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Starker Schneefall sorgt für Verkehrschaos in Südbayern | BR24

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Winterliche Straßenverhältnisse haben am Morgen im Allgäu für Staus und Behinderungen gesorgt. Der Winterdienst musste ausrücken, in vielen Gemeinden mussten auf Gehwegen und Autos der Schnee geräumt werden.

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Starker Schneefall sorgt für Verkehrschaos in Südbayern

Heftige Schneefälle machen den Autofahrern in Bayern zu schaffen - vor allem im Oberland und im Allgäu. Es kam zu zahlreichen Unfällen, mehrere Straßen mussten gesperrt werden. Ebenso war der Bahnverkehr stark beeinträchtigt.

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Von
  • BR24 Redaktion
  • Andrea Trübenbacher
  • Martin Breitkopf

Schnee und überfrierende Nässe haben auch am Donnerstag vielen Autofahrern und Pendlern das Leben in Bayern schwer gemacht. Auf rutschigen Straßen kam es zu zahlreichen Blechschäden. Auch Lasterfahrer kämpften mit den erschwerten Fahrbedingungen und blieben oft genug stecken.

Zugausfälle und Verspätungen in Südbayern

Ebenso sorgten die Wetterverhältnisse im Bahnverkehr für Probleme: Im Allgäu und in Oberbayern kam es neben Verspätungen zu Ausfällen von Zügen und Streckensperrungen. So verhinderten umgestürzte Bäume Fahrten zwischen Garmisch-Partenkirchen und Reutte in Tirol, wie die Deutsche Bahn mitteilte. Auch zwischen Penzberg und Kochel ging im Oberland nichts mehr. Zwischen Immenstadt und Oberstaufen im Allgäu steckten die Züge ebenso fest wie in den Schneemassen zwischen Kempten und Pfronten-Steinach.

Zwischen Oberstaufen und Lindau pendelte ein Zug. Wegen der Witterungsverhältnisse konnten auch einige Haltestellen nicht mehr bedient werden, darunter Farchant, Oberau und Bad Kohlgrub im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort hatte es massiv geschneit. Die Bahn richtete Ersatzverkehre mit Bussen ein, was für die Fahrgäste starke Verspätungen bedeutete.

Unfälle in der Oberpfalz

Auch Ostbayern war am Donnerstag stark durch die Witterungsverhältnisse beeinträchtigt. Bereits in der Nacht kam es in der Oberpfalz zu insgesamt sechs Unfällen, wie die Polizei mitteilte. Teils rutschten Autos in den Graben oder gegen Bäume. Dabei wurde eine Person leicht verletzt.

A95 musste über eine Stunde gesperrt werden

Ebenso kommt es aufgrund der anhaltenden Schneefälle im Oberland weiter zu Behinderungen. Die Winterdienste in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau sind bereits seit vergangener Nacht im Dauereinsatz.

Schon in den frühen Morgenstunden verunglückte ein Sattelzug auf der A95 zwischen Wolfratshausen und Seeshaupt. Auf schneeglatter Fahrbahn rutschte der 43-jährige Fahrer aus Freising in die Leitplanke. Das schwere Fahrzeug drehte sich um 180 Grad und kam auf der linken Fahrspur zum Stehen.

Glücklicherweise war kein anderer Verkehrsteilnehmer unterwegs. Der Fahrer wurde nicht verletzt aber vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. An Lkw und Leitplanke entstand erheblicher Schaden. Die Polizei spricht allein von rund 50.000 Euro Schaden am Laster. Für die Aufräumarbeiten musste die A95 rund 1,5 Stunden gesperrt werden.

Berüchtigt bei Schnee und Glätte ist auch der Ettaler Berg. Prompt steckten heute Vormittag gleich mehrere Lkw fest. Die Polizei musste den Berg der von Oberau nach Ettal führt kurzzeitig sperren, um die festgefahrenen Laster zu befreien.

Raum Garmisch: Straßenglätte und Probleme im Zugverkehr

Derzeit kommt es auf der B11 zwischen Walchensee und Mittenwald wegen erheblicher Straßenglätte zu Behinderungen. Der Winterdienst ist im Einsatz. Auf der B23 zwischen Griesen und Garmisch-Partenkirchen besteht die Gefahr durch herabfallende Äste. Im Bereich von Bad Kohlgrub und Rottenbuch blieben mehrere Fahrzeuge liegen und mussten von der Feuerwehr geborgen werden.

