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Anfangs war es nur eine Gründung auf Probe. Doch das Start-up BeeChildBox von fünf Studierenden der Uni Bayreuth wurde eines der erfolgreichsten ihres Wirtschaftskurses.

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Start-up BeeChildBox zeigt Kindern die Welt der Bienen

Anfangs war es nur eine Gründung auf Probe. Doch das Start-up BeeChildBox von fünf Studierenden der Uni Bayreuth wurde eines der erfolgreichsten ihres Wirtschaftskurses. Die jungen Leute suchen nun Investoren für den Sprung auf den "echten" Markt.

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Aus einem Studienprojekt wurde ein Start-up. Fünf Studentinnen der Uni Bayreuth haben im Rahmen eines gemeinsamen Projektes das Unternehmen BeeChildBox gegründet. Mit ihrer Idee wollen sie Kindern die Welt der Bienen näher bringen.

"Zu Beginn des Kurses kannten wir uns überhaupt nicht", blickt Studentin Sonja Schug auf die Anfänge der Erfolgsgeschichte ihres Start-ups zurück. Es war das Sommersemester 2020, in dem sie den Kurs "Entrepreneurial Thinking und Business Design" belegte. Inhalt des Kurses: eine Unternehmensgründung in Kleingruppen.

Natur, Gesundheit und Nachhaltigkeit

Sonja Schug fand sich bald in einer Fünfergruppe wieder. Alle vier Studentinnen und ein Student hatten sich für Natur, Gesundheit und Nachhaltigkeit interessiert und waren deshalb in einem Team gelandet. Gemeinsam fiel die Entscheidung, zusätzlich das Uniprojekt "5-Euro-Business" zu belegen. "Damals wussten wir noch nicht, was für ein Produkt oder welche Dienstleistung wir anbieten wollen", erzählt Laura Wagner. "Es gibt aber viele spannende Möglichkeiten, Ideen zu entwickeln, und so haben wir die BeeChildBox erfunden."

Ein Karton für Entdecker

Die BeeChildBox ist offiziell ein Spielzeug, das eine Menge Wissenswertes und Bastelsachen enthält. Die erste Edition befasst sich mit dem Thema "Bienen", daher auch das Wortspiel BeeChildBox. Der Inhalt ist auf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren zugeschnitten. Die Box selbst besteht aus einem upgecycelten Karton eines Bayreuther Teeladens, den die Studierenden mit einem Aufkleber mit selbst entworfenem Bienen-Logo bestückt haben. "Die Kartons wären im Müll gelandet", erklärt Laura Wagner. "Das macht diese Pappschachtel zur perfekten Box für unsere Zwecke."

Bienen-Fachwissen von der Imkerin

In der viereckigen Box stecken zwei Büchlein. Das eine ist eine Anleitung für den Inhalt, das andere haben die Gründer selbst getextet und von der Graphikerin Merle Albert kindgerecht bebildern lassen. Weil keiner der fünf Studierenden bis dato sehr viel über Bienen wusste, holten sie sich eine Expertin ins Boot: die Bayreuther Imkerin Alexandra Lippert. Die Umweltpädagogin überzeugte sich zunächst davon, dass die Texte und Darstellungen korrekt sind. Ihr Fazit: "Das Buch ist super! Sie haben sehr gut recherchiert, ich musste nur ganz wenig korrigieren. Da gibt es im Buchhandel wesentlich schlechtere Bücher."

