ansteigen. Und so sei es dann auch gekommen, sagt Huber. Demnach habe es über das Jahr 2022 hinweg einen linearen Anstieg gegeben.

Menschen fühlen sich sicher in der Region

Martin Wilhelm sprach abschließend von einer "hervorragenden Sicherheitsbilanz. Die Sicherheitslage in unserer Heimat ist hervorragend. Im Jahr 2022 hatten wir – mit Ausnahme des am geringsten belasteten Corona-Jahres 2021 – die niedrigste Kriminalitätsbelastung seit zehn Jahren zu verzeichnen". Auch das Sicherheitsempfinden der Menschen in der Region sei daher nach wie vor hoch, so der Leiter des Polizeipräsidiums Schwaben Nord.

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