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"Stadtschloss" Cham: Erhalt alter Bausubstanz trotz Neubau | BR24

© Architekturbüro Brückner & Brückner

So könnte das neue "Stadtschloss" aussehen.

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"Stadtschloss" Cham: Erhalt alter Bausubstanz trotz Neubau

Auf dem Areal der ehemaligen Weißbierbrauerei in Cham sollen 24 Wohneinheiten und eine Arztpraxis neu gebaut werden. Obwohl die historische Bausubstanz erhalten werden soll, ist unklar, ob es Widerstand von Denkmalschützern geben wird.

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Auf dem Gelände der ehemaligen Weißbierbrauerei, von Denkmalschützern Chamer "Stadtschloss“ getauft, sollen 24 Wohneinheiten und eine Arztpraxis entstehen. Dennoch soll die historische Bausubstanz erhalten werden. Die nachgewiesene historische Stadtmauer soll Teil der neuen Fassade werden. Das ist das Ergebnis der Machbarkeitsstudie, die Freitagabend im Landratsamt Cham vorgestellt wurde. Diese Studie hatten die privaten Eigentümer des alten Brauereigebäudes in Auftrag gegeben, die auch den Neubau errichten wollen. Sie war vom Landratsamt Cham und dem Landesamt für Denkmalpflege unterstützt worden.

Leiter der Denkmalpflege zufrieden

Der Leiter des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Generalkonservator Mathias Pfeil, der bei dem Termin heute dabei war, lobt die jetzige Lösung. "Der historische Baubestand, der von großer stadtgeschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung ist, kann in ansprechender Weise berücksichtigt werden," erklärte er. Der Chamer Landrat Franz Löffler (CSU) sieht die Lösung als "Beweis, dass sich bei einer klugen Planung Denkmalschutz und moderne Wohnnutzung nicht ausschließen." Es sei möglich, sowohl den Wünschen der Eigentümer als auch den Belangen der Denkmalpflege gerecht zu werden. Die Studie war durch ein Architekturbüro erstellt worden.

Großer Streit in der Vergangenheit

Noch offen ist, ob die Denkmalschützer der Region mit dieser Lösung zufrieden sind. 2018 hatte es einen großen Streit um die Abbruchpläne für die ehemalige Brauerei gegeben, die schließlich auch gestoppt wurden. Der Bauforscher Florian Gruber hatte auf den historischen Wert des Baus hingewiesen. Die Brauerei war erst im 19. Jahrhundert gebaut worden. Aber seiner Meinung nach war das Gebäude im Kern mittelalterlich geprägt, mit Resten der Stadtmauer. Auch die Nähe zum denkmalgeschützten Chamer Biertor, einem bekannten Wahrzeichen der Stadt, fordere Rücksichtnahme.

Gruber hatte mit Mitstreiterin eine intensive öffentliche Diskussion angestoßen. Auch Unterschriften waren gesammelt worden. Zum Termin am Freitag, bei dem die Machbarkeitsstudie präsentiert wurde, waren die Abbruchgegner nicht eingeladen.

© BR / Renate Rossberger

Das graue Gebäude ist die ehemalige Brauerei. Der gelbe und der rote Teil stehen unter Denkmalschutz und sind saniert.

© BR / Renate Rossberger

Das rote Gebäude ist das Chamer Biertor - ein Wahrzeichen der Stadt.

© BR / Renate Rossberger

Alle drei Gebäude gehören denselben privaten Eigentümern.

© BR / Renate Rossberger

Die ehemalige Brauerei liegt malerisch am Meranweg in Cham direkt am Fluss Regen.