BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: BR

Washatwork: Während ihre Kunden in der Arbeit sind, bringen die Unternehmer deren Auto auf Vordermann und legen auch noch die Einkäufe in den Kofferraum.

3
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Startup aus Ingolstadt will Träume rund ums Auto erfüllen

Mit der Erfüllung von Träumen lässt sich Geld verdienen. Das beweist ein Ingolstädter Startup. Während ihre Kunden in der Arbeit sind, bringen die Unternehmer deren Auto auf Vordermann und legen auch noch die Einkäufe in den Kofferraum.

3
Per Mail sharen
Von
  • Susanne Pfaller

Straßenstaub auf der Fußmatte, Gras und Blätter neben dem Fußball auf der Rückbank. So sieht das Familienauto von Lutz Morich aus, wenn er es morgens auf dem Parkplatz abstellt. Kommt der Ingolstädter nach getaner Arbeit abends zurück, ist sein Wagen penibel gereinigt und frisch poliert. Außerdem kann er seine Einkaufsliste abhaken: Die bestellten Lebensmittel liegen schon im Kofferraum.

Alleinstellungsmerkmal gefunden

Lutz Morich ist Kunde beim Ingolstädter Startup Washatwork. Vier junge Ingenieure haben das Unternehmen vor drei Jahren gemeinsam gegründet. Der Firmenname Washatwork ist das Programm: das Auto waschen lassen während der Arbeitszeit. Um sich von den vielen anderen Autoaufbereitern abzuheben, haben die Jungunternehmer an einem Alleinstellungsmerkmal getüftelt: Ihre Kunden müssen nicht zu ihrer Aufbereitungshalle fahren und dort stundenlang auf ihr Auto warten oder sich mit einem Hol- und Bringservice abstimmen.

Jungunternehmer packen selbst an

Bei dem Startup können die Kunden ihren Wagen auf einem Parkplatz abstellen und dann in die Arbeit gehen. Bis zum Feierabend kümmern sich die Jungunternehmer um den Rest: Sie holen das Auto ab, reinigen es, bringen es wieder zurück und legen den Autoschlüssel des Kunden zurück in den Schlüsseltresor. Zwei solcher Parkplätze gibt es in Ingolstadt. Der eine liegt nahe beim Audiwerk. Der andere vor den Toren der Altstadt.

Schlüsselübergabe in der Telefonzelle

Um die Schlüsselübergabe leicht zu gestalten, bauen die Tüftler Telefonzellen um und rüsten sie mit Schließfächern für die Schlüssel aus. Gebucht wird Online. Anschließend erhält der Kunde eine PIN aufs Handy geschickt. Mit der Zahlenkombination lässt sich jeweils ein Tresor in der Telefonzelle öffnen. Dort hinterlegt der Kunde seinen Schlüssel und geht dann seiner Wege. Wenn er wiederkommt, ist sein Auto blitzblank.

Im Schnitt kostet der Service 180 Euro

Mittlerweile können die Jungunternehmer von dieser Geschäftsidee ganz gut leben, versichert einer der Partner, Philipp Tröger. Zwei Drittel der Kunden sind Unternehmen, darunter Autohäuser und andere Firmen mit Geschäftswagen. Immerhin ein Drittel der Kundschaft zahlt privat für den Service:

"Mittlerweile können wir vier Gründer gut davon leben. Wir kümmern uns im Monat um über 200 Kundenautos. So eine Autoaufbereitung kostet im Schnitt 180 Euro." Philipp Tröger, Mitbegründer von Washatwork

Möglichst viel Service rund um das Auto

Um noch mehr Kunden zu gewinnen, will das Unternehmen weitere Dienstleistungen rund um das Auto anbieten. Aktuell arbeiten die Gründer mit dem Gaimersheimer Unternehmen "Frischelieferant" zusammen. Dieses bringt in der Gegend rund um Ingolstadt Lebensmittel zu Firmen und Privathaushalten. Seit Kurzem befüllt der Frischelieferant auch die Kofferräume der washatwork-Kunden. Gebucht wird der Zusatzservice über die Website der vier Gründer.

Serviceangebot für den kleineren Geldbeutel

Anders als die Autoaufbereitung gibt es die Lieferung in den Kofferraum schon für wenige Euro. Gebucht werden kann dieser Service unabhängig davon, ob man sein Auto reinigen lässt. Der Rest funktioniert wie bei der Autoaufbereitung: online buchen, PIN für den Schlüsselcode aufs Handy, Parken neben der Telefonzelle. Bei diesem einen Zusatzangebot soll es nicht bleiben. Die jungen Unternehmer wollen noch weitere Lieferungen in den Kofferraum anbieten, zum Beispiel Schuhe oder Bücher. Aktuell laufen Gespräche mit der Innenstadt-Gemeinschaft IN-City.

Große Expansionspläne

Und auch sonst haben die vier Gründer große Pläne: Sie wollen expandieren. Derzeit versuchen sie, in Landshut einen Standort aufzubauen. Danach wollen sie Straubing erobern, Ebersberg und Erlangen. Alle Kommunen haben schon Grünes Licht gegeben.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!