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Ein Mann mit einer Pollenallergie

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    Starkregen ade: Sonniges Wetter und Pollenflug sind angesagt

    Über sommerliches Wetter können sich die Menschen in Bayern am Wochenende freuen. Nach Starkregen und Überschwemmungen kommen Sonne, steigende Temperaturen und Flug der Gräser. Allergiker erwartet ein pollenflugbelastetes Wochenende.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Claudia Grimmer

    Vor allem der Sonntag wird in Bayern überwiegend sonnig und lädt damit vielerorts zum Baden und Grillen ein. Das trockene Wetter begünstige aber auch den Pollenflug, sagte ein Sprecher vom Deutschen Wetterdienst (DWD).

    Ready to take off: Am Wochenende gibt es Pollenflug

    Wer unter Heuschnupfen leidet, kann das am Wochenende deutlich zu spüren bekommen. In den kommenden Tagen sei bei den Gräserpollen mit einer hohen Belastung zu rechnen, sagte der DWD-Sprecher. Auch die Roggenpollen fliegen nach Angaben des Landesamts für Lebensmittelsicherheit und Gesundheit, LGL, schon vereinzelt und das werde in den nächsten Wochen noch weiter zunehmen. Das LGL hat eine extra Seite eingerichtet, auf die der aktuelle Pollenflug in 3-Stunden-Intervallen für ganz Bayern abgerufen werden kann. Auch der Bayerische Rundfunk hat extra eine Seite dafür eingerichtet.

    Viel Sonne wird es nach den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes bei ähnlichen Temperaturen voraussichtlich am Samstag geben. Am Nachmittag könnte es an den östlichen Mittelgebirgen und den Alpen jedoch vereinzelt regnen. Der Sonntag wird dagegen überwiegend sonnig. Nur am Alpenrand gebe es ein minimales Schauerrisiko, sagte der DWD-Sprecher. Optimales Wetter also für die kleinen Pollen.

    Masken helfen auch bei Pollenflug

    Nach Schätzungen von Experten leiden 15 Prozent der Deutschen an Heuschnupfen. Nach Informationen der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst blühen und fliegen derzeit vor allem die Pollen der Gräser, Roggen, Brennnesselgewächse, Esskastanien und der Linde.

    "Seit Tagen gibt es hier anhalten hohe Konzentrationen an Gräserpollen, garniert mit Pollen der Kulturgräser (Roggen!), sowie Pollen der Kräuter, Marke: Ampfer, Wegerich und zunehmend Brennnessel/Glaskraut, sowie weiterhin (aber abnehmend) viel Kiefernpollen." Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

    Niesattacken beim Heuschnupfen, zugeschwollene Augen bei einer Pollenallergie - die Symptome werden durch Partikel in der Luft und in dem speziellen Fall durch Pflanzenpollen ausgelöst. Die AHA-Regeln helfen unbewusst den Allergikern, denn die Menge der eingeatmeten Pollen kann durch die Mund-Nase-Maske verringert werden. Gelangen die Pollen nicht mehr an die Schleimhäute in Mund und Nase, dann können auch keine Symptome ausgelöst werden.

    Schweizer Studie: Pollenflug und Klimawandel

    In Basel läuft eine der längsten Messreihen zum Pollenflug. Seit 50 Jahren untersuchen dort Wissenschaftler, welche Pollenarten mit der Auslösung von Heuschnupfen in Verbindung gebracht werden können. Sie fanden dabei heraus, dass der durchschnittliche Temperaturanstieg der letzten 50 Jahre einen bis zu 25 Tage früheren Beginn der Pollenfreisetzung in die Luft (die sogenannte Pollensaison) durch Hasel, Birke und Gräser provoziert hat. Das berichtet die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst.

