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Start-ups und Corona: Junge Gründer müssen sich durchbeißen | BR24

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Start-ups sind besonders von den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise betroffen.

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    Start-ups und Corona: Junge Gründer müssen sich durchbeißen

    In Bayern hat sich in den vergangenen Jahren eine lebhafte Gründerszene entwickelt. Doch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie machen den jungen Start-ups schwer zu schaffen – viele stehen plötzlich vor einer ungewissen Zukunft.

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    Der Lockdown trifft das Nürnberger Start-up Vitas schwer. Die Gründer haben sich auf das Thema künstliche Intelligenz spezialisiert und einen Sprachassistenten entwickelt, mit dem man sich unterhalten kann – ähnlich wie mit Amazons Alexa oder Google Home. Der Assistent kommt in Restaurants zum Einsatz und übernimmt am Telefon die Tischreservierungen.

    Im Februar brachten die Gründer die Software auf den Markt, erste Gastro-Betriebe nutzen die Anwendung bereits. Doch plötzlich steht das öffentliche Leben in Deutschland still. "Wir haben festgestellt, dass die Anrufe bei dem Assistenten immer weiter abnehmen, dann hatten die Restaurants geschlossen. Das war ein Schockmoment", erinnert sich Thomas Abend, der Gründer des Start-ups.

    Jede zweite Existenz bedroht

    Die Folgen der Corona-Pandemie sind an keinem Start-up unbemerkt vorbeigegangen, sagt Carsten Rudolph, der Leiter des bayerischen Start-up-Netzwerkes BayStartUp. "Einige Start-ups sind sehr stark betroffen. Ihnen ist komplett der Umsatz weggefallen", so der Experte – und das gilt für Start-ups aller Branchen. Laut einer Bitkom-Umfrage vom Juni gibt fast jedes zweite Start-up an, dass die Corona-Krise die Existenz bedrohe. Einige junge Gründer haben aber auch schnell auf die Krise reagieren können, so Rudolph.

    Weg aus der Krise

    Auch das Start-up Vitas muss umdenken, denn keiner weiß zu dem Zeitpunkt, wann die Restaurants wieder öffnen. Innerhalb von drei Wochen entwickeln die Gründer einen Corona-Assistenten, den nun die Kassenärztliche Bundesvereinigung einsetzt. Seit Anfang April beantwortet der Sprachassistent Standardanfragen rund um Corona, um so die Telefonhotlines zu entlasten. Schon mehr als 15.000 Anrufe hat der Sprachassistent entgegengenommen, berichtet Abend.

    Finanzierungshilfen in der Krisenzeit

    Doch nicht alle Start-ups können so flexibel auf die Krise reagieren. Um den jungen Gründern zu helfen, hat die Bayerische Staatsregierung Kredite bereit gestellt – darunter einen Schnellkredit und einen Corona-Schutzschirmkredit. Auch die Bundesregierung hat ein Corona-Hilfspaket speziell für Start-ups entworfen, das im Freistaat unter dem Namen "Startup Shield Bayern" angelaufen ist. Doch das allein reicht nicht, sagt Start-up-Experte Rudolph.

    Mehr Geld und Risikobereitschaft

    Um die Start-up-Szene in Bayern und Deutschland nachhaltig zu stärken, brauche es vor allem mehr Kapital und Risikobereitschaft. "Start-ups haben in der Regel die Schwierigkeit, an größere Geldsummen ranzukommen", sagt Rudolph. Während es beispielsweise in den USA milliardenschwere Fonds gibt, die Start-ups offen stehen, bewegen sich die Fonds in Deutschland im Millionen-Bereich. Erfolgreiche Start-ups zieht es dann schnell ins Ausland.

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