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Startup Bauernhof – nebenberuflich auf dem Hof | BR24

© BR / Tobias Chmura

Der Startup-Bauernhof soll Schweinen ein naturnahes Leben ermöglichen.

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Startup Bauernhof – nebenberuflich auf dem Hof

Woher kommt das Fleisch, das auf unserem Teller landet? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher. Die Hartmanns aus Nördlingen haben eine ganz eigene Antwort gefunden und sind in die Landwirtschaft eingestiegen.

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Die Frage, unter welchen Bedingungen die Tiere leben, die wir später essen, wird für viele Menschen immer wichtiger. Auch für die Familie Hartman aus Nördlingen. Sie wollen sich nicht damit abfinden, ihre Fleischproduzenten zu kennen, sondern wollen selbst zum Produzenten werden.

Bauernhof im Aufbau

Der Bauernhof von Thomas Hartmann befindet sich dabei noch im Aufbau. Sein Plan ist es, Schweine auf der Weide zu halten und einen Hofladen zu eröffnen – und das als absoluter Quereinsteiger. Die Tiere dafür hat Thomas Hartmann bereits. Seine Schweine verbringen die meiste Zeit auf einer Streuobstwiese, deren Boden sie schon komplett durchwühlt haben. Die Nacht über sind sie in einem mit Stroh ausgelegten Viehanhänger.

Vater und Sohn betreiben die Landwirtschaft gemeinsam

Thomas Hartmann ist eigentlich gelernter Zimmermann. Hofbesitzer ist er erst seit ein paar Wochen, sein Bauernhof war früher eigentlich ein kleines Gestüt. Hartmann hat das Anwesen gepachtet, im Hauptberuf arbeitet der 49-Jährige als Dienstleister und fährt zum Beispiel Winterdienst in Nördlingen.

Auf seinem Nebenerwerbs-Hof will Thomas Hartmann nun eine neue Form der Tierhaltung praktizieren, mit glücklichen Schweinen, die ein naturnahes Leben haben. Unterstützung bekommt der dabei auch von seinem Sohn Max. Der 25-Jähirge lebt ebenfalls auf dem Hof und ist im Hauptberuf Fluggerätemechaniker bei Airbus Helicopters in Donauwörth.

Gute Haltung – teures Fleisch

Die Landwirtschaft ist auch für Max Hartmann nur ein Nebenerwerb, doch auf dem Hof wird jede helfende Hand gebraucht. Denn insgesamt ist die Haltung von Schweinen auf der Weide viel aufwändiger als in einem Stall. Und das wirkt sich am Ende auch auf den Preis aus, den die Hartmanns für das Fleisch ihrer Tiere verlangen müssen.

Die Fleischqualität überzeugt den Metzger

Bei Metzger Helmut Husel werden die Weideschweine geschlachtet und er ist überzeugt: Das Fleisch schmeckt besser.

"Ich habe das früher nicht so geglaubt, aber mittlerweile habe ich es getestet und es ist ein Unterschied. Es hat einen anderen Biss. Es schmeckt halt ein bisschen anders, wie das normale Fleisch, gerade von großzüchtigen Ställen." Metzger Helmut Husel

Ein Grund dafür ist, dass die Weideschweine weniger Fett sind, als Tiere aus dem Stall. Auch der Stress beim Schlachten wirkt sich auf die Fleischqualität aus – Thomas Hartmann bringt deshalb meist jedes Schwein einzeln zum Metzger. Bei einem großen Schlachthof würde das nicht funktionieren. Seine Hoffnung ist nun, dass er mit seinem Konzept überzeugen kann und dass sich genug Käufer für das Weidefleisch finden.