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Stammzellenspende: So leicht kann jeder zum Lebensretter werden | BR24

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Immer wieder suchen Leukämie-Patienten mit Typisierungen nach einem Stammzellenspender. Die Wirkung dieser Hilfsaktionen geht dabei häufig weit über Einzelschicksale hinaus: Denn sie retten oft Dutzenden Menschen das Leben.

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Stammzellenspende: So leicht kann jeder zum Lebensretter werden

Viele Leukämie-Patienten finden dank einer großen Datenbank einen Stammzellenspender. Dafür sind aber regelmäßige Typisierungen nötig. Wegen Corona fallen zwar viele dieser Aktionen aus – doch registrieren kann sich jeder auch leicht zu Hause.

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Es braucht nicht mehr als ein Wattestäbchen oder einen kleinen Pieks mit der Spritze – denn etwas Speichel oder Blut reichen aus, um sich in die Datenbank für Stammzellenspenden aufnehmen zu lassen. Die Probe kommt ins Labor, wird analysiert und die individuellen Gewebemerkmale des Menschen gespeichert.

Wann immer jemand an Leukämie erkrankt und einen Spender sucht, können Ärzte auf diese Datenbank zurückgreifen – in Bayern, Deutschland und sogar weltweit vernetzt. So einfach lassen sich Leben von Blutkrebs-Patienten retten.

In Bayern fehlen heuer 10.000 potenzielle Stammzellenspender

Doch Corona stellt die Organisatoren der Stammzellenspenden vor ein Problem: Denn damit möglichst viele Erkrankte auch einen passenden genetischen Zwilling finden, sollte die Datenbank kontinuierlich wachsen. Allein für den Freistaat baut die Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) jedes Jahr auf etwa 20.000 neue potenzielle Spender, die sich registrieren.

Viele von ihnen werden über große Typisierungsaktionen mit tausenden Teilnehmern gefunden, die aber in Pandemie-Zeiten größtenteils ausfallen. Von den angepeilten 20.000 fehlt dieses Jahr deshalb noch etwa die Hälfte.

Zeitaufwand für Typisierung zu Hause: 30 Minuten

Dabei kann sich jeder interessierte Spender auch ohne eine solche Aktion einfach von zu Hause aus in die Datenbank mit aufnehmen lassen. Das nötige Set mit den Wattestäbchen gibt es im Internet bei der AKB, Kosten entstehen dafür keine, alles lässt sich bequem per Post erledigen. Aufwand: etwa eine halbe Stunde.

Die ausgewertete Probe bleibt danach bis zum 60. Geburtstag in der Datenbank gespeichert, ein Widerruf ist jederzeit möglich. Laut AKB liegt die Wahrscheinlichkeit, für eine Spende angefragt zu werden, bei fünf bis zehn Prozent innerhalb von zehn Jahren.

Auch reicht es aus, sich einmal registrieren zu lassen, denn die einzelnen Organisationen wie AKB oder DKMS arbeiten zusammen.

Happy End: Stammzellenspender und Empfänger können sich kennenlernen

Die eigentliche Stammzellenspende kann dann auf zwei Arten stattfinden. In etwa 80 Prozent der Fälle wird auf die sogenannte periphere Spende zurückgegriffen, dabei werden die Stammzellen direkt aus dem Blut herausgefiltert. Die Entnahme läuft ähnlich wie eine Dialyse ab und dauert in der Regel zwischen vier und acht Stunden.

Bei der zweiten Variante wird ein Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenkamm entnommen. Der Eingriff wird in etwa 20 Prozent der Fälle genutzt, dauert ungefähr eine Stunde und erfolgt unter Vollnarkose. Verbunden ist damit ein Krankenhausaufenthalt von bis zu drei Tagen, Spender sind zudem meist für einige Tage krankgeschrieben. Das entnommene Knochenmark bildet sich innerhalb kurzer Zeit wieder nach.

Direkten Kontakt zwischen Spender und Empfänger gibt es bei all diesen Schritten nicht. Falls beide es wünschen, können sie sich aber frühestens zwei Jahre danach kennenlernen.

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