    "Im Zusammenhang mit dem Anstieg der Durchschnittstemperatur konnte bei der Hasel eine Vervierfachung der freigesetzten Gesamtpollenmenge festgestellt werden. Im Gegensatz dazu hatte sich die Anzahl gemessener Birken- und Gräserpollen im gleichen Zeitraum nicht erhöht." Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst

    Diese Arbeit zeige jedoch deutlich, wie sich anhand langer Pollenmessreihen die Auswirkungen des Klimawandels darstellen lassen und wie die globale Erwärmung über die Pflanzenwelt indirekt Einfluss auf die menschliche Gesundheit nehmen kann, resultiert die Stiftung.

    Eingeschleppte Pflanzen verlängern Saison

    Was Allergologen auch feststellen ist, dass die Saison mittlerweile fast das ganze Jahr anhält. Schuld sind unter anderem eingeschleppte Pflanzen wie Ambrosia. Bis zu 60.000 Samen kann eine Pflanze abwerfen. Ihre Hauptblütezeit ist von Juli bis Oktober und damit verlängert sich auch die Pollenzeit für Allergiker. Derzeit bleiben wir jedoch noch vom Flug verschont, wie wetterdienst.de meldet, der eine extra Flugliste für Pflanzen aufbereitet hat.

    Das bayerische Gesundheitsministerium warnt auch deshalb regelmäßig vor einer weiteren Ausbreitung der Pflanze. Im vergangenem Jahr gab es im Freistaat laut Mitteilung des Ministeriums 509 größere Ambrosia-Bestände. Vor allem der Kreis Roth in Mittelfranken war betroffen. Die Bestände dürften trotz dem Versuch einer Beseitigung weitergewachsen sein. Bis zu 90.000 Euro investiert der Freistaat jährlich in die Vernichtung der Pflanze. "Die Ambrosiapollen haben ein fünf Mal höheres Allergiepotenzial als Gräserpollen", so heißt es in einer Mitteilung des bayerischen Gesundheitsministeriums. Etwa 80 Prozent aller Pollenallergiker reagieren Experten zufolge auch auf Ambrosia, von denen rund die Hälfte anschließend dauerhaft allergisch dagegen sind.

    Allergien und die Nebenwirkungen

    Wer unter Allergien leidet kennt die Probleme: Konzentrations- und Schlafstörungen bis hin zu Asthma. Pollenallergiker klagen oft über Niesattacken, juckende und zugeschwollene Augen, Juckreiz am Gaumen, Müdigkeit und Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafen.

    In Deutschland wird mittlerweile bei jedem siebten Erwachsenen Heuschnupfen diagnostiziert, bei Kindern betrifft es jedes Elfte. Die Pollenallergie ist die weitverbreitetste Allergie in Deutschland. Wissenschaftler unterscheiden hier Typ I bis IV je nach Schwere der Symptome. Unser Körper reagiert bei Allergien auf körperfremde Substanzen und das auf ganz unterschiedliche Weise: dem einen tränen oder jucken die Augen, der andere verspürt einen dauerhaften Niesreiz oder hat Ekzeme, wieder andere klagen über Atemnot bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden.

    Daten deuten auf Zunahme im Alter hin

    Im vergangenem Jahr hat die Kaufmännische Krankenkasse, KKH, eine Analyse ihrer Versichertendaten veröffentlicht, nach der die Zahl der Pollenallergiker in der Altersgruppe 45 bis 64 Jahren um 27 Prozent angestiegen sei. Bei Menschen ab 80 Jahren hätte sich die Zahl nach der Analyse mehr als verdoppelt. In Ballungsgebieten ist der Anteil von Menschen mit Heuschnupfen höher als in ländlichen Gebieten.

    Um die Symptome von Heuschnupfen abzumildern, gibt es spezielle Medikamente, zum Beispiel sogenannte Antihistaminika. Sie sind der Klassiker. Es gibt sie als Tablette, Tropfen, Spray oder Saft. Dabei wird der Botenstoff Histamin blockiert.

    Heuschnupfengeplagte sollten zudem laut Ernährungsexperten auf bestimmte Lebensmittel achten.

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