Auch der Zugverkehr ist durch den Schneefall beeinträchtigt. Die Bahnstrecke Garmisch-Partenkirchen – Reutte ist gesperrt - im Bereich der Ochsenhütte ist ein Baum in der Oberleitung gefallen. Ein Schienenersatzverkehr soll schnellstmöglich eingerichtet werden.

Unfall mit Schneepflug in Geretsried

In Geretsried kam es heute Morgen zu einem Unfall mit einem Schneepflug. Der Fahrer rutschte wegen Schneeglätte in eine Kreuzung. Ein herankommendes Auto konnte nicht mehr rechtzeitig Bremsen und streifte den Schneepflug. Keiner wurde verletzt und der Schaden am Auto war auch nur gering.

Viele Blechschäden im Raum Rosenheim

Seit den frühen Morgenstunden kam es auch im Raum Rosenheim immer wieder zu Verkehrsunfällen wegen Schnee und glatten Straßen. Bei den Rutschunfällen landeten Autos und Lkws in Straßengräben, hier blieb es bislang bei Blechschäden, verletzt wurde nach derzeitigem Stand niemand. Im Rosenheimer Stadtgebiet stürzten am Morgen zwei Radfahrer, sie wurden beide verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Staus und Einschränkungen im Allgäu

Der Verkehr im Allgäu war am Donnerstag ebenfalls stark durch den heftigen Schneefall beeinträchtigt. Laut Polizei ist die A7 zwischen Dreieck Allgäu und Oy-Mittelberg komplett gesperrt. 30 querstehende Lkws blockieren hier die Fahrbahn. Auch auf der A96 und der B12 kommt es zu starken Behinderungen.

Auf der A96 zwischen Bregenz und der Anschlussstelle Sigmarszell kam es zwischen 08:30 Uhr und etwa 11:30 Uhr in Richtung Norden zu großen Verkehrsbehinderungen durch festgefahrene Lkw. Zeitweise standen hier laut Polizei bis zu 500 Verkehrsteilnehmer im Stau. Der Winterdienst kommt teilweise nicht durch, was für erhebliche Verzögerungen sorgt. Die Einsatzkräfte rechnen nicht mit einer schnellen Entspannung der Situation, auch wenn einige Lkw-Fahrer ihre Fahrt inzwischen fortsetzen konnten.

B12 in beiden Fahrtrichtungen gesperrt

Ähnlich sieht es laut Polizei auf der B12 zwischen Kempten und Geisenried aus. Auch hier steckten zeitweise 30 bis 40 Lkws fest, die nun wieder freigeschleppt werden. Dazu wurde die B12 in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Wann eine Freigabe für den Verkehr erfolgt, kann auch hier zeitlich noch nicht abgeschätzt werden. Auch die Ausweichstrecken sind teilweise durch liegengebliebene Fahrzeuge gesperrt.

Verkehrsteilnehmern wird empfohlen, den Bereich weiträumig zu umfahren. Die Polizei empfiehlt dringend alle nicht unbedingt erforderlichen Fahrten zu vermeiden. Lkw-Fahrer werden gebeten, den nächstgelegenen Parkplatz aufzusuchen und dort zu bleiben, bis sich die Straßenverhältnisse gebessert haben. Für Fahrer von Gefahrguttransportern ist das vorgeschrieben.

Hohe Lawinengefahr wegen Neuschnee

Neben der Gefahr durch den Schnee auf der Fahrbahn steigt auch das Lawinenrisiko in den Bergen. In den Allgäuer, Ammergauer und Werdenfelser Alpen ist über 1.800 Metern Höhe bereits die Einstufung in die Gefahrenstufe vier erfolgt. Die Lawinenwarnzentrale spricht von großer Lawinengefahr. "Unternehmungen im Gebirge verlangen derzeit höchste Vorsicht und lawinenkundliches Beurteilungsvermögen", betonten die Experten der bayerischen Lawinenwarnzentrale.

Das Hauptproblem sei der Neuschnee, der sich nur schlecht mit der Altschneedecke verbinde. Oft reichten schon leichte Belastungen - etwa durch Wanderer oder Skitourengeher - und eine Locker- und Schneebrettlawine könne sich lösen. Für die nächsten Stunden sind weitere Schneefälle vorhergesagt. Laut Deutschem Wetterdienst könne noch über ein halber Meter Schnee dazukommen - weshalb die Lawinenlage vorerst angespannt bleibe.

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