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Maximiliam Mayer und Simon Zebrowski aus Nürnberg haben eine Gemeinde-App entwickelt. Die App soll Glaubensgemeinschaften dabei helfen, die Gläubigen auch während der Corona-Pandemie zu erreichen.

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Start-ups in Franken: App aus Nürnberg verbindet Gläubige

Ein Start-up aus Nürnberg hat eine App für Glaubensgemeinschaften entwickelt. Sie soll die Gläubigen auch in diesen schwierigen Zeiten zusammenbringen. Die App entstand im Corona-Lockdown und hat bereits einen Preis gewonnen.

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Von
  • Tina Wenzel

Die Corona-Pandemie treibt die Digitalisierung voran – auch in den Kirchen. Als im Lockdown keine Gottesdienste möglich waren, kam einer Gruppe junger Nürnberger die Idee für eine Gemeinde-App. Mit der App sollen die Gläubigen und Gemeinden auch während der Pandemie in Kontakt bleiben.

Gemeinde-App ausgezeichnet

Die Idee kommt an: Beim Hackathon #WirVSVirus der Bundesregierung Ende März gewann die App einen von 20 Preisen. Bei dem Wettbewerb hatten Teilnehmer innerhalb von 48 Stunden Ideen entwickelt, die dabei helfen sollen, besser mit der Pandemie umzugehen. Mittlerweile testen knapp 50 christliche Gemeinden die App. "Dass so viele mitmachen, freut uns total", sagt Simon Zebrowski. Die App ist aber nicht nur auf Kirchengemeinden beschränkt. "Unser Angebot richtet sich an alle Religionen", betont Maximilian Mayer. Anfragen kamen mittlerweile sogar aus Kanada.

"Gemeinde in der Hosentasche"

Eine der Gemeinden, die von Anfang an mit der App arbeitet, ist die Neuapostolische Kirche Nürnberg-Mitte. Es ist die Heimatgemeinde der Start-up-Gründer. Die beiden Gemeindeleiter, Jürgen Mayer und Harald Rösler, sind von der App begeistert. "Es ist auf jeden Fall eine Möglichkeit, dass Kirche greifbarer wird, dass man quasi die Gemeinde in der Hosentasche dabei hat", sagt Jürgen Mayer.

Persönlicher Kontakt nicht ersetzbar

Über die App erhalten die Nutzer zum Beispiel Termine, Bilder, Texte oder Links. Die App ist einfach zu bedienen, die Schrift groß. So sollen auch ältere Mitglieder erreicht werden, sagen die Start-up-Gründer. Die 79-jährige Erika Elsbergen tippt auf dem Tablet ohne Mühe durch die Navigation. "Die App ersetzt nicht den persönlichen Kontakt, aber ich kann mich informieren: was macht die Jugend, was die Senioren", sagt die 79-Jährige. Dass die App die Gemeinschaft nicht ersetzen könne, betonen auch die beiden Gemeindeleiter, aber sie unterstütze die Arbeit.

Per App in den Gottesdienst

Über die App kann zum Beispiel auch ein Platz im Gottesdienst reserviert werden. So behält die Gemeinde in der Corona-Krise den Überblick über die Teilnehmer. Auch für Mitglieder, die keinen Zugang zu Smartphones und Computer haben, wurde eine Lösung gefunden. "Wir haben Patenschaften gebildet. Menschen mit Zugang, melden Gemeindemitglieder ohne Zugang an", sagt Harald Rösler. In der Adventszeit ist ein digitaler Adventskalender geplant, bei dem Gemeindemitglieder Geschichten lesen oder ein Musikstück spielen. So soll auch in der Vorweihnachtszeit unter Corona-Bedingungen ein Gemeinschaftsgefühl aufkommen.

Kirche digital

Die jungen Start-up-Gründer, die alle ehrenamtlich an der App arbeiten, entwickeln bereits weitere Anwendungen. Als nächstes wollen sie eine Chat-Funktion in die App integrieren. "Wir wollen einen Beitrag leisten, die Kirchen einen Schritt weit zu modernisieren", sagt Simon Zebrowski. Die Digitalisierung sei in allen Teilen der Gesellschaft angekommen, und das könne auch nicht an der Kirche vorübergehen.

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