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Start-ups in Franken: 3D-Druck trifft auf mineralischen Rohstoff | BR24

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Nicht aus Kunststoff, sondern aus einem speziellen Sand druckt das Start-up ING3D aus Franken 3D-Objekte. Diese sind extrem leicht und gleichzeitig nachhaltig.

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Start-ups in Franken: 3D-Druck trifft auf mineralischen Rohstoff

Das Start-up ING3D aus Fürth stellen 3D-Drucke nicht aus Kunststoff, sondern aus einem speziellen Sand her. Durch das patentierte Verfahren werden erstmals extrem leichte, mineralische Objekte gedruckt, die vielfältig einsetzbar sind.

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Von
  • Tina Wenzel

Der mineralische Rohstoff, mit dem die Objekte im 3D-Verfahren gedruckt werden, ist das Betriebsgeheimnis des Start-ups ING3D. Mehr als 500 Tests mit unterschiedlichsten mineralischen Stoffen hat Gründer David Manjura in den vergangenen Jahren durchgeführt. Ein feiner weißer Sand hat am Ende am meisten überzeugt.

Leicht, günstig, nachhaltig

Ein Laser verschmilzt den Sand – Schicht um Schicht. So entstehen erstmals extrem leichte 3D-Objekte auf mineralischer Basis. Der spezielle Sand sei nachhaltig und kostengünstig, so Werkstofftechniker Manjura. Die gedruckten Objekte könnten zum Beispiel in der Wärmedämmung oder Schalldämmung eingesetzt werden, aber auch im Brandschutz. "Unser Material fängt erst bei 1.100 Grad überhaupt das erhitzen und verschmelzen an", sagt Manjura. Auch Teile von Filteranlagen könnten aus dem Material gedruckt werden.

Auszeichnung für Start-up

Vier Jahre hat es von der Idee bis zu den ersten fertigen 3D-Objekten gedauert. Das Verfahren überzeugt. Das Start-up hat in diesem Jahr den Businessplan Wettbewerb Nordbayern gewonnen. Erste Investoren sind auf das Start-up und das patentierte Verfahren aufmerksam geworden. Nun soll die erste große Pilotanlage gebaut werden. Auch mit den Unis in der Region steht der Start-up-Gründer im Kontakt, sie haben Interesse an dem neuen Material und Verfahren.

Zu wenig Förderung für Start-ups

Der Weg bis zu den ersten 3D-Objekten aus dem mineralischen Rohstoff war steinig, sagt Manjura. Das größte Problem sei generell für Start-ups in Deutschland an finanziellen Mittel heranzukommen. "Da geht es gar nicht um Millionen, sondern tatsächlich um kleine Beträge, mit denen wir wirklich schon hätten durchstarten können", sagt Manjura. Am Anfang musste er alles aus eigener Tasche bezahlen – das Material, die Versuche und den erste 3D-Drucker. Manjura appelliert an die Regierung, junge Gründer noch mehr zu unterstützen. "Es gibt so viele gute Ideen und Start-ups. Das muss besser werden", so Manjura.

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