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Noch ist ungewiss, wann die Freibad-Saison heuer beginnen kann.

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    Start der Freibad-Saison? Gäste und Betreiber hängen in der Luft

    Die Becken leer, die Umkleiden zu: Bisher ist kein Start für die Freibad-Saison abzusehen, die sonst Anfang Mai beginnt. Bei Kommunen sorgt das für finanzielle Probleme – und die Wasserwacht rechnet mit einem Ansturm auf Seen und Flüsse.

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    Von
    • Tobias Brunner

    Die Becken sind schon gereinigt im Landshuter Freibad, auch der Sprungturm ist geputzt. Nur das Wasser fehlt noch – und das dürfte auch erst einmal so bleiben, denn die Stadtwerke als Betreiber wollen abwarten. "Erst wenn es eine Öffnungsperspektive gibt, werden wir die Becken füllen und beheizen", sagt Sprecherin Susanne Franck.

    Freibad-Betreiber: Wenig Hoffnung auf Öffnung

    Eigentlich ist der 1. Mai für viele traditionell der Start in die Freibad-Saison, in Landshut wäre es üblicherweise Mitte des Monats soweit. Auch andernorts, wie in Regensburg, Bayreuth, München oder Würzburg, werden die Bäder gerade vorbereitet. Doch angesichts der aktuellen Infektionslage und der bundesweiten Notbremse gibt es wenig Hoffnung.

    "Aufgrund fehlender Planungssicherheit nimmt der Optimismus in der Branche zunehmend ab", sagt Christian Mankel, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen, in der sich Betreiber öffentlicher Bäder zusammengeschlossen haben.

    Wie viele Menschen dürfen ins Freibad – welche Corona-Regeln gelten?

    Schon im vergangenen Jahr konnten die Freibäder erst im Juni öffnen – und auch dann teilweise nur stark eingeschränkt mit umfangreichen Hygienekonzepten und deutlich weniger Gästen als sonst. Aber lassen sich diese Pläne auch heuer wieder anwenden? Genau bei dieser zentralen Frage hängen die Betreiber bislang in der Luft.

    Vom bayerischen Gesundheitsministerium heißt es nur, dass in der derzeitigen Lage "eine Öffnung von Freibädern nicht angezeigt" sei. Doch vielen Städten und Gemeinden ist das zu wenig. Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) fordert deshalb "klare Vorgaben und Planbarkeit seitens Politik und Wissenschaft". Klar ist jedoch nur, dass sich Besucher auf Termin-Buchungen, feste Zeitfenster oder andere Einschränkungen einstellen müssen.

    Millionenverluste für Kommunen durch geschlossene Freibäder

    Schon 2020 hatten die Betreiber nur wenig Vorlauf: Am 29. Mai erhielten die Stadtwerke die Verordnung für die Öffnung zum 8. Juni, heißt es aus Landshut. Tatsächlich konnte das dortige Freibad aber erst eine Woche später öffnen als möglich, da die Vorbereitungen so viel Zeit beanspruchten.

    Und jeder geschlossene Tag reißt tiefere Löcher in die Haushalte der Kommunen, weil der Bäderbetrieb für sie seit jeher ein Zuschussgeschäft ist, so der Deutsche Städte- und Gemeindebund. In Nürnberg beispielsweise sorgte Corona 2020 für einen zusätzlichen Verlust beim gesamten Badebetrieb von rund 1,3 Millionen Euro, neben dem Minus von etwa 6,5 Millionen Euro, das die Stadt ohnehin ausgleichen muss – das entspricht einer Mehrbelastung von 20 Prozent.

    Wasserwacht Bayern rechnet mit mehr Einsätzen

    Gleichzeitig ist der Wunsch nach Schwimmen und Baden bei vielen groß, sei es für ein paar Bahnen am Morgen oder als willkommene Abwechslung in der Pandemie, die sonst nur wenig Freizeit-Optionen bietet. Für nicht wenige dürften in den nächsten Wochen deshalb Seen, Flüsse und Baggerweiher zur Alternative werden – auch wenn die Wassertemperatur bisher noch unter 15 Grad liegt.

    Die bayerische Wasserwacht erwartet für die kommenden Monate denn auch mehr Rettungseinsätze als sonst. Schon in der Badesaison 2020 hätten die Retter deshalb häufiger ausrücken müssen, sagt ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), zu dem die Wasserwacht gehört. Heuer komme noch erschwerend hinzu, dass die meisten Kinder seit mehr als einem Jahr keinen Schwimmunterricht mehr hatten.

    Dennoch sehen sich die Retter auf einen möglichen Ansturm gut vorbereitet. Ihre Wachsaison beginnt traditionell ebenfalls Anfang Mai.

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