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Hannes Dietsch aus dem oberfränkischen Lützelsdorf ist Kirschenbauer im Nebenerwerb - aus Leidenschaft und ein Stück weit aus Verpflichtung gegenüber der Familientradition.

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Starkregen und Preisdruck: Der Kampf der Kirschbauern in Franken

Die Wetterextreme in den vergangenen Wochen haben auch die Kirschbauern in der Fränkischen Schweiz getroffen. Viele Früchte sind verdorben, bei gleichbleibend hohen Betriebskosten. Das Problem trifft die Landwirte in einer Zeit hohen Preisdrucks.

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Von
  • Christina Haas
  • BR24 Redaktion

Die Kirschenbauern bei Lützelsdorf im Landkreis Forchheim haben schon viel erlebt – doch in diesem Jahr ist es besonders extrem. Erst der Frost in der Kirschblüte, dann Hagel, jetzt Regen. Hannes Dietsch sorgt sich deshalb um seine Ernte. Der 31-Jährige hat vom Vater die eineinhalb Hektar große Kirschplantage im Nebenerwerb übernommen. Rund sechs Wochen dauert die Ernte und die ganze Familie versucht derzeit täglich von 7 Uhr morgens bis 20 Uhr abends die nassen Früchte zu retten.

Fränkische Schweiz: Viele Kirschen sind kaputt

"Man macht sich schon sein Kopf und man steht schon oft nachts auf wenn es regnet und denkt: Mist. Aber irgendwann muss man es hinnehmen", sagt Dietsch. Von den Sorten, die er und seine Kollegen derzeit ernten, sei schon ein gutes Drittel kaputt.

Bei der letzten guten Ernte 2019 lieferten die Kirschbauern aus der Fränkischen Schweiz täglich rund 20 Tonnen Kirschen auf den Großmarkt im nahegelegenen Pretzfeld. In diesem Jahr sind es rund zwei Drittel weniger, bei gleich hohen Betriebskosten.

Kirschbauern bekommen Konkurrenz aus dem Ausland

Und damit nicht genug: Fast 200.000 Euro haben Dietsch und 25 weitere Kirschbauern in eine Maschine investiert, die die Kirschen fotografiert und nach Größe sortiert. 120 weitere Produzenten sortieren nach wie vor zu Hause per Hand.

Aber der Druck in der Branche ist hier wie da spürbar groß. Und er kommt vor allem aus dem Ausland, wie Manuel Rauch, Geschäftsführer eines Obstgroßmarktes in der Fränkischen Schweiz, erklärt. "Wenn Du dieses Jahr einen Kunden nicht bedienst, holt er sich die Ware woanders her." Aufgrund der Globalisierung habe jeder die Möglichkeit, die Ware woanders herzubekommen – und wenn er damit zufrieden sei, komme er auch nicht mehr zurück, so Rauch.

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