Digitale Inhalte und solche zum Anfassen für Kinder

Alexandra Lippert steuert nicht nur ihr Fachwissen bei, sondern auch ein wertvolles Produkt für die BeeChildBox: Bienenwachs. "In der Box befindet sich ein kleines Tuch, das die Kinder mit Hilfe ihrer Eltern in ein Bienenwachstuch verwandeln können. In das Tuch können sie dann zum Beispiel ihre Brotzeit einpacken", sagt Sonja Schug und fischt ein buntes Stoffstückchen mit eingewickeltem, duftenden Bienenwachs aus einem Glas. "In dem Anleitungs-Buch finden die Kinder einen QR-Code, der sie zu einem YouTube-Tutorial leitet, das wir selbst gedreht haben." In dem Film zeigen zwei der Gründerinnen, wie aus einem Stofffetzen mit ein bisschen Bienenwachs und einem Bügeleisen im Handumdrehen ein umweltfreundlicher Frischhaltefolien-Ersatz wird. Diese Kombination von digitalen und "anfassbaren" Inhalten wurde von den Kursleitern später sehr gelobt.

Selbstgebaute Lupe

Selbst das Schraubverschluss-Glas, in dem zuvor das nach Honig riechende Wachs steckte, hat noch eine Funktion: Wenn es leer ist, können es die Kinder als Lupe nutzen. Dafür legen sie zum Beispiel eine Blüte auf den Tisch, stülpen das Glas ohne Verschluss kopfüber darüber und füllen ein wenig Wasser auf den Boden. Auf diese Weise wird aus dem Glasboden ein Vergrößerungsglas.

Corona erschwert die Kommunikation

Die Gründung des Start-ups fand unter schwierigen Bedingungen statt: Das gesamte Sommersemester fand wegen der Corona-Pandemie digital statt. Jede Kommunikation zwischen den Gründern musste als Video-Konferenz oder Chat geschehen. "Das war eine große Herausforderung für uns", erinnert sich Laura Wagner. "Wir kannten uns ja noch nicht sehr gut." Doch sie findet auch positive Aspekte an der veränderten Situation: "Wir haben sehr viel über Kommunikation gelernt. Und auch sehr viel über uns selbst." Erst nach einigen Monaten standen sich die Fünf zum ersten Mal persönlich gegenüber.

Positives Resümee

Am Ende des Sommersemesters hatten die fünf Studierenden ein Unternehmen gegründet, ein vielfältiges Produkt entwickelt, das Design des Logos entworfen, eine Website erstellt und einen Businessplan geschrieben. Ein Kraftakt, der belohnt werden sollte. Das Resümee von Sonja Schug: "Wir haben uns innerhalb von ein paar Wochen zu Spezialisten entwickelt, was zum Beispiel Marktanalysen und Ideenfindungsprozesse angeht."

Bestnote für BeeChildBox

Sonja Schug und Laura Wagner sind die beiden von ursprünglich fünf Gründern, die das Unternehmen auch weiterführen werden – trotz ihres parallel laufenden Studiums. Die anderen schreiben derzeit ihre Masterarbeiten und sind damit vollauf beschäftigt. Was ihnen niemand nimmt, ist der gemeinsame Erfolg: Erster Platz beim "5-Euro-Business-Wettbewerb" und zweiter Platz unter allen Start-ups des Kurses Entrepreneurial Thinking and Business Design. Die Note für das Start-up BeeChildBox: eine glatte Eins.

Bayreuther Studentinnen suchen Investor für ihr Start-up

Die beiden verbliebenen Gründerinnen sind nun auf der Suche nach Investoren. Für den Verkauf der BeeChildBox fehlt noch eine CE-Zertifizierung für Spielzeug. Um diesen Prozess zu durchlaufen, wünschen sie sich einen erfahrenen Business-Partner an ihrer Seite, der auch etwas Geld in das junge Unternehmen investiert. Dass sie die Zertifizierung erhalten werden, bezweifelt Sonja Schug nicht. Was schon feststeht, ist der Preis: 19,95 Euro auf der Internetseite www.beechildbox.de. Ob sie schon vor Weihnachten auf den Markt kommen kann, steht zwar noch in den Sternen. Doch schon heute planen die beiden Unternehmerinnen weitere Inhalte für die nächsten Editionen der BeeChildBox. Das große Ziel ist eine unendliche Serie mit immer neuen, wissenswerten Themen